

Grund: Momentan laufen die Arbeiten zur Sanierung des Gotteshauses. Der Kostenpunkt liegt bei rund 92.000 Euro. Die Kapellengemeinde stemmt die Summe vollständig aus eigenen Rücklagen.
Der Kirchengemeinde Golbach gehören rund 320 Katholiken an. Für eine vergleichsweise kleine Gemeinschaft ist die jetzige Maßnahme daher ein beachtlicher Kraftakt. »Am 9. Januar war noch eine Beerdigung, am 10. Januar haben wir die Bänke losgeschraubt«, berichten Wolfgang Larres, stellvertretender Vorsitzender des Kapellenvorstands, und Karl-Heinz Reetz vom Förderverein der Kapelle. Das Inventar wurde mit Hilfe der Firma Brucker und ehrenamtlicher Helfer auf zwei Möbelwagen verladen und am Unternehmensstandort in Kall eingelagert.
Auslöser der Sanierung ist ein schleichendes Problem. »Die Kapelle wird innen schwarz. So wie euer Wohnzimmer irgendwann auch – wenn du das erste Bild abhängst, siehst du einen schwarzen Kranz«, erklärt Wolfgang Larres. Ursache ist die alte Umluftheizung. Sie verteilte über Jahre Staub und Ruß im gesamten Raum. Hinzu kam eine dauerhaft zu hohe Luftfeuchtigkeit, die durch Messungen bestätigt wurde.
Um das Problem nachhaltig zu lösen, erhält die Kapelle eine neue Heizungssteuerung sowie eine zusätzliche Lüftungsanlage. In diesem Zuge wird auch die elektrische Anlage überarbeitet. Ziel ist es, die Feuchtigkeit dauerhaft zu senken und eine erneute Verrußung zu verhindern.
Die Reinigung der Wände ist aufwändig. Der Ruß wird mit speziellen Radiersteinen trocken abgetragen. Anschließend erfolgt ein neuer Anstrich mit einer vom Denkmalschutz vorgeschriebenen Farbe. Parallel werden die Fenster gereinigt und überarbeitet.
Bemerkenswert ist die Finanzierung. »Wir tragen alles. Komplett alles«, heißt es aus dem Vorstand. Über Jahrzehnte habe man sparsam gewirtschaftet und Rücklagen gebildet.
Bereits 2005 wurde ein Förderverein gegründet, der heute rund 60 Mitglieder zählt. Er dient als zusätzliche Absicherung für künftige Maßnahmen. Denn perspektivisch könnten weitere Herausforderungen anstehen – etwa am Schieferdach. Erste Schätzungen gehen hier von einer möglichen Größenordnung von bis zu 300.000 Euro aus.
Die aktuellen Arbeiten sollen bis Ende März abgeschlossen sein. Pünktlich zu Ostern soll die Kapelle wieder genutzt werden können. Für die Golbacher ist es mehr als eine bauliche Maßnahme – es ist ein Bekenntnis zum Erhalt ihres Wahrzeichens. Man will auch künftig vorbereitet sein. Ziel sei es, »möglichst lange auch ohne Zuschüsse auskommen zu können« und die Kapelle für kommende Generationen zu bewahren.
Daher freut sich der Förderverein über jede Spende. Förderanträge sind bei Wolfgang Larres, Tel.: 02441/8787, und Hildegard Reetz, Tel.: 02441/6706, erhältlich.




