Ellen Trude
von unseren Lesern

Omas gegen Rechts Euskirchen suchen das Gespräch mit Innenminister Herbert Reul Euskirchen.

Bei der Veranstaltung „Coffee with a Cop“ im Veybach-Center lud die Kreispolizeibehörde Euskirchen Bürgerinnen und Bürger dazu ein, bei einer Tasse Kaffee mit Polizistinnen und Polizisten ins Gespräch zu kommen. Auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul nahm sich mehrere Stunden Zeit für den direkten Austausch. Mit dabei waren auch die Omas gegen Rechts Kreis Euskirchen, die die Gelegenheit nutzten, ihre Fragen und Anliegen persönlich an den Innenminister heranzutragen. Zunächst fällt ihr Fazit zur Veranstaltung insgesamt positiv aus. Die Polizei war mit mehreren Fachbereichen vertreten und präsentierte sich nach Einschätzung der Gruppe offen, freundlich und ansprechbar. Die Omas bedankten sich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung, die sie bei ihren eigenen Veranstaltungen immer wieder durch die Polizei erfahren. Auch der Austausch mit Herbert Reul verlief in einer offenen Atmosphäre. Nach Angaben der Omas nahm sich der Innenminister für alle Gesprächspartner Zeit, hörte aufmerksam zu und wirkte trotz des großen Besucherandrangs nahbar und interessiert. Ein weiteres Anliegen, das angesprochen wurde, betraf die Situation queerer Menschen im Umgang mit der Polizei. Reul erklärte, ihm sei die Problematik bekannt, und man arbeite daran, das Vertrauen weiter zu stärken. Im Mittelpunkt des Gesprächs der Omas gegen Rechts stand jedoch ihre Frage zum Umgang der CDU mit einem möglichen AfD-Verbotsverfahren. Die Omas verwiesen auf das umfangreiche Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF), das zu dem Schluss kommt, dass die Voraussetzungen für die Prüfung eines Parteiverbots erfüllt sein könnten. Sie wollten wissen, weshalb sich die CDU gegen die Einleitung eines entsprechenden Prüfverfahrens stellt. Die Antwort des Innenministers überzeugte die Gruppe allerdings nicht. Nach ihrem Eindruck blieb Herbert Reul bei der bekannten Haltung seiner Partei und ging auf die grundsätzliche Kritik nicht näher ein. Dennoch nutzten die Omas die Gelegenheit, ihm ihre Botschaft mit auf den Weg zu geben: Der gesellschaftliche Kampf gegen Rechtsextremismus dürfe sich nicht darauf beschränken, einzelne Wählerinnen und Wähler umzustimmen. Aus ihrer Sicht brauche es eine Politik, die gesellschaftlichen Zusammenhalt stärke, statt soziale Gruppen gegeneinander auszuspielen. Wer nach unten trete, so ihre Überzeugung, stärke letztlich diejenigen Kräfte, die die Demokratie schwächen wollen. So blieb am Ende ein differenzierter Eindruck: Eine gelungene Veranstaltung, die zeigte, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Politik, Polizei und Bürgerschaft ist – auch dann, wenn unterschiedliche Auffassungen bestehen bleiben. Die Omas gegen Rechts werden diesen Dialog weiterhin suchen, ihre Haltung dabei aber ebenso klar vertreten. Denn Demokratie lebt vom Gespräch – und vom engagierten Einsatz für ihre Werte.