Michael Nielen

Wenn das Kloster zur Bühne wird

Steinfeld. Die 2. Steinfelder Kulturtage bringen Tradition und Innovation zusammen – mit einem Dreiklang aus Steinfeld Calling, dem Impulsfestival Transient und dem 78. Eifeler Musikfest.

Uwe Reetz (v.li.), Emmanuel Kunz, Markus Ramers, Martin Reinike und Erik Arndt stellten die Steinfelder Kulturtage vor.

Uwe Reetz (v.li.), Emmanuel Kunz, Markus Ramers, Martin Reinike und Erik Arndt stellten die Steinfelder Kulturtage vor.

Bild: Michael Nielen

Die Idee trägt, die erste Auflage der Steinfelder Kulturtage hat beeindruckt: 2500 Besucher kamen, sieben Veranstaltungen fanden statt, Künstler aus der Region, aus Belgien und aus Aachen traten auf. »Wir haben eine Plattform bilden können, die Tradition und Innovation zusammenbringt«, sagt Martin Reinicke, der für Programm und Konzeption bei der Stiftung Kloster Steinfeld verantwortlich zeichnet.

Nun folgt die zweite Ausgabe – und sie hat es in sich.

Im Mai verdichtet sich das Programm zu dem, was Reinicke einen »Kernakkord« nennt: Drei Veranstaltungen, die binnen weniger Wochen aufeinanderfolgen und gemeinsam ein kulturelles Programm ergeben, das die Region so bisher nicht kannte. Den Auftakt macht das Steinfeld Calling mit dem Hermann-Josef-Fest am 16. und 17. Mai. Das Impulsfestival Transient folgt vom 22. bis 23. Mai. Den Abschluss bildet das 78. Eifeler Musikfest vom 29. bis 31. Mai.

Steinfeld Calling richtet sich am stärksten ans große Publikum – und ist das bunteste der drei Formate. Das traditionsreiche Hermann-Josef-Fest bildet den spirituellen Kern: Am Samstag feiert Erzbischof Stefan Heße um 17.30 Uhr die feierliche Vorabendmesse, am Sonntag folgt um 10 Uhr das festliche Hochamt mit der Waisenhaus-Messe von Mozart unter der Leitung von Intendant Erik Arndt. Wer mag, kann am Sonntag bereits um 9.30 Uhr in Kall-Krekel aufbrechen und an einer sieben Kilometer langen Pilgerwanderung nach Steinfeld teilnehmen.

Drum herum entfaltet sich ein Festival für alle: Am Samstagabend eröffnet die Band »Rostfrei« die Bühne im Klosterhof, bevor gegen 22 Uhr die Illumination der Klosterfassade den Abend krönt – auch mit Bildern von 16 Schülern des Hermann-Josef-Kollegs. Am Sonntag sorgen der Musikverein Hümmel und die Band Saitensprung für Unterhaltung, während im Klosterhof der Markt »Kostbares und Köstliches« zum Schlendern einlädt. Eine Neuheit wartet mit der »Kuhlen Eifel«: Musiker Uwe Reetz präsentiert erstmals eine eigene Eifelmarke. »Ich bin Eifler durch und durch und möchte die Werte, die hier geschaffen werden, auch sichtbar machen«, sagt er.

Zwischen den beiden Festivals findet mit Transient ein Projekt Platz, das einen ganz anderen Anspruch hat. Das Impulsfestival »Music for Places«, geleitet von Prof. Jeremias Schwarzer aus Euskirchen, ist auf vier Jahre angelegt und wird von der Kulturstiftung des Bundes mit 240.000 Euro gefördert. Landrat Markus Ramers hat die Schirmherrschaft übernommen. »Transient wirkt nicht nur in Steinfeld, sondern auch in anderen Orten des Kreises – und es fördert Nachwuchstalente mit internationalem Anspruch«, sagt Ramers.

Das Programm beginnt mit dem Eröffnungskonzert »Kinderszenen aus Istanbul« in der Aula des Hermann-Josef-Kollegs und endet mit dem Nachtkonzert »Von Himmel und Erde« in der alten Klosterbibliothek.

Ein Festival mit langer Geschichte

Das älteste der drei Formate ist das Eifeler Musikfest – seit 1946 eine feste Größe, inzwischen in seiner 78. Auflage. Den Auftakt macht am Freitag, 29. Mai, um 19 Uhr ein Kammerkonzert mit Bassbariton Thomas Bonni in der ehemaligen Klosterbibliothek. Das Festkonzert am Samstag, 30. Mai, um 19 Uhr in der Basilika gestaltet Holger Weimbs mit dem Neusser Kammerorchester und dem Kirchenchor St. Peter Zülpich. Den spirituellen Höhepunkt setzt am Sonntag, 31. Mai, um 10 Uhr das Hochamt mit der Waisenhaus-Messe von Mozart, bevor um 16 Uhr Konzertorganist Gereon Krahforst an der König-Orgel der Basilika den Abschluss bildet.

»Fast alles aus der Region, für die Region – das ist ein sehr starkes Konzept«, bringt Reinicke es auf den Punkt. Bürgermeister Emmanuel Kunz von der Gemeinde Kall pflichtet bei: »Das Kloster Steinfeld ist zu einem kulturellen Zentrum für die gesamte Eifel geworden. Ich bin sehr froh, dass dieser traditionsreiche Ort mit so viel Leben gefüllt wird.« Und Landrat Ramers ergänzt: »Steinfeld hat sich zu einem kulturellen Hub entwickelt, weil sich hier ganz viele Dinge bündeln und weil es tolle Netzwerke von Künstlern gibt, die diesen Ort lieben.«

Weitere Infos gibt es unter www.kloster-steinfeld.de