

»Hier ist eine ganz besondere Atmosphäre – ein besonderer Ort der Ruhe, der Natur, an dem man sich irgendwie gleich zu Hause fühlt«, sagte Euskirchens Bürgermeister Sascha Reichelt bei der offiziellen Eröffnung des FriedWald Euskirchen. »Ich bin sehr froh, dass wir dieses Angebot gemeinsam hier machen können.«
Reichelt, der eigenen Angaben nach selbst nicht abgeneigt wäre, dort eines Tages seine letzte Ruhe zu finden, lobte das Konzept als zeitgemäße Antwort auf eine sich verändernde Bestattungskultur: »Es ist einfach nicht mehr klassisch wie früher. Viele andere Modelle werden mittlerweile gewählt – und der FriedWald ist noch einmal etwas anderes.«
Exakt drei Jahre nach der Vertragsunterzeichnung am 20. März 2023 feierten die Projektpartner – die Stadt Euskirchen, die FriedWald GmbH und der Landesbetrieb Wald und Holz NRW – die offizielle Eröffnung. Den Betrieb aufgenommen hat der Bestattungswald bereits am 15. Dezember 2025, seitdem haben erste Beisetzungen stattgefunden.
»Still, würdevoll und der besonderen Atmosphäre dieses Ortes entsprechend«, wie Matthias Laufer, Geschäftsführer der FriedWald GmbH, betonte. Es ist der 97. FriedWald-Standort bundesweit und der 14. in Nordrhein-Westfalen. »Viele Menschen setzen sich schon zu Lebzeiten mit ihrer letzten Ruhestätte auseinander«, so Laufer. »Im FriedWald Euskirchen finden sie einen geschützten Ort in der Natur, der Sicherheit gibt und zugleich Trost spendet.«
Der Wald selbst ist beeindruckend: Auf rund 82 Hektar wächst ein artenreicher Mischwald aus Eichen, Buchen, Hainbuchen, Ahorn, Eiben, Tannen, Kiefern, Douglasien, Stechpalmen und Eschen. Wer hier einen Baum als letzte Ruhestätte wählt, wird Teil dieses lebendigen Ökosystems. Ein zentraler Andachtsplatz mit Rednerpult, Kreuz, Urnenstele und Sitzbänken bietet Raum für Trauerfeiern unter freiem Himmel.
Christoph Böltz, Forstamtsleiter beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW, freute sich sichtlich über die Eröffnung: »Viele Menschen schätzen den Wald als Stätte der Ruhe und Erholung. Mit dem FriedWald können wir ihnen zusätzlich eine besondere Form der Waldnutzung ermöglichen.« Dass der Weg dorthin nicht ganz einfach war, verschwieg er nicht: »Die Genehmigung eines Friedwalds ist kein Selbstläufer. Die Anforderungen aus forstlicher, ökologischer und rechtlicher Sicht sind hoch.«
Für einzelne Bestandteile der Ausstattung war sogar ein Bauantrag erforderlich. Hinzu kommt die Herausforderung des Klimawandels. »Wir erleben seit Jahren zunehmende Schäden durch Trockenheit, Stürme und Schädlinge«, sagte Böltz. »Auch in einem Friedwald müssen wir mit diesen Entwicklungen sensibel, verantwortungsvoll und vorausschauend umgehen.«
Für den Naturpark und die Region ist der FriedWald auch ein Ort der Begegnung und Umweltbildung. »Viele Menschen, die sonst selten bewusst einen Wald betreten, erleben hier die Natur aus einer ganz neuen Perspektive«, sagte Laufer. »Ein FriedWald kann so auch ein Ort des Dialogs sein.«
Wer den neuen Bestattungswald kennenlernen möchte, kann an einer kostenlosen Waldführung teilnehmen oder einen Termin zur individuellen Baumauswahl vereinbaren. Infos und Buchungen sind unter www.friedwald.de/euskirchen oder telefonisch unter Tel.: 06155/848100 möglich.




