Der Stollen aus dem Stollen: Ministerpräsident Schnieder steigt zum Anschnitt des Vulkanstollens 32 Meter in die Tiefe
Mendig. Wo im 19. Jahrhundert 28 Brauereien ihr Bier kühlten, reift heute ein Christstollen. Ministerpräsident Gordon Schnieder hat am Donnerstag im historischen Lavakeller in Mendig den neuen „Vulkanstollen“ der Bäckerei „Die Lohners“ enthüllt und angeschnitten. Staatssekretär Torsten Welling, Landrat Marko Boos, SGD-Nord-Präsident Joachim Rodenkirch, die Bürgermeister der Region und rund 50 weitere Gäste folgten ihm die 150 Stufen hinab in das weltweit größte unterirdische Basaltlava-Bergwerk. Die Gewölbe entstanden, als hier über Jahrhunderte Mühlsteine aus dem Fels gebrochen wurden. Das ganze Jahr über bleibt es dort kühl. Genau richtig für einen Stollen, der Zeit zum Reifen braucht.
„Hier, 32 Meter unter der Erde, entsteht ein ganz besonderes Backwerk. Es zeigt auf wunderbare Weise, wie sich Geschichte, Tradition und neue Ideen miteinander verbinden lassen. Der Vulkanstollen wird mit regionalen Zutaten gebacken und reift unter den besonderen Bedingungen des Lavakellers – ein echtes Stück Vulkaneifel, das man künftig auch schmecken kann. Als Botschafter unserer Heimat macht er zugleich auf die vielfältigen touristischen Schätze dieser Region aufmerksam. Die Bäckerei ,Die Lohners‘, die hinter diesem Produkt steht, ist beispielhaft für die Leistungsfähigkeit unseres Mittelstandes. Bäckereien wie sie sichern über Generationen hinweg die wohnortnahe Versorgung, schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze und stärken die Lebendigkeit unserer Regionen. Deshalb ist es der Landesregierung ein wichtiges Anliegen, das Handwerk zu unterstützen, denn es braucht gute Bedingungen, um seine Arbeit machen zu können“, so Ministerpräsident Gordon Schnieder.
Mit am Backtisch stand auch Geschäftsführer Bernd Kütscher. Ende der 1990er Jahre gewann er mehrere Jahre in Folge den bundesweiten Wettbewerb um den „Stollen-Oskar“. Als seine Backstube in Obermendig die Nachfrage nicht mehr schaffte, öffnete ihm Achim Lohner die große Backstube in Polch. Gemeinsam lieferten sie Stollen in die ganze Welt, sogar an die Polarforscher der Neumayer-Station in der Antarktis. „In Mendig hat für mich alles angefangen. Dass der Vulkanstollen genau hier unter der Erde reift, ist für mich etwas Besonderes“, sagt er.
Auch für Achim Lohner schließt sich ein Kreis: „Als Bernd Kütscher damals mit seinen Christstollen zu uns kam, haben meine Frau Ellen und ich nicht lange überlegt. Dass er unser Unternehmen heute führt und mit dem Vulkanstollen an diese Geschichte anknüpft, macht uns stolz. Unsere Bäckerei ist seit 1912 in dieser Region zu Hause. Ein Stollen, der in der Vulkaneifel reift, passt zu uns.“
„Gereift. Veredelt. Von Hand gemacht.“ So beschreiben die Lohners ihren Vulkanstollen. Umhüllt ist er von einer dicken Schokoladenkruste mit Nüssen. Den 300 Gramm schweren Stollen gibt es nun in allen Fachgeschäften der Lohners. Außerdem ist er auf großen Weihnachtsmärkten zu finden, etwa auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt oder dem Münchner Christkindlmarkt. Unternehmen aus der Region haben ihn als Weihnachtsgeschenk vorbestellt.
Auf den Weg gebracht haben die Lohners den Vulkanstollen gemeinsam mit Partnern aus der Region: der Vulkanpark GmbH, der Stadt und der Verbandsgemeinde Mendig, dem Lava-Dome und der Vulkanbrauerei.