Michael Nielen

Ein Traum, der Flügel bekam

Ahrhütte. Der Schmetterlingsgarten Eifalia in Ahrhütte feiert Jubiläum – und startet mit einem blauen Wunder in die Saison.
»Ein Traum, der Flügel bekam« – Ulla Große Meininghaus und die bunten Bewohner ihres Schmetterlingsgartens Eifalia in Ahrhütte.

»Ein Traum, der Flügel bekam« – Ulla Große Meininghaus und die bunten Bewohner ihres Schmetterlingsgartens Eifalia in Ahrhütte.

Bild: Fotomontage/Fotos: Michael Nielen/Eifalia

Zehn Jahre – und Ulla Große Meininghaus kann es selbst kaum glauben. »Gefühlt würde ich eher sagen fünf oder sechs«, lacht die Betreiberin des Schmetterlingsgartens Eifalia. Dabei ist in diesem Jahrzehnt eine ganze Menge passiert. Höhen und Tiefen, Flut und Pandemie – und am Ende steht ein Schmetterlingsgarten, der heute der flächenmäßig größte in NRW ist.

Die Leidenschaft für Schmetterlinge hat familiäre Wurzeln. Ulla Große Meininghaus wuchs mit Eltern auf, die in der Eifel alles beobachteten, was kreucht und fleucht. »Raupen wurden eingesammelt, geguckt, woran sie fressen – und dann haben wir staunend beobachtet, was für ein Schmetterling da rauskommt«, erzählt sie. Aus dieser Faszination erwuchs der Wunsch nach etwas Größerem.

Als Steinrestauratorin hatte sie sich nach Jahren intensiver Arbeit das nötige Startkapital angespart. Und dann entdeckte sie die leerstehende ehemaligen Gärtnerei in Ahrhütte, die seit sechs Jahren niemand genutzt hatte. »Das war eigentlich Vorherbestimmung«, sagt sie heute. Nicht alle teilten ihre Begeisterung. »Viele, denen wir das erzählt haben, hatten so etwas noch nie gehört. Die haben gedacht: Was haben die sich da jetzt überlegt?« Doch der Zuspruch kam schnell – und mit ihm wuchsen Angebot und Besucherzahlen.

Dass es nicht immer einfach war, verschweigt Ulla Große Meininghaus nicht. Die Flut im Sommer 2021 traf Eifalia hart: Das Wasser stand 1,40 Meter hoch. »Mit ganz viel Hilfe und dem Engagement der Leute haben wir nach drei Wochen wieder geöffnet«, erinnert sie sich.

Noch zehrender war Corona – wegen der Ungewissheit. »Bei der Flut konntest du sagen: aufräumen, neu anschaffen, dann geht‘s wieder vorwärts. Aber bei Corona hat diese Ungewissheit einen in ein kleines Tief reingetrieben.« Zum Glück nur kurz. Die Besucher kamen nach der Pandemie schnell zurück – und die Zahlen stiegen seitdem konstant.

Das Konzept hat sich dabei stetig weiterentwickelt, immer nah an den Wünschen der Besucher. »Man hatte am Anfang gedacht, man macht nur Schmetterlinge. Dann hat man aber gemerkt: Hier ist nicht so viel Gastronomie in der Ecke, da muss man auch noch ein bisschen was machen. Und für Kinder braucht man mehr Spielmöglichkeiten«, erzählt Große Meininghaus.

So entstand aus einem Schmetterlingshaus ein stimmiges Gesamtkonzept mit Gastronomie, Kinderland und einem wachsenden Programm. Durch die Erweiterungen können selbst Schulklassen problemlos empfangen werden. In diesem Jahr steht einmal keine große Neuerung auf dem Programm. »Wir haben bewusst Bestandspflege betrieben. Außerdem gibt es für Erweiterungen keine Platz mehr«, sagt sie.

Dafür gibt es zum Jubiläum ein besonderes Geschenk an die Besucher: Zum Saisonstart am Donnerstag, 27. März, flattern 100 blaue Morphofalter durch das Regenwaldhaus – ein blaues Osterwunder als Dankeschön für zehn treue Jahre. Und die Eintrittspreise bleiben stabil. »Wir setzen auf Kundenfreundlichkeit. Erhöhte Energiekosten müssen nicht unbedingt immer alleine vom Endverbraucher getragen werden«, so die Betreiberin. Neu ist außerdem, dass das Kinderland-Freigelände ab sofort im Eintrittspreis inbegriffen ist.

Was sie sich für die Zukunft wünscht? Ulla Große Meininghaus: »Ich habe mir eigentlich fast alle Träume erfüllt. Wenn es mir gelingt, das so zu erhalten, wie es jetzt ist – dann ist es wunderbar.« Schön wäre ja vielleicht noch ein schmuckes, braunes Hinweisschild mit dem Schriftzug »Eifalia«, oder ...

Geöffnet: 27. März - 30. September, 10-17 Uhr; 1. Oktober - 1. November, 11-17 Uhr.

www.eifalia-schmetterlingsgarten.de