Frederik Scholl

Funkloch an der Talsperre geschlossen

Euskirchen. Ein neuer, 60 Meter hoher Mobilfunkmast verbessert die Versorgung rund um die Steinbachtalsperre deutlich. Telefónica schließt damit einen der größten »weißen Flecken« im Kreis Euskirchen. Der Standort soll zugleich die Kommunikation in Krisen- und Katastrophenfällen verbessern.

NRW-Wirtschaftsministerin  Mona Neubaur (4.v.re) nahm gemeinsam mit  Jörg Borm, Bernd Bergmann (2.und 3.v.li., beide Telefónica), Achim Blindert (li., Allgemeiner Vertreter des Landrats), Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt (re.),  ATC-Geschäftsführer Knud Otto vor dem gentschen Felde (2.v.re) sowie Vertretern des THW den neuen Funkmast in Betrieb.

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (4.v.re) nahm gemeinsam mit Jörg Borm, Bernd Bergmann (2.und 3.v.li., beide Telefónica), Achim Blindert (li., Allgemeiner Vertreter des Landrats), Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt (re.), ATC-Geschäftsführer Knud Otto vor dem gentschen Felde (2.v.re) sowie Vertretern des THW den neuen Funkmast in Betrieb.

Bild: Scholl

Rund um die Steinbachtalsperre gibt es künftig deutlich besseren Mobilfunkempfang. Telefónica Deutschland hat südlich der Talsperre einen neuen, 60 Meter hohen Funkmast in Betrieb genommen. Der Standort versorgt rund 25 Quadratkilometer mit 5G, 4G/LTE und 2G/GSM und schließt damit eine langjährige Versorgungslücke.

Etwa 50 Haushalte mit rund 120 Einwohnern sollen unmittelbar von dem neuen Standort profitieren. Hinzu kommen zahlreiche Besucher des beliebten Freizeit- und Naherholungsgebietes rund um die Steinbachtalsperre. Nach Angaben von Telefónica werden dort bereits Datenraten von mehr als 120 Megabit pro Sekunde erreicht.

Für Telefónica ist die Inbetriebnahme zugleich ein besonderer Meilenstein: Seit Jahresbeginn hat das Unternehmen 100 neue Mobilfunkstandorte in Nordrhein-Westfalen errichtet und in Betrieb genommen.

Neben der besseren Versorgung für Einwohner und Besucher spielt der Standort auch für Notrufe, Krisenkommunikation und den Katastrophenschutz eine wichtige Rolle. Gerade die Erfahrungen aus der Flutkatastrophe 2021 hätten gezeigt, wie wichtig funktionierende Kommunikationswege seien.

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur machte bei der offiziellen Inbetriebnahme deutlich, dass die Steinbachtalsperre während der Flutkatastrophe ein Ort gewesen sei, »an dem eine gute Funkversorgung spürbar vorhanden hätte sein sollen«.

Der neue Standort sei deshalb nicht nur für Einwohner und Besucher wichtig, sondern auch für die Krisenvorsorge und die Arbeit der Blaulichtorganisationen. Der Ausbau sei deshalb mehr als eine Frage des Komforts. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur gehöre zur Daseinsvorsorge und müsse auch in ländlichen Regionen gewährleistet sein.

Auch der Kreis Euskirchen sieht in dem neuen Standort einen wichtigen Schritt. Achim Blindert, Allgemeiner Vertreter des Landrats, bezeichnete das Gebiet rund um die Steinbachtalsperre als einen der größten bisherigen »weißen Flecken« im Kreis.

Der neue Mast wird zunächst von Telefónica genutzt. Dabei soll es jedoch nicht bleiben. Nach Angaben von Knud Otto vor dem gentschen Felde , Geschäftsfürher der American Tower Corporation Germany haben auch Telekom und Vodafone Interesse an dem Standort angemeldet. Die American Tower Corporation (ATC) war als Bauherr für die passive Infrastruktur des Standorts verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Anmietung des Grundstücks, die Bauplanung, der Bau des 60 Meter hohen Stahlgittermastes sowie der Stromanschluss. Die nötigen Voraussetzungen dafür seien bereits geschaffen. Fundamente und technische Anschlüsse für weitere Anbieter seien vorhanden. Darüber hinaus biete der Mast auch Platz für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz BOS.

Damit könnte der Standort künftig sowohl von allen großen Mobilfunkanbietern als auch von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten genutzt werden.

Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt begrüßte diese Perspektive. Gerade für die Einsatzkräfte sei eine verlässliche Kommunikation von großer Bedeutung. Der neue Mast trage dazu bei, die Region für mögliche Krisen besser aufzustellen.

Technik innerhalb von 38 Tagen installiert

Nachdem Mast und Stromanschluss vorhanden waren, wurde die komplette Systemtechnik mit den Antennen innerhalb von nur 38 Tagen installiert. »Das ist eigentlich schon Weltrekord«, sagte Bernd Bergmann aus der zentralen Funknetzplanung von Telefónica. In seiner bisherigen Laufbahn habe er nicht erlebt, dass ein Standort dieser Art innerhalb einer so kurzen Zeit technisch ausgestattet worden sei.

Notwendig ist die Höhe des Mastes vor allem wegen der Topografie rund um die Steinbachtalsperre. Das Gebiet ist hügelig und teilweise bewaldet. Ein niedrigerer Mast hätte nach Angaben des Unternehmens nicht die gleiche Reichweite ermöglicht.Der Standort wird bereits genutzt. Telefónica registriert täglich Datenverkehr sowohl über das 5G-Netz als auch über LTE.

Für Jörg Borm von Telefónica erfüllt der neue Standort gleich mehrere Aufgaben. Er verbessere nicht nur die Versorgung der Bevölkerung und die digitale Teilhabe im ländlichen Raum, sondern spiele auch für das Naherholungsgebiet eine wichtige Rolle.