Michael Nielen

Bad Münstereifel baut am Miteinander

Bad Münstereifel. Für den neuen Bürgermeister Sebastian Glatzel war es eine Premiere: Zum ersten Mal begrüßte er als Gastgeber die Gäste zum Neujahrsempfang der Stadt Bad Münstereifel in der ehemaligen Konviktkapelle.

Der Einstieg in die neue Rolle wurde dem Bürgermeister ein wenig erleichtert – nicht zuletzt durch die musikalischen Darbietungen des Mutscheider Gesangvereins Eifelklang. Die Sängerinnen und Sänger spannten mit ihrem Programm eine eindrucksvolle musikalische Klammer um den Abend.

Zu Beginn erklang »Wunder gibt es immer wieder«, am Ende verabschiedete sich der Chor mit der »Eifel Hymne« von Hanns Kleinertz, die in dieser Form wohl viele zum ersten Mal gehört haben dürften.

Besonders emotional wurde es, als das Lied »In unserem Veedel« angestimmt wurde. Die besondere Atmosphäre der Kapelle ließ diesen Moment nachhaltig wirken.

Zahlreiche Bürger waren der öffentlichen Einladung gefolgt. Auf der Gästeliste standen unter anderem Landrat Markus Ramers, der Bundestagsabgeordnete Detlef Seif, der Landtagsabgeordnete Klaus Voussem sowie Bürgermeisterkollegen. In seiner Ansprache machte Sebastian Glatzel deutlich, Bürgermeister für alle Bad Münstereifeler sein zu wollen.

Er skizzierte die Herausforderungen, vor denen die Stadt weiterhin steht: der fortlaufende Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe von 2021, eine angespannte Haushaltslage und gleichzeitig der Anspruch, Bad Münstereifel zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Trotz dieser Rahmenbedingungen zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich.

Zu den wichtigsten Projekten 2026 zählen für ihn die Arbeiten am Wallgraben und an der Großen Bleiche, der Wiederaufbau in Iversheim und Arloff-Kirspenich sowie der Umbau der Kölner Straße im Bereich des Bahnhofs.

Deutlich wurde auch, wie stark die Stadt auf Förderprogramme von Land und Bund angewiesen ist. Der Bürgermeister appellierte an ein Umdenken in der Übertragung von Aufgaben auf die Kommunen, ohne diese mit entsprechenden Finanzen auszustatten.

Spontanen Beifall gab es, als er den Mitarbeitern der Verwaltung und allen ehrenamtlich Engagierten für ihren Einsatz dankte.

Ein besonderer Akzent war der Ausblick auf den fünften Jahrestag der Flutkatastrophe im Juli 2026. Geplant ist eine würdige Gedenk- und Dankesveranstaltung, die Erinnerung, Dankbarkeit und Zuversicht miteinander verbinden soll.

Ein Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Ehrenamtspreises 2026, der gleich dreimal verliehen wurde. Ausgezeichnet wurde das Netzwerk psychosoziale Hilfe Bad Münstereifel, vertreten durch Michael Mönks, Petra Mönks und Christine Gottwald. Schon innerhalb der ersten Tage nach der Flutkatastrophe gelang es diesem Team, zwanglose Gesprächsmöglichkeiten für traumatisierte Menschen anzubieten.

Ebenfalls geehrt wurde die Dörfergemeinschaft am Thürne für das herausragende Engagement bei der Pflege des Spielplatzes in Houverath. Der dritte Ehrenamtspreis ging an die Corhelper im Stadtgebiet Bad Münstereifel, die sich über die App als Ersthelfer alarmieren lassen, um bei Herz-Kreislauf-Notfällen schnelle Hilfe zu leisten. Nach dem Neujahrsempfang sollten es laut Glatzel im Stadtgebiet mehr als 300 Ersthelfer sein, die registriert sind ...


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