

Im Rahmen seiner Visitation des Pastoralen Raums Saarburg hat Bischof Stephan Ackermann die Konzer Tafel besucht und mit Ehrenamtlichen über deren Arbeit gesprochen. Anschließend tauschte er sich in Saarburg-Beurig mit Vertretern aus Kirche und Kommunalpolitik über aktuelle Herausforderungen in der Region aus.
Jede Woche versorgt die von der Pfarrei getragene Konzer Tafel bis zu 100 Menschen mit frischen und haltbaren Lebensmitteln. Möglich wird dies durch das Engagement von bis zu 50 Ehrenamtlichen, die Waren abholen, sortieren und ausgeben.
„Ich möchte vor allem meine Wertschätzung zeigen, aber auch ein bisschen mithelfen, solch einen Dienst an der Gesellschaft sichtbarer zu machen“, sagte Ackermann bei seinem Besuch.
Hilfe, die über Lebensmittel hinausgeht
Der Bischof betonte, dass die Existenz von Tafeln grundsätzlich gesellschaftliche Fragen aufwerfe. Gleichzeitig seien sie für hilfebedürftige und wohnungslose Menschen ein wichtiger Anlaufpunkt. Neben Lebensmitteln erhielten die Betroffenen dort auch Rat und Unterstützung bei der Vermittlung weiterer Hilfsangebote.
Wie wichtig diese Hilfe sein kann, zeigte das Beispiel von Yassin Al Halak. Als er vor sieben Jahren aus Syrien nach Deutschland kam, nutzte er zunächst selbst die Angebote der Tafel. Heute engagiert er sich ehrenamtlich bei der Ausgabe.
Auch Liesel Simon, die seit sieben Jahren bei der Konzer Tafel mitarbeitet, berichtete von der steigenden Nachfrage. Inzwischen würden sogar Nummern an die Wartenden vergeben. Die Ehrenamtlichen seien sich jedoch einig, dass die Arbeit Freude bereite und das gute Gefühl vermittle, Menschen ganz konkret helfen zu können.
Austausch über soziale Herausforderungen
Begleitet wurde der Besuch unter anderem vom Konzer Pfarrer Georg Dehn, Diakon Timo Wacht sowie dem Bürgermeister der Stadt und Verbandsgemeinde Konz, Guido Wacht. Die Stadt unterstützt die Tafel nach eigenen Angaben mit jährlich 5.000 Euro und stellt das Grundstück zur Verfügung.
Im Anschluss traf sich Ackermann in Saarburg-Beurig mit weiteren kommunalen Vertretern, darunter Saarburg-Kells Bürgermeister Jürgen Dixius und die Beigeordnete Simone Thiel.
Jugendarbeit, Schulen und Kitas im Fokus
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Themen wie die Zusammenarbeit von Kirche und Kommunen im Jugendzentrum JUZ Saarburg, das gemeinsam von Verbandsgemeinde, Bistum und Landkreis getragen wird. Die Beteiligten bezeichneten das Projekt als positives Beispiel für eine gut vernetzte Jugendarbeit.
Darüber hinaus wurden steigende Bedarfe in der Schulsozialarbeit thematisiert. Nach Angaben der kommunalen Vertreter machen sich Probleme wie exzessive Handynutzung, Online-Spielsucht, Mobbing und Verhaltensauffälligkeiten bereits an Grundschulen bemerkbar.
Weitere Themen waren die Zusammenarbeit bei Kindertagesstätten, Fragen rund um kirchliche Immobilien sowie die frühzeitige Einbindung der Kommunen bei künftigen Entscheidungen der Kirchengemeinden.
Die Visitation von Bischof Ackermann im Pastoralen Raum Saarburg läuft noch bis Dezember.




