

Mit der Zülpicherin Hannah Bär kommt eine von Deutschlands besten Ausbildungsabsolventen aus dem Kreis Euskirchen und damit aus dem Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. Die Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik erzielte bundesweit die besten Prüfungsergebnisse in ihrem Beruf und wurde dafür kürzlich in Berlin von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) geehrt – eine ganz besondere Auszeichnung, mit der nur wenige Azubis gewürdigt wurden: Unter rund 250.000 Teilnehmenden an den IHK-Abschlussprüfungen 2025 setzten sich 211 junge Menschen in 201 Ausbildungsberufen durch.
Hannah Bär arbeitet in der Kreisverwaltung im Tiefbauamt im Bereich Planung. Dort geht es um alles, was sichere und zukunftsfähige Mobilität im Kreis ausmacht: von der Planung an Kreisstraßen über Berechnungen und Zeichnungen bis zur Abstimmung mit Bauleitung und Baufirmen vor Ort. Die Mischung aus Theorie und Praxis sei genau das, was sie an ihrem Beruf besonders schätze, so Bär.
Ihre Ausbildung konnte sie wegen guter Leistungen auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Thema ihrer Abschlussarbeit war der Umbau einer Einmündung zu einem Kreisverkehr, und zwar an der K 82 bei Zülpich. Auch diese komplexe Aufgabe löste die 23-Jährige souverän und erreichte insgesamt 93 von 100 Punkten.
»Hannah Bär hat mit ihrer Leistung Maßstäbe gesetzt – und wir sind als Kreisverwaltung sehr stolz darauf«, freut sich Landrat Markus Ramers. »Sie ist ein starkes Vorbild – für eine Ausbildung mit Perspektive und für die Bedeutung von qualifizierten Fachkräften, die unsere Verkehrsinfrastruktur jeden Tag sicher und zukunftsfähig machen. Mein Dank gilt ebenso ihrem Ausbilder Reiner Meyer sowie allen Kolleginnen und Kollegen, die junge Menschen auf diesem Weg begleiten.«
»Spitzenleistungen entstehen nicht zufällig«, betont Gisela Kohl-Vogel, Präsidentin der IHK Aachen. »Ausbildung ist das Herzstück unserer Fachkräftesicherung. Die Qualität der dualen Ausbildung zeigt sich gerade in den Leistungen der Besten. Sie sind der beste Beweis dafür, dass die enge Verzahnung von betrieblicher Praxis und schulischer Theorie junge Menschen optimal auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet.«
Dass sich die Herausforderungen seit der ersten Auszeichnung der Bundesbesten, die jetzt bereits zum 20. Mal stattfand, deutlich verändert haben, weiß auch DIHK-Präsident Peter Adrian. Während damals Ausbildungsplätze knapp gewesen seien, fehle es heute an ausreichend Bewerbern. Adrian unterstrich die wichtige Rolle einer praxisorientierten Berufsorientierung und betrieblicher Praktika, um dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken.
Hannah Bär gibt das Lob, das gerade von allen Seiten auf sie hereinprasselt, gleich an ihre Kollegen weiter: »Das ist für unser ganzes Team ein großer Erfolg«, sagt sie. »Ich habe während der Ausbildung viel Unterstützung erfahren.« Der nächste berufliche Schritt ist für sie die Weiterbildung zur Technikerin.
Privat engagiert sie sich unter anderem bei den Hovener Jungkarnevalisten, wo sie schon seit acht Jahren in der Damengarde tanzt.
Ansporn zur Weiterbildung
Für Hannah selbst ist die Auszeichnung vor allem Ansporn: Mit dem geplanten Technikerabschluss will sie ihr Wissen weiter vertiefen – und auch künftig daran mitarbeiten, Mobilität im Kreis Euskirchen sicher und zukunftsfähig zu gestalten.




