Hexenabend in Pluwig: Zwischen Brauchtum und Grenzüberschreitung
Der Hexenabend, die Nacht zum 1. Mai, ist vorüber – eine Nacht, die seit jeher von Traditionen, Streichen und einer gewissen Portion „Hexerei“ geprägt ist. In der Region Trier verlief der Abend laut Polizei insgesamt ruhig. Große Zwischenfälle blieben aus, und im Vergleich zu manch anderem Jahr wurde diesmal nicht allzu viel „gehext“.
Klassische Streiche bleiben präsent
Dennoch zeigten sich die klassischen Spuren dieser besonderen Nacht auch diesmal wieder in vielen Orten. Wie gewohnt zierten mehr oder weniger kunstvoll verteilte Toilettenpapierrollen Bäume, Zäune und Straßenschilder. Auch das gelegentliche Zukleben von Briefkästen gehört offenbar weiterhin zum Repertoire der nächtlichen „Hexen“. Für viele ist genau das Teil des Brauchtums – kleine, meist harmlose Streiche, die am nächsten Morgen für ein Schmunzeln sorgen.
Kreativität mit Tradition
Ein Blick zurück zeigt, dass es in den vergangenen Jahren durchaus kreativere Aktionen gab. So wurde im letzten Jahr im Hochwald für Aufmerksamkeit gesorgt, als mehrere Zebrastreifen auf Straßen „verhext“ wurden – eine Aktion, die zwar ungewöhnlich war, aber vielerorts eher mit Humor aufgenommen wurde.
Pluwig im Fokus
In diesem Jahr rückte insbesondere Pluwig in den Fokus. Dort waren die „Hexen“ deutlich aktiver – und bewegten sich dabei zwischen einfallsreichen Ideen und Aktionen, die bereits über das Ziel hinausschossen. Auf der einen Seite standen kreative und eher harmlose Streiche: Straßenlaternen wurden mit buntem Geschenkpapier umwickelt und erhielten dadurch ein fast festliches Aussehen. An der Bushaltestelle sorgten zusätzlich aufgeklebte, lustige Gesichter für eine humorvolle Note und dürften bei Passanten zumindest kurzfristig für gute Laune gesorgt haben.
Grenze zur Sachbeschädigung
Auf der anderen Seite kam es jedoch auch zu Vorfällen, die weniger als Scherz durchgehen. So wurde das Ortseingangsschild von Pluwig, aus Richtung Schöndorf kommend, abgeschraubt und entwendet – ebenso ein Schild in Schöndorf selbst. Solche Aktionen gehen über einen harmlosen Streich hinaus und stellen bereits eine klare Sachbeschädigung dar.
Gefährliche Situation am Kirchenvorplatz
Besonders kritisch war die Situation am Kirchenvorplatz. Dort wurden die Schrauben der Halterung des Maibaums gelöst, sodass dieser schließlich vor den Eingang der katholischen Kirche stürzte. Glücklicherweise blieb es bei diesem Vorfall ohne größere Schäden oder gar Verletzte. Der Baum war offenbar nicht lang genug, um ernsthaften Schaden anzurichten. Dennoch hinterlässt ein solcher Eingriff ein ungutes Gefühl, da hier bewusst ein Risiko in Kauf genommen wurde. Der zuvor liebevoll geschmückte Maibaum liegt nun am Boden – ein Sinnbild dafür, wie schnell aus Tradition auch problematische Aktionen entstehen können.
Text: Florian Blaes

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