

Nach mehreren Nachweisen des Feuerbakteriums Xylella fastidiosa in den luxemburgischen Weinbauorten Grevenmacher und Mertert hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) eine Allgemeinverfügung zum Schutz der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft erlassen. Sie gilt seit Dienstag, 3. November. In den angrenzenden Gemeinden wurde eine Pufferzone eingerichtet. Auf rheinland-pfälzischer Seite ist das Bakterium bislang nicht nachgewiesen worden.
Betroffen sind in der Verbandsgemeinde Konz die Ortsgemeinden Oberbillig, Wasserliesch, Temmels, Wellen und Nittel. In der Verbandsgemeinde Trier-Land gehören Langsur, Trierweiler und Igel zum Schutzgebiet.
Die Pufferzone erstreckt sich mindestens 2,5 Kilometer über die Grenze des luxemburgischen Befallsgebiets hinaus. Dort gilt ein Verbringungsverbot für bestimmte Pflanzen. Diese dürfen grundsätzlich nicht aus der Pufferzone herausgebracht werden. Betroffen sind zum Anpflanzen bestimmte Wirtspflanzen der in der Allgemeinverfügung aufgeführten Arten.
Das Bakterium Xylella fastidiosa ist ein Unionsquarantäneschadorganismus und kann zahlreiche Pflanzenarten befallen. Dazu gehören neben Weinreben auch Kirschen, Pflaumen und Mandeln sowie Bäume wie Ahorn, Walnuss und Ulme. Dadurch sind Erträge im Wein- und Obstbau sowie in der Forstwirtschaft gefährdet.
Für Grünschnitt gilt derzeit kein Verbringungsverbot. Die ADD prüft allerdings, ob eine solche Regelung in den kommenden Jahren notwendig werden könnte. Verstöße gegen die Allgemeinverfügung können mit Bußgeldern geahndet werden.
ADD-Präsident Andreas Kruppert appelliert an die Betroffenen, die angeordneten Maßnahmen einzuhalten. Ziel sei es, die heimischen Weinanbaugebiete vor Schäden durch das Bakterium zu schützen.
Über die Auswirkungen der Pufferzonen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen informiert die ADD bei zwei Veranstaltungen. Experten aus dem Bereich Pflanzenschutz erläutern die Vorgaben und stehen für Fragen zur Verfügung. Eingeladen sind alle interessierten und betroffenen Bürger.
Freitag, 6. November, 18 Uhr: Kulturhalle Langsur, Wasserbilliger Straße, 54308 Langsur
Montag, 9. November, 18 Uhr: Haus der Fischerei, Brückenstraße 6b, 54331 Oberbillig
Weitere Informationen und eine Liste der betroffenen Pflanzenarten gibt es auf der Website der ADD: Informationen zum Feuerbakterium.




