Andrea Fischer

Erinnerung an 50 Jahre Freundschaft

Hermeskeil. Das restauriertes Geschenk aus Saint-Fargeau steht wieder an seinem Platz

Stolz präsentieren Vertreter von Stadt und Vereinen sowie Steinmetz-Geselle Ben Malburg die neu restauriere Sonnenuhr.

Stolz präsentieren Vertreter von Stadt und Vereinen sowie Steinmetz-Geselle Ben Malburg die neu restauriere Sonnenuhr.

Bild: Andrea Fischer

Sie zeigt wieder die Zeit – und erinnert zugleich an eine ganz besondere Verbindung: Die restaurierte Sonnenuhr am Stölpe-Pater-Brunnen in der Saarstraße  ist offiziell wieder aufgestellt worden. Das steinerne Kunstwerk war vor Jahren ein Geschenk der französischen Partnerstadt Saint-Fargeau und ist damit nicht nur ein Stück Stadtgeschichte, sondern auch ein sichtbares Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft.

„Die Sonnenuhr verkam“, berichtete Stadtbürgermeister Christoph König bei der kleinen Einweihung. Auf die schlechte Verfassung des Steins war er von einem Bürger aufmerksam gemacht worden. Schnell war die Idee geboren, das historische Geschenk restaurieren zu lassen. Im Februar dieses Jahres trafen sich Vertreter der Stadt, des Bauamtes, des Heimatvereins und ein Steinmetz vor Ort, um sich ein Bild vom Zustand der Sonnenuhr zu machen.

Stadt suchte nach Unterstützern

Die Restaurierung schlug mit rund 3500 bis 3600 Euro zu Buche. Da entsprechende Mittel nicht im städtischen Haushalt vorgesehen waren, machte sich König auf die Suche nach Unterstützern. Der Arbeitskreis Sonnenuhr übernahm zunächst die Hälfte der Kosten. Weitere 1000 Euro steuerte die Karl-Katharina-Heil-Stiftung bei. Weitere Förderer halfen dabei, die Finanzierung komplett zu sichern.

„Somit konnte man den Auftrag erteilen, die Sonnenuhr wieder instand setzen zu lassen“, sagte König. Die Stadt habe die Kosten zunächst vorfinanziert. Voraussetzung für die Auszahlung der Fördermittel sei unter anderem eine Tafel gewesen, auf der die Unterstützer genannt werden. Mit der offiziellen Aufstellung und der entsprechenden Dokumentation sind nun auch diese Voraussetzungen erfüllt.

Für Corinna Schneider, Vorsitzende des Deutsch-Französischen Freundeskreises Hermeskeil-Saint-Fargeau, ist die Sonnenuhr weit mehr als ein restaurierter Stein. Sie verwies darauf, dass der Verein immer wieder überlege, wie Geschenke aus der französischen Partnerstadt oder von der Stadt Hermeskeil in Szene gesetzt und sichtbar gemacht werden können.

„Umso trauriger waren wir natürlich wegen des Zustandes der Sonnenuhr“, sagte Schneider. Umso größer sei ihre Freude gewesen, als die Idee zur Restaurierung aufkam. „Wir haben sofort Ja gesagt.“

Die Sonnenuhr steht damit auch symbolisch für die über Jahrzehnte gewachsene Verbindung zwischen Hermeskeil und Saint-Fargeau. Die Städtepartnerschaft wurde 1974 begründet und feierte im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.

Gemeinsam wieder aufgestellt

Schneider dankte Stadtbürgermeister König, dem Heimatverein, den Unterstützern und insbesondere dem Steinmetz für die Restaurierung. König seinerseits hob das Engagement aller Beteiligten hervor. Die Sonnenuhr sei schließlich ein Geschenk aus Saint-Fargeau zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft gewesen.

Anschließend zogen Vertreter der Förderer gemeinsam die Tücher von der restaurierten Sonnenuhr. Damit ist das Geschenk aus der französischen Partnerstadt wieder an seinem Platz – und kann künftig nicht nur die Zeit anzeigen, sondern auch davon erzählen, wie aus einer Städtepartnerschaft über Jahrzehnte Freundschaft geworden ist.