

Für viele Nachwuchstalente beginnt die Motorsportkarriere schon im Kindesalter im Kartsport. Auch der heute 19-jährige Henry Lindloff aus Bad Münstereifel fand über das Kartfahren in den Rennsport – aber auf eher ungewöhnliche Weise. »Wir sind hin und wieder privat mit Leihkarts auf verschiedenen Kartbahnen gefahren – eigentlich nur so zum Spaß«, blickt Henrys Vater Ingo Lindloff zurück. »Auch in Schwalmtal war das der Fall. Nach ein paar Runden fragte mich der Inhaber der Bahn, wie oft Henry denn im Kart sitzen würde. Alle paar Monate mal, sagte ich und fragte, warum. Weil der Junge gerade den Streckenrekord für dieses Quartal gefahren hat, war die Antwort des Inhabers«, berichtet Lindloff.
Im Internet erstand Lindloff ein gebrauchtes Rennkart für Henry – und das Training unter professionellen Bedingungen begann. 2022 folgten erste Rennen in der Rotax-Germany-Serie, einer der etabliertesten Kartserien weltweit. »2023 haben wir uns dann entschlossen, um die Rotax-Germany-Meisterschaft mitzufahren«, sagt Henry Lindloff. Schon in seiner ersten vollen Saison setzte er sich gegen rund 30 Konkurrenten durch und wurde Meister. 2024 folgten noch einige Kartrennen, gleichzeitig orientierte man sich aber bereits Richtung Automobilsport. Die Wahl fiel auf den 318ti Sprint Cup im Rahmen der BMW Challenge des Deutschen Motorsport Verbands – und damit bewiesen die Lindloffs offenbar erneut den richtigen »Riecher«.
»Eine Besonderheit der Rennserie ist, dass alle Fahrer in nahezu identischen Fahrzeugen, einem BMW E36 318ti, starten. Statt auf Faktoren wie beispielsweise Motorleistung und Aerodynamik kommt es fast nur auf das fahrerische Können an. Man lernt also von der Pike auf, sich auf Augenhöhe zu messen und unter gleichen Bedingungen seine Vorteile rauszufahren«, erklärt Henry Lindloff. »Unser Traum war eine Gesamtplatzierung unter den Top drei – und was macht Henry? Er holt gleich in seiner ersten Saison den Meistertitel«, freut sich Vater Ingo.
Für die kommende Saison steht nun der nächste große Karriereschritt an: der Wechsel in den Langstreckensport auf der legendären Nordschleife. Henry wird für SmyrlisRacing, das inzwischen als größtes Rennteam Europas gilt, in der Porsche Endurance Trophy Nürburgring (PETN) an den Start gehen. Der Leistungssprung ist gewaltig: Von den bisherigen 140 PS seines BMW wechselt er in einen Porsche 718 Cayman GT4 RS mit 425 PS.
»Das erklärte Ziel ist die Aufnahme in den Porsche Talents Pool, ein Förderprogramm, das junge Fahrer mit Mentaltraining, Fitness-Coaching und technischem Support auf dem Weg zum Profi unterstützt«, erklärt Henry Lindloff. »Den Einstieg in den Langstreckensport aus privater Tasche zu finanzieren, wird allerdings nicht zu stemmen sein. Daher werden wir auf Sponsoren angewiesen sein«, ergänzt Vater Ingo.
Wenn Henry nicht im Cockpit eines Rennautos sitzt, trainiert er seine Fitness und spielt hin und wieder Golf. Derzeit absolviert er in Euskirchen eine Ausbildung zum Kaufmann im E-Commerce. Seine IT-Affinität kommt ihm jedoch auch im Cockpit zugute. »Schließlich setzen moderne Rennfahrzeuge auf technische Finessen wie beispielsweise Telemetriesysteme«, sagt das Nachwuchstalent.
Weitere Infos zu Henry gibt’s online unter: www.henrylindloff.com/



