Andrea Fischer

Warnstreiks in der Region gestartet – rund 200 Beschäftigte protestieren in Mandern

Mandern. (Blaes) Mit einem Warnstreik bei thyssenkrupp Bilstein in Mandern hat die IG Metall Trier am Montag ihre Streikwelle in der Metall- und Elektroindustrie gestartet. Rund 200 Beschäftigte beteiligten sich am Vormittag an der einstündigen Arbeitsniederlegung von 10 bis 11 Uhr.

Rund 200 Beschäftigte beteiligten sich am Vormittag an der einstündigen Arbeitsniederlegung von 10 bis 11 Uhr

Rund 200 Beschäftigte beteiligten sich am Vormittag an der einstündigen Arbeitsniederlegung von 10 bis 11 Uhr

Bild: Florian Blaes

Bei Redebeiträgen, warmem Gulasch und Kaffee machten die Streikenden ihrem Unmut über die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen Luft.

Am Standort Bilstein wird in einem Drei-Schicht-System mit Früh-, Mittel- und Spätschicht gearbeitet. Da der Warnstreik während der laufenden Frühschicht stattfand, fiel die Teilnehmerzahl vergleichsweise geringer aus. Anders könnte es am kommenden Mittwoch bei Volvo in Konz aussehen. Dort wird im Zwei-Schicht-System gearbeitet. Weil der Warnstreik zum Schichtwechsel zwischen Früh- und Spätschicht stattfinden soll, rechnet die Gewerkschaft mit einer deutlich höheren Beteiligung. Möglicherweise könnten dort mehrere Hundert Beschäftigte die Arbeit niederlegen.

Hintergrund der Warnstreiks sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert eine spürbare Verbesserung der Einkommen und eine Stärkung der Kaufkraft der Beschäftigten. Damit soll zugleich die Nachfrage angekurbelt und die wirtschaftliche Entwicklung unterstützt werden. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber stößt bei der Gewerkschaft auf deutliche Kritik. Nach Darstellung der IG Metall würde es faktisch auf einen Lohnverzicht von vier Prozent hinauslaufen.

Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Trier, Dr. Christian Z. Schmitz, betonte, dass die Gewerkschaft weiterhin an einer gütlichen und zeitnahen Einigung interessiert sei. Eine solche Lösung sei nicht nur für die Beschäftigten und Unternehmen, sondern auch für die Bevölkerung insgesamt der beste Weg. Gleichzeitig machte Schmitz deutlich, dass die Gewerkschaft bereit sei, den Druck erheblich zu erhöhen, sollte eine Einigung ausbleiben. Dann seien auch 24-Stunden-Streiks an größeren Industriestandorten in der Region Trier möglich.

Die Warnstreikwelle soll sich im Laufe der Woche auf zahlreiche weitere Betriebe ausweiten, unter anderem in Daun, Konz, Trier und im Hunsrück. Insgesamt will die IG Metall Trier mehr als 5.100 Beschäftigte in 16 Betrieben erreichen und rund 3.400 Menschen in zehn Betrieben zu Warnstreiks aufrufen. Die Gewerkschaft erwartet eine Beteiligung von etwa 3.200 Beschäftigten.

Neben den Tarifforderungen nutzt die IG Metall die Aktionen auch, um gegen die geplanten Sozialkürzungen der Bundesregierung zu protestieren.