

Trotz herbstlichen Wetters kamen wieder mehrere Hundert Besucher, um die Tiere zu bestaunen, sich auszutauschen und ein Stück landwirtschaftliche Tradition zu erleben. Und mittendrin stand eine Kuh, die an diesem Tag besonders im Mittelpunkt stand: Moldau. Die vierjährige Holstein-Kuh vom Eichenhof in Musweiler wurde zur „Miss Hochwald“ gekürt. Sie ist vier Jahre alt, hat drei Kälber und gibt rund 50 Liter Milch am Tag.
Für Besitzer Matthias Zens ist der Sieg zwar nicht der erste Erfolg seiner Kühe, aber trotzdem etwas Besonderes. „Wir freuen uns über den Sieg. Das war jetzt schon zum wiederholten Mal“, sagt er. Besonders stolz ist er auf die Abstammung der schwarzbunten Holstein-Kuh. Schon Moldaus Urgroßmutter und weitere Vorfahren aus der gleichen Linie waren erfolgreiche Schaukühe und wurden auch bei größeren Schauen ausgezeichnet.
Die Zuchtlinie hat für Zens eine besondere Bedeutung. „Das ist eigentlich die Linie, die unsere Zucht am meisten vorangebracht hat“, erzählt er. Die Stammkuh hieß Madonna, ihre Tochter Maya – beide ebenfalls erfolgreiche Tiere.
Auch Moldaus Name folgt der Familientradition. Bei den Kühen richtet sich die Namensgebung nach dem Anfangsbuchstaben der Mutter. So lässt sich anhand des Namens auch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Linie erkennen.
Und Moldau selbst? Die steht mitten im Trubel der Tierschau erstaunlich gelassen. „Ich glaube, das ist für Kühe das Größte“, sagt Zens. Die Kuh sei solche Auftritte gewohnt und habe die vergangenen Tage gut verkraftet.
An Leistung mangelt es der vierjährigen Kuh ebenfalls nicht. Rund 50 Liter Milch gibt Moldau täglich. Für die Vorführung bei der Tierschau muss das Euter entsprechend gefüllt sein – nach ihrem großen Auftritt geht es deshalb direkt zum Melken.
Dass die Jury gerade ihr Euter überzeugte, glaubt auch Zens. Die Konkurrenz sei stark gewesen, sagt er. Entscheidend für die Beurteilung sind unter anderem die Höhe und Festigkeit des Euters, seine Aufhängung und der Übergang zur Bauchdecke. Auch die Beschaffenheit des Eutergewebes und die sichtbare Beaderung spielen eine Rolle.
Mit jeder weiteren Kalbung wird ein Euter stärker belastet und kann sich mit der Zeit absenken. Bei Moldau stimmen die entscheidenden Merkmale offenbar: Sie trägt nun ein Jahr lang den Titel „Miss Hochwald“.
Zum 64. Mal ist Kell am See damit zum Treffpunkt für Tierzüchter, Landwirte und Tierfreunde geworden. Neben Kühen und Pferden werden auch Ziegen, Kaninchen und Geflügel präsentiert.
Für Bürgermeister Jürgen Dixius ist die Veranstaltung längst mehr als eine reine Zuchtschau. Die Berufskollegen kämen zusammen, tauschten sich aus und träfen sich. Inzwischen sei die Tierschau auch zu einem gesellschaftlichen Ereignis geworden. Das zeigte sich trotz des herbstlichen Wetters: Der Platz war gut gefüllt.
Auch Landrat Stefan Metzdorf hebt die Bedeutung der Veranstaltung für die Region hervor. Die Tierschau zeige die „Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft insgesamt“. Gerade die Landwirtschaft präge die Region – bei Landschaft, Heimat und Regionalität.
Nicht nur bei den Kühen gab es Grund zum Feiern. Bei den Warmblütern überzeugte die Stute Viva de la Vie von Nicole Bustert aus Zerf die Jury. Preisrichter Johannes Sefrin lobte unter anderem ihre elastischen und effektvollen Bewegungen und bezeichnete sie als „ein Bild von einem Pferd“.
Bei den Kleinpferden wurde die erst zweijährige Araber-Partbred-Stute Amria von Edgar Mai aus Schillingen ausgezeichnet. Trotz ihres jungen Alters überzeugte sie die Jury mit ihrer „Abgeklärtheit“. Auch die weiteren Sieger der einzelnen Pferderassen wurden mit Schärpen ausgezeichnet.
Für tierische Vielfalt sorgten außerdem Burenziegen von André Werner aus Lampaden, Edelziegen von Luca Hausen aus Schömerich sowie Rassekaninchen und Geflügel. Besonders auffällig: ein Zwerg-Paduaner mit weißem Bart und einer imposanten Haube, die bei jeder Bewegung über den Kopf wippte.
Zum Schluss sorgten dann auch die Musiker für einen kleinen Spaß. Das Gemeinschaftsorchester Hochwald Harmonie begleitete die Tierschau musikalisch. Die Musikerinnen und Musiker kürten ihre Dirigentin Kristina Malburg kurzerhand zur „Miss Taktstock 2026“ – und statteten auch sie mit einer Schärpe aus.




