Bahnhof, Sternwarte, Queen - alles museumsreif
Zunächst die vielleicht wichtigste Nachricht: Alle Großveranstaltungen finden statt. »Sie sind alle durchfinanziert. Das war in den letzten Jahren immer ein drängendes Fragezeichen«, so Vorwig.
Gleichzeitig gehen die Sanierungsarbeiten an den Ausstellungspavillons endlich los. Holzzerstörende Pilze hatten den Gebäuden aus den 70er Jahren zugesetzt. Der Landschaftsverband Rheinland finanziert die Maßnahme vollständig. Bis Jahresende sollen die Pavillons wieder nutzbar sein. Perspektivisch ist dort eine neue Wechselausstellung geplant.
Das wohl spektakulärste Projekt des Jahres ist der Bahnhof Walporzheim. Bauhistorikerin Anne Karl betreut den Wiederaufbau des translozierten Gebäudes und freut sich auf das Richtfest am Samstag, 21. Juni, das zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt stattfindet – denn das Dach wird gerade bereits gedeckt. Die zwei Dachseiten erzählen dabei zwei Geschichten: Schiefer für die 1950er Jahre, Ziegel für den Zustand kurz vor dem Abbau 2023.
Im Herbst folgt die Einbettung ins Museumsgelände – inklusive eines angedeuteten Bahndamms, der an die Ahrflut erinnert, bei der sich Anwohner auf eben solche Dämme retteten. Beim rollenden Material ist Karl guter Dinge: Ein Verein hat einen seltenen Personenwagen mit erster bis dritter Klasse in einem einzigen Waggon angeboten. Noch laufen die Gespräche – aber es sieht gut aus.
Unter dem Projekttitel »Haus alt mach neu« überarbeitet das Museum nach und nach alle historischen Gebäude und bespielt sie neu. Hier geht das Museum neue Wege bei der Finanzierung. Es ist möglich, Infostelen zu sponsern. »Eine Stele kostet 1500 Euro bei einer Laufzeit von zehn Jahren«, so Vorwig.
Im herrschaftlichen Mannesmannhaus folgt ein besonderer Einzug: Das Museum konnte das komplette Inventar einer wohlhabenden Brauerfamilie aus Bad Münstereifel übernehmen – über 1000 Objekte. Glanzstück ist dabei unter anderem ein Badezimmer aus den 1920er Jahren. Das Obergeschoss des Mannesmannhauses kann dadurch öffentlich zugänglich gemacht werden, das Erdgeschoss wird weiter für Bildungsangebote genutzt. Für den Garten hat Ökologin Margarethe Becker bereits konkrete Pläne: Eine Mischung aus Barockgarten und Landschaftsgarten soll entstehen, klimaangepasst und passend zum Zeitschnitt der 1920er Jahre.
Sternwarte kommt nach Kommern
Eine Geschichte, die fast zu schön klingt, um wahr zu sein: Das Bergische Land bekommt eine Sternwarte – und die wartet gerade im LVR-Freilichtmuseum auf ihre Restaurierung. Es handelt sich um einen kleinen 15-eckigen Bau, den ein Schuldirektor nach dem Ersten Weltkrieg kurzerhand mit seinen Schülern in seinem eigenen Garten errichtete, nachdem er das Teleskop der Schule für den dortigen Standort nicht mehr passend befand. Das Teleskop selbst befindet sich derzeit bei einer Fachfirma in Jena zur Restaurierung – und die Zwischenberichte klingen vielversprechend. »Wir erhalten jedes Mal Updates mit Bildern, was man aus einem – ich darf es mal so sagen – alten Vorkriegsding machen kann. Das sieht extrem gut aus«, verrät Vorwig.Am Ende soll das Teleskop wieder funktionstüchtig sein.
Im Freilichtmuseum läuft auch wieder das Kükenprojekt mit alten, teils gefährdeten Rassen. Ökologin Margarethe Becker setzt auf den Rheinländer, den Bergischen Schlotterkamm und die Pommerente. Den Küken steht erstmals eine neu gebaute Vogelvoliere zur Verfügung – zusammengebaut aus Materialien, die im Museum ohnehin vorhanden waren.
Das Zeitblende-Wochenende am 15. und 16. August blickt auf 1976 zurück – mit einer Queen-Coverband am Samstag und einer Bon-Jovi-Tributeshow am Sonntag, so Daniel Manner, zuständig für die über 90 Veranstaltungen, die im Museum angeboten werden. Der Tag des Apfels am 11. Oktober bekommt ein Upgrade, mit neuen Partnern und dem Thema Streuobstwiese im Mittelpunkt – 2027 steht für diese Veranstaltung das zehnjährige Jubiläum an.
Soweit der Schnelldurchlauf durch das Jahr. Der Tipp: Immer wieder mal ins Museum gehen, denn es lebt von, für und mit den Besuchern. Momentan läuft übrigens noch der Jahrmarkt anno dazumal mit vielen Attraktionen – bis Sonntag, 12. April!
Mehr Infos unter www.kommern.lvr.de

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