Nikolas Leube

Drei Windräder werden abgerissen: Landkreis greift in Walsdorf-Zilsdorf durch

Walsdorf-Zilsdorf. Seit 2013 stehen drei Windenergieanlagen still. Weil sie zum Sicherheitsrisiko geworden sind, lässt der Landkreis sie nun für rund 500.000 Euro zurückbauen.
Die seit 2013 stillstehenden Windenergieanlagen werden nun zurückgebaut.

Die seit 2013 stillstehenden Windenergieanlagen werden nun zurückgebaut.

Bild: Kreisverwaltung Vulkaneifel

Der Landkreis Vulkaneifel lässt drei seit 2013 stillgelegte Windenergieanlagen in Walsdorf-Zilsdorf zurückbauen. Die Anlagen dürfen nicht mehr betrieben werden und stellen nach Angaben des Kreises inzwischen auch ein Sicherheitsrisiko dar. Da der Betreiber seiner Rückbaupflicht trotz mehrfacher Aufforderung nicht nachgekommen sei, übernimmt der Landkreis die Arbeiten im Wege einer Ersatzvornahme.
Die Windräder waren Ende 2004 genehmigt worden. Seit September 2013 speisen sie keinen Strom mehr ins öffentliche Netz ein. 2016 erklärte der Landkreis die Genehmigungen für erloschen. Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz bestätigte diese Entscheidung 2023. 2024 wies das Bundesverwaltungsgericht den Antrag auf Zulassung der Revision zurück. Damit sei das Verfahren rechtskräftig abgeschlossen.

Kreisverwaltung spricht von Sicherheitsrisiken

Zuletzt sei es nach Angaben der Kreisverwaltung wiederholt zu unbefugten Zutritten gekommen. Türen seien aufgeschnitten worden, außerdem hätten Personen die Anlagen betreten und seien auf ihnen geklettert. Bei einer der drei Anlagen ist der Rotor bereits demontiert und liegt am Boden.
Landrätin Julia Gieseking erklärt: "Mit dem Rückbau wollen wir die bestehenden Gefahren beseitigen und zugleich die nicht mehr genehmigten Anlagen aus dem Landschaftsbild entfernen."

Rückbau soll Ende Oktober beginnen

Die vorbereitenden Arbeiten sollen am 12. Oktober beginnen. Dazu gehören nach Angaben des Landkreises die Einrichtung der Baustellen sowie die Vorbereitung der erforderlichen Zufahrten und Arbeitsflächen. Der eigentliche Rückbau ist abhängig von Wetter und Bauablauf für Ende Oktober vorgesehen.
Die Anlagen seien bereits vom Stromnetz getrennt und spannungsfrei. Vor dem Rückbau sollen unter anderem Getriebeöl, Hydrauliköl und Schmierstoffe abgesaugt und entsorgt werden. Türme und Rotoren werden mit Kränen demontiert, am Boden zerlegt und anschließend abtransportiert. Die Fundamente bleiben im Boden.

Rückbau kostet rund 500.000 Euro

Die Kosten für Rückbau und Entsorgung werden auf rund 500.000 Euro geschätzt. Der Landkreis übernimmt sie zunächst und will sie anschließend gegenüber dem Betreiber sowie anteilig gegenüber dem Flächeneigentümer geltend machen.
Während der Arbeiten kann es durch Schwerlasttransporte zeitweise zu Einschränkungen auf Zufahrtswegen und im örtlichen Straßenverkehr kommen. Wie lange der Rückbau insgesamt dauert, lasse sich nach Angaben des Landkreises derzeit noch nicht abschließend bestimmen. Entscheidend seien unter anderem der Arbeitsablauf, die Witterung und die örtlichen Gegebenheiten.