mn/pp/Agentur ProfiPress

Ein »Herzensprojekt« für Brigitte

Mechernich. Im Tierheim Mechernich soll Großes entstehen: ein neues, modernes Hundehaus, um den Tieren künftig noch bessere Bedingungen zu bieten.

Reiner Bauer, Vorsitzender des Tierschutzvereins Mechernich, spricht von einem »Herzensprojekt« - und von einem Vermächtnis, das eng mit seiner kürzlich verstorbenen Ehefrau Brigitte verbunden ist.

Rund 200.000 Euro Startkapital sind bereits vorhanden, überwiegend aus Spenden, Veranstaltungen und den Erlösen der beliebten Trödelmärkte. Insgesamt rechnet man derzeit aber mit Kosten von etwa 459.000 Euro, wobei Bauer hofft, durch Eigenleistungen und weitere Unterstützung die Summe etwas senken zu können. »Wir können anfangen, aber ohne zusätzliche Hilfe schaffen wir das nicht«, sagt er offen. Der Bau könnte beginnen, sobald Förderanträge geprüft und ausreichende Mittel gesichert sind. Die Baugenehmigung liegt bereits vor.

Das bestehende Hundehaus ist in die Jahre gekommen. Zwar wird es noch genutzt, doch die räumlichen Bedingungen entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen - vor allem nicht den Bedürfnissen vieler beschlagnahmter Hunde. »Im neuen Haus hätten die Tiere jeweils einen eigenen Bereich, getrennt voneinander, mit Innen- und Außenfläche. Das bedeutet deutlich weniger Stress«, erklärt Bauer. Gerade Hunde aus schwierigen Haltungen oder behördlichen Sicherstellungen seien oft verängstigt oder traumatisiert und bräuchten Ruhe statt permanenten Kontaktdruck.

Der Bedarf steigt derweil spürbar. Immer häufiger müssen Behörden Tiere sicherstellen, weil Halter Auflagen nicht einhalten oder die Versorgung nicht gewährleisten können. Solche Hunde bleiben oft lange im Tierheim, weil sie Zeit brauchen, Vertrauen zu fassen - und weil die Vermittlung schwieriger ist.

Obwohl Tierheime bei Fund- und beschlagnahmten Tieren kommunale Aufgaben übernehmen, fühlen sich viele Einrichtungen finanziell alleingelassen. »Wir hoffen natürlich auf Unterstützung der Behörden«, sagt Bauer. »Aber oft heißt es nur: Es ist kein Geld da.« Dabei sind die laufenden Kosten enorm: Personal, Tierarzt, Futter, Energie — allein die Krankenkassenbeiträge für die Mitarbeiter schlagen monatlich mit mehreren Tausend Euro zu Buche. Neubauten oder größere Investitionen seien ohne Spenden praktisch unmöglich.

Eine zentrale Rolle bei der Finanzierung spielt seit Jahrzehnten die engagierte Trödelgruppe des Tierheims. Mit Flohmärkten, Kuchenverkauf und Veranstaltungen erwirtschaften die Ehrenamtlichen regelmäßig beachtliche Summen für ihre tierischen Bewohner. »Ohne diese Menschen wären wir nicht da, wo wir heute stehen«, betont Bauer.

Besonders bewegend ist die persönliche Geschichte hinter dem ganzen Tierheim. Mehr als fünf Jahrzehnte gingen Reiner und Brigitte Bauer gemeinsam durchs Leben. Familie, Tierheim und die Trödelgruppe waren ihre große Leidenschaft. »Brigitte war eine außergewöhnlich starke Frau«, sagt Bauer: »Ich werde nie ihren Satz vergessen: `Wenn wir kein Geld hätten, um die Enkel zu beschenken, wäre das für mich das Schlimmste. Ich selbst brauche nicht viel.´ Das sagt alles über ihr Herz…«

Brigitte Bauer stand nie gern im Mittelpunkt, war aber oft die ruhige Kraft im Hintergrund. Und auch diejenige, die ihren Mann wieder auf den Boden holte, wenn es nötig war. Noch kurz vor Weihnachten hatten beide darüber nachgedacht, sich aus dem aktiven Tierschutz zurückzuziehen. Stattdessen entschieden sie sich, ein letztes großes Projekt anzugehen: ein neues Hundehaus für die Tiere.

Am 9. Januar 2026 starb Brigitte Bauer nach mehreren Schicksalsschlägen um Weihnachten und Neujahr - und hinterließ eine Lücke, die so schnell nicht wieder gefüllt werden kann. Nicht nur bei Reiner Bauer: »Es war großartig, was man mit einer so starken Frau und mit vielen engagierten Helfern im Sinne der Tiere erreichen konnte. Bitte unterstützt Brigittes und meinen Wunsch ein neues Hundehaus zu bauen. Danke…«

Jeder Beitrag helfe, den Tieren ein ruhigeres, würdevolleres Zuhause auf Zeit zu ermöglichen — und gleichzeitig das Lebenswerk von Brigitte Bauer fortzuführen. Spenden kann man bei der Kreissparkasse Euskirchen, IBAN: DE83 3825 0110 0003 3134 00; BIC: WELADED1EUS; Volksbank Euskirchen, IBAN: DE58 3826 0082 0207 7110 47; BIC: GENODED1EVB und Volksbank Euskirchen, IBAN: DE33 3826 0082 0207 7110 12; BIC: GENODED1EVB

Infos unter https://www.region-netzwerk.de/


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