Michael Nielen

Timo Ronig hat den Bogen raus

Losheim. Präzision, Geschick und starke Nerven waren gefragt: Timo Ronig aus Herhahn setzte sich beim NRW-Landeswettbewerb der Straßenbauer gegen die Konkurrenz durch und holte den Landessieg in die Eifel. Jetzt wartet auf den 19-Jährigen das Bundesfinale.
Sie haben etwas zu feiern: Sascha Erhardt, Geschäftsführer der Bauunternehmung Balter, Ausbildungsleiter Donald Jäger, Landessieger Timo Ronig und Markus Quadt, zuständig für das Personalwesen.

Sie haben etwas zu feiern: Sascha Erhardt, Geschäftsführer der Bauunternehmung Balter, Ausbildungsleiter Donald Jäger, Landessieger Timo Ronig und Markus Quadt, zuständig für das Personalwesen.

Bild: Michael Nielen

Als Kammerbester war Timo Ronig nach Simmerath gereist und setzte sich dort gegen die Konkurrenz durch. Nach zwei Tagen stand fest: Der 19-Jährige von der Geschwister Balter Bauunternehmung GmbH in Losheim ist Landesmeister. Damit hat sich Timo Ronig für das Bundesfinale der Deutschen Meisterschaft im Handwerk qualifiziert, das von Samstag, 7. November, bis Montag, 9. November, in Sigmaringen stattfindet.

Ein toller Erfolg für den ehemaligen Schüler der Städtischen Realschule Schleiden, der vor drei Jahren erstmals bei Balter Baustellenluft schnupperte. »Ich habe hier ein Praktikum gemacht. Das hat mir gut gefallen und dann habe ich hier angefangen«, erinnert sich Timo Ronig. Die Entscheidung für den Straßenbau hat er nicht bereut. Gerade die Abwechslung gefällt ihm: Tiefbau, Wasserbau und Pflasterarbeiten gehören zu seinem Arbeitsalltag.

»Was besonders Spaß macht, ist die Vielfältigkeit. Du hast die Abwechslung und machst viele verschiedene Sachen«, erzählt der 19-Jährige. »Ich könnte nicht drinnen sitzen, ich muss draußen sein.« Beim Landeswettbewerb galt es, auf einer Fläche von rund fünf mal zwei Metern Betonteile, Platten und Naturstein nach genauen Vorgaben zu verlegen. »Die größte Herausforderung war das Abstecken der Rinne sowie des Bogens mit dem Unterbogen«, so der Landesmeister.

»Das Abstecken und Berechnen ist ein reiner Denkprozess«, weiß Donald Jäger, Bau- und Ausbildungsleiter bei Balter. »Wenn man sich zu tief in den Boden gräbt oder zu hoch anfängt, muss man schubkarrenweise Material bewegen – das kostet enorm viel Zeit und Kraft.«

Dass Timo Ronig mit solchen Aufgaben, die auch Denkarbeit und räumliches Vorstellungsvermögen verlangen, zurechtkommt, überrascht seinen Ausbildungsleiter nicht. »Er hat unwahrscheinlich handwerkliches Geschick von Hause aus mitbekommen«, so Jäger.

Beim Bundeswettbewerb in Sigmaringen steigen die Anforderungen und damit auch die Konkurrenz. Vor allen Dingen aus Süddeutschland erwartet Donald Jäger starke Mitbewerber, weil dort die Arbeit mit Naturstein traditionell einen hohen Stellenwert besitzt. Bange ist ihm deshalb nicht: »Die Anforderungen sind definitiv höher. Aber Timo kann sich der Aufgabe definitiv stellen.«

Im Unternehmen Balter ist die Freude über den Erfolg groß, denn die Ausbildung des eigenen Nachwuchses spielt eine wichtige Rolle. »Auszubildende zu finden wird immer schwieriger«, sagt Personalleiter Markus Quadt.

Deshalb sei das Unternehmen auf unterschiedlichen Plattformen und Ausbildungsmessen vertreten und stehe im direkten Austausch mit den Schulen der Region. »Mit dem Abschluss der Ausbildung ist die berufliche Entwicklung bei uns keineswegs beendet. Vom Vorarbeiter bis zum Handwerksmeister gibt es viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.«

»Wir haben viele Mitarbeiter im Betrieb, die hier gelernt haben, hier geblieben sind und heute das Unternehmen ausmachen«, so Geschäftsführer Sascha Ehrhardt. »Das sind hervorragend ausgebildete Leute, die unsere Philosophie leben und die Qualität unserer Arbeit auf den Baustellen sichern.«

Timo Ronig könnte einer von ihnen werden. Wechselgedanken hegt der 19-Jährige jedenfalls nicht. »Wenn es passt mit den Leuten, warum soll man wechseln? Momentan bin ich sehr zufrieden.« Einen Gedanken für die Zukunft hat er: »Vielleicht irgendwann den Meister machen – das wäre schon noch schön.«