

Miscanthus, auch als Chinaschilf oder Elefantengras bekannt, ist ein vielversprechender nachwachsender Rohstoff mit herausragenden ökologischen und ökonomischen Eigenschaften. Die Pflanze verbindet aktiven Starkregen- beziehungsweise Hochwasserschutz mit nachhaltiger Flächennutzung und neuen Einkommensperspektiven für die heimische Landwirtschaft. Die tiefwurzelnde Pflanze verbessert die Wasserspeicherfähigkeit der Böden, dies wirkt in Hanglagen wie eine natürliche Barriere gegen Bodenerosion bei Starkregen und verringert und verlangsamt den Wasserabfluss. Gleichzeitig trägt die Pflanze durch seine CO2-Bindung (bis zu 30 Tonnen pro Hektar und Jahr) aktiv zum Klimaschutz bei und fördert durch seine Struktur die Biodiversität auf den Anbauflächen. Darüber hinaus bietet die Pflanze vielfältige wirtschaftliche Verwertungsmöglichkeiten – von der Papier- und Verpackungsindustrie über den Gartenbau bis hin zur Energiegewinnung. Damit entsteht langfristig ein regionaler Wirtschaftskreislauf, der sowohl Klimazielen als auch der Wertschöpfung vor Ort dient.
Im vergangenen Jahr wurde durch die Universität Bonn im Kreis bereits Miscanthus angepflanzt. Jetzt erfolgten weitere Pflanzungen in Euskirchen-Palmersheim, Bad Münstereifel-Kalkar und Nettersheim.
Der Allgemeine Vertreter des Landrats und zuständige Dezernent, Achim Blindert freut sich, dass weitere Landwirte die Möglichkeit der Förderung angenommen haben: »Mit dem Projekt Land4Climate und der Unterstützung durch die EU-Förderung kann der Kreis Euskirchen wichtige naturbasierte Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel etablieren – etwa durch die Anpflanzung von Miscanthus zum Schutz vor Starkregen.«
Der Forstbetrieb der Stadt Bad Münstereifel konnte Landwirt Volker Scheidtweiler vermitteln, der eine Ackerfläche am Ortsausgang von Kalkar in Richtung Antweiler bewirtschaftet. Der Standort begrenzt eine Fläche über die bei Starkregen immer wieder Wassermassen in den Ort fließen. Dort ist kürzlich Miscanthus angepflanzt worden. Bürgermeister Sebastian Glatzel machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Er hofft, dass weitere Pflanzungen im Stadtgebiet folgen. »Wie man hier sieht, besteht der Schutz vor den Auswirkungen von Starkregen nicht nur aus großen Dammbauwerken. Auch kleine Maßnahmen können eine große Wirkung entfalten«, so Glatzel: »Es freut mich, dass es sich hier um eine naturnahe Maßnahme handelt, die sich perfekt in die Gegebenheiten integriert. Ich danke Volker Scheidtweiler, dass er bei der Bewirtschaftung der Fläche den Schutz der Mitbürgerinnen und Mitbürger mitdenkt.«
Unterstützt wird das Projekt von der Universität Bonn. Die Mitarbeitenden sind nicht nur bei der Pflanzung und Umsetzung im Einsatz, sondern sind auch beratend tätig.
Weitere naturbasierte Maßnahmen zur Klimawandelanpassung im Rahmen von »Land4Climate« sind beispielsweise die Entsiegelungspartnerschaften auf Privatflächen. Zudem plant der Kreis eine Baumpflanzaktion, bei der Bäume zum Selberpflanzen auf Privatflächen vergeben werden.



