Waldhilfe warnt vor Steinbrucherweiterung: "Viel Wald steht auf dem Spiel"
Für die geplante Erweiterung des Steinbruchs auf dem Rotenfels sollen rund 60.000 Quadratmeter Stadtwald fallen. Dagegen wehrt sich der Verein Waldhilfe, der bei einem Waldspaziergang über die Pläne informieren möchte.
»Wir laden zu einem Waldspaziergang mit Förster Lorenz Berger ein, damit sich jeder selbst ein Bild vom bedrohten Wald machen und an Ort und Stelle informieren kann«, erklärte der Vorsitzende der Waldhilfe, Hansjörg Rehbein. Der Waldspaziergang findet am Samstag, 24. Oktober, um 10 Uhr statt. Treffpunkt ist der Parkplatz am ehemaligen Sportplatz in Traisen. Für den etwa vier Kilometer langen Rundgang sind rund drei Stunden vorgesehen.
Für die geplante Erweiterung des Steinbruchs sollen rund 60.000 Quadratmeter Stadtwald zerstört werden. »Das Ausmaß ist erschreckend. Tausende Bäume würden fallen - und mit ihnen ein über Jahrzehnte gewachsener wertvoller Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen«, warnt Andreas Hofmann, stellvertretender Vorsitzender der Waldhilfe, der zusammenmit seinem Vorstandskollegen Kristof Mades mit KI-Unterstützung eine Fotomontage erstellt hat, die »drastisch vor Augen führt, wie gewaltig die geplante Erweiterungsfläche im Verhältnis zum bestehenden Steinbruch ist«, so Mades. Ersatzpflanzungen könnten einen alten funktionierenden Wald nicht kurzfristig ersetzen, ergänzt Hofmann. Was hier verloren ginge, ließe sich nicht einfach an anderer Stelle neu pflanzen. »Denn ein alter Wald ist weit mehr als die Summe seiner Bäume: Er speichert Wasser, kühlt die Umgebung, schützt das Klima und bietet zahlreichen Arten einen unersetzlichen Rückzugsraum.« Was in wenigen Tagen gerodet werde, brauche viele Jahrzehnte, um überhaupt wieder entstehen zu können.
»Der Stadtrat trägt hier die Verantwortung« so Vorstandsmitglied Mirko Wiehn. Der Schutz von Gesundheit, Wasser, Artenvielfalt und Lebensqualität müsse Vorrang vor kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen haben. »Die Entscheidung über diese Fläche ist zugleich eine Entscheidung darüber, welche Landschaft wir kommenden Generationen hinterlassen, und dies geht weit über eine Wahlperiode hinaus«, mahnt Wiehn.