

Wenn im Theaterzelt in Darscheid die Scheinwerfer angehen, verwandelt sich die Vulkaneifel in einen besonderen Kulturstandort. Musicals, Schauspiel und Konzertformate stehen auf dem Programm – mit einem Anspruch, den viele eher mit Städten wie Hamburg, Köln oder Stuttgart verbinden würden. Für Sebastian Krolik, Gründer und Intendant der Theaterfestspiele Vulkaneifel, war genau das von Beginn an die Idee: Warum sollte professionelles Theater nicht auch in einer ländlichen Region funktionieren?
Der gebürtige Dauner Krolik kehrte vor sieben Jahren aus Berlin in die Eifel zurück. Als Musicaldarsteller mit zahlreichen bekannten Hauptrollen brachte er seine Erfahrung aus der Bühnenwelt mit in die Heimat. Der Start im Jahr 2021 war dennoch ein Wagnis. Mit "Im weißen Rössl" begann die Geschichte der Theaterfestspiele Vulkaneifel zunächst unter freiem Himmel. In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Projekt weiter: Der Umzug ins Theaterzelt, Produktionen wie "Der kleine Horrorladen", "9 to 5", "Sister Act" und "Flashdance" sowie neue Formate wie die Kerzenscheinkonzerte machten die Festspiele immer bekannter.
In ihrer Jubiläumsspielzeit blicken die Theaterfestspiele Vulkaneifel nun auf fünf Jahre Entwicklung zurück. Nach der Rückkehr von "Im weißen Rössl" steht mit "Ghost – Nachricht von Sam" vom 1. bis 6. September noch eine große Musicalproduktion auf dem Spielplan. Rund 3.500 Besucher werden in dieser Saison erwartet. Für Krolik war der Erfolg nicht selbstverständlich. "In den ersten Jahren denkt man nach jeder Produktion: Schön, dass es geklappt hat – aber klappt es auch noch einmal?", sagt der Intendant. Der entscheidende Punkt sei gekommen, als die Menschen nicht mehr nur wegen eines einzelnen Stücks kamen, sondern wegen der Festspiele selbst. "Da war für mich klar: Das ist kein Experiment mehr. Die Theaterfestspiele sind inzwischen eine Kulturinstitution in der Region geworden."
Hinter den Produktionen steckt allerdings ein erheblicher Aufwand. Künstler, Technik, Rechte und Ausstattung müssen finanziert und vieles organisiert werden. "Wir haben im ländlichen Raum mit professionellem Theater begonnen, mit Kosten, die entstehen, lange bevor die erste Eintrittskarte verkauft ist", erklärt Krolik.
Rückblickend sei der Start mutig gewesen. "Aber ich war immer davon überzeugt, dass Qualität nicht nur in Hamburg, Berlin oder Köln funktionieren kann. Warum sollte man in der Eifel weniger Anspruch haben?"
Mittlerweile kommen Besucher aus der gesamten Region, aber auch aus den Ballungsräumen Köln/Bonn, Trier, Koblenz und dem Rhein-Main-Gebiet nach Darscheid. Viele verbinden ihren Theaterbesuch mit einem Aufenthalt in der Vulkaneifel – und sorgen damit auch für Impulse bei Gastronomie, Hotellerie und weiteren Betrieben.
Bild: Veranstalter
Für die kommenden Jahre wünscht sich Krolik mehr Planungssicherheit, eine stabilere Finanzierung und die Möglichkeit, Produktionen noch langfristiger zu planen. Dabei geht es ihm nicht allein um Wachstum: "Das Ziel ist nicht, möglichst groß zu werden. Das Ziel ist, dauerhaft richtig gut zu sein – und die Vulkaneifel als professionellen Musical- und Theaterstandort fest zu etablieren." Unterstützung erhalten die Festspiele dabei vom Kultursommer Rheinland-Pfalz; die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Gordon Schnieder übernommen.
Jubiläumsspielzeit:
Seit 2021 bringen die Theaterfestspiele professionelle Musical- und Theaterproduktionen in die Vulkaneifel
Bisherige Produktionen:
"Im weißen Rössl" (2021), "Der kleine Horrorladen" (2022), "9 to 5" (2023), "Sister Act" (2024) und "Flashdance" (2025)
Rückkehr zum Anfang:
"Im weißen Rössl" kehrte vom 21. bis 23. August als erste Produktion der Festspiele auf die Bühne zurück.
Große Musicalproduktion:
"Ghost – Nachricht von Sam": 1 bis 6. September
Gala-Premiere: 2. September
Tickets & Informationen:
www.theaterfestspiele.de