Nico Lautwein

Jüdische Kultur trifft Musik: Konzert in der Gedenkstätte Hinzert

Hinzert. Bei einer Sonntagsmatinee am 6. September präsentieren Shai Terry und Russell Poyner jiddische und sephardische Lieder sowie Werke jüdischer Komponisten in der Gedenkstätte KZ Hinzert.

Konzert mit Shai Terry (links) und Russell Poyner in Hinzert

Konzert mit Shai Terry (links) und Russell Poyner in Hinzert

Bild: Kai Müller

Eine besondere Verbindung von Musik, kulturellem Erbe und Erinnerung erwartet die Besucher am Sonntag, 6. September, in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert. Im Rahmen des Mosel Musikfestivals präsentieren die israelische Mezzosopranistin Shai Terry und der englische Gitarrist Russell Poyner ein Konzert mit jiddischen und sephardischen Liedern sowie Werken jüdischer Komponisten in hebräischer Sprache.

Die Sonntagsmatinee nimmt das Publikum mit auf eine musikalische Reise von Andalusien über Buenos Aires bis nach Jerusalem. Dabei verbinden sich Musik, Poesie und kulturelles Erbe zu einem Programm, das die Vielfalt jüdischer Kultur in den Mittelpunkt stellt.

Shai Terry und Russell Poyner

Shai Terry wurde 1991 im Norden Israels geboren und entdeckte bereits im Alter von 13 Jahren ihre Begeisterung für den Gesang. Während ihres Militärdienstes wurde sie als eine von drei Sängerinnen in das IDF-Orchester aufgenommen. 2017 lernte sie bei einem Meisterkurs in Jerusalem die Gesangspädagogin Claudia Eder kennen und erhielt eine Einladung in deren Klasse an der Hochschule für Musik in Mainz. Ein Jahr später bekam sie ein Stipendium der Anni Eisler-Lehmann Stiftung für jüdisch-israelische Frauen.

Terry entschied sich daraufhin, nach Deutschland zu ziehen. Sie trat unter anderem im Landtag von Rheinland-Pfalz, bei Galas und regelmäßig in Jüdischen Gemeinden auf. Neben dem Opernrepertoire widmet sie sich insbesondere israelisch-hebräischen Liedern.

An ihrer Seite steht der Gitarrist Russell Poyner, der Preisträger verschiedener internationaler Wettbewerbe ist und weltweit konzertiert. Sein besonderes Interesse gilt der Kammermusik. Als Solist trat er unter anderem mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie und dem BBC Concert Orchestra auf. Auch beim Mosel Musikfestival war er bereits zu Gast.

Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Federico García Lorca, Astor Piazzolla, Moshe Wilensky und Naomi Shemer. Das Konzert wurde gemeinsam mit der Gedenkstätte und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz zum „Europäischen Tag der Jüdischen Kultur“ konzipiert.

Eintritt nach dem Prinzip „pay what you want“

Für die Veranstaltung gilt das Prinzip „pay what you want“: Das Publikum bestimmt selbst den Preis für die Eintrittskarte. Der Erlös unterstützt die Arbeit des Mosel Musikfestivals und des Fördervereins Gedenkstätte KZ Hinzert.

Tickets gibt es über das Festivalbüro unter 06531-5000-95 oder per E-Mail an karten@moselmusikfestival.de, online über die Festival-Website sowie in den Vorverkaufsstellen von Ticket Regional. Der Eintritt kann auch telefonisch über Ticket Regional unter 0651-9790777 gebucht werden.