Michael Nielen

Dieser Besuch war nicht von Pappe ...

Olef. Wer hätte gedacht, dass Pappteller, Schalen und Menüschalen so spannend sein können? Für 36 Schüler der vierten Klassen der Grundschulen Hellenthal und Reifferscheid war der Besuch in der RICK Produktion GmbH in Olef ein Erlebnis.

Dort ging es nicht nur um die Produktion von Papptellern und Co., sondern vor allem um eines: den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt.

Im Rahmen des weltweiten TICCIT-Projekts (Trees Into Cartons, Cartons Into Trees) hatten die Kinder die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen eines Unternehmens zu werfen, das sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat. TICCIT ist ein vom europäischen Verband der Kartonhersteller gefördertes Bildungsprogramm, das Kindern zeigt, wie Papier und Karton aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, wie Recycling funktioniert und wie wichtig eine Kreislaufwirtschaft für die Zukunft ist.

Die Grundschulen aus Gemünd, Dahlem, Dreiborn, Hellenthal und Reifferscheid waren bei diesem Projekt dabei, das Rüdiger Nölleke, Interim-Manager der RICK Produktion GmbH, und der Produktionsleiter Niklas Hanf im Altkreis Schleiden initiiert hatten. Die Kinder pflanzten etwa Baumschösslinge in spezielle Schalen, die sie später im Frühjahr in den Schulgarten oder zu Hause einsetzen können.

Doch warum sollte man den Schülern nicht auch zeigen, wo und wie diese nachhaltigen Produkte überhaupt produziert werden? Diese Frage führte zur Einladung in die Produktionshallen von RICK in Olef.

Die 36 Kinder der Klassen 4a und 4b aus Hellenthal und Reifferscheid wurden in Begleitung von vier Lehrer/innen von Niklas Hanf, Werkstattleiter Rudi Hanf und Lukas Linden vom Vertrieb empfangen und in Gruppen durch die gesamte Produktion geführt. Von der Warenanlieferung bis zum Versand der fertigen Teile konnten die Schüler jeden einzelnen Schritt des Herstellungsprozesses verfolgen.

»Was hier passiert, ist ziemlich spannend«, erklärte Niklas Hanf den Kindern. »Diese beiden Maschinen können etwa pro Tag eine halbe Million Pappteller herstellen. Ein Großteil der Produktion läuft dabei automatisch – etwa mit Hilfe von Robotern, die die fertigen Teller direkt in Kartons verpacken.«

Die Kinder staunten auch nicht schlecht, als Hanf seine Frage auflöste, wie viele Meter dünne Pappe auf einer großen Papierrolle sind – stolze 4800 Meter. Die Größenordnungen und die Technik hinter der Produktion faszinierten die jungen Besucher. Die Führung war auch interaktiv. Die Schüler durften selbst Hand anlegen und lernten etwa, wie ein Karton mit Papptellern manuell befüllt wird, bevor eine Maschine ihn komplett verklebt.

Bevor es in die Produktion ging, wurden die Kinder mit Schutzanzügen und Schutzhauben ausgestattet. Sie mussten sich die Hände waschen und desinfizieren, denn in der Produktion von Kartontellern und -schalen herrschen hohe Sicherheits- und Hygienestandards – schließlich werden die Produkte für die Lebensmittelindustrie hergestellt und kommen auch an Schulen, Krankenhäuser und Caterer zum Einsatz.

Die Kinder erlebten hautnah, wie mit heißen Pressen Pappteller und Schalen hergestellt werden. RICK produziert vor allem für PAPSTAR, aber auch für renommierte deutsche Lebensmittelfirmen. Die Produktpalette ist groß: Frittenschälchen, Backformen, in denen Kuchen fertig gebacken werden kann, oder Suppenschalen gehören dazu. Jedes Kind durfte am Ende des Besuchs ein frisch produziertes Teil mit nach Hause nehmen - und sogar in einen Lkw klettern.

»Es ist wirklich toll zu sehen, wie viel die Kinder schon wissen und wie gerne sie neues Wissen aufnehmen«, so Rüdiger Nölleke. »Was mich besonders freut: Die Kinder haben ein echtes Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickelt – sie scheuen sich nicht, die Erwachsenen auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen. Hervorragend!«

Das TICCIT-Programm sei ein fester Bestandteil der Jahrespläne der Eifeler Schulen geworden. Auch Niklas Hanf freut es, dass die Schulen den Wert dieses Programms schätzen. Durch solche Aktionen werde nicht nur das Umweltbewusstsein der Kinder, sondern auch das von Lehrern und Eltern gefördert.

Ermöglicht wurden die Aktionstage durch PAPSTAR. »Nachhaltigkeit ist für uns kein Trend, sondern tief in der DNA des Unternehmens verankert«, sagt PAPSTAR-Geschäftsführer Tom Kantelberg. Bei der RICK Produktion GmbH sind derzeit rund 50 Mitarbeiter beschäftigt. Für die 36 Schüler stand am Ende fest: Dieser Besuch war nicht von Pappe!


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