Stefan Pauly

Arbeitsmarkt nimmt Fahrt auf

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Die Arbeitslosigkeit geht in und um Koblenz auch im April zurück.

Die Arbeitslosigkeit geht in und um Koblenz auch im April zurück.

Foto: Archiv

Allen Krisen zum Trotz verzeichnet der Arbeitsmarkt in und um Koblenz eine "normale" Frühjahrsbelebung. Im Landkreis Mayen-Koblenz sank die Zahl der Arbeitslosen um 106 auf 3.592. Vor einem Jahr waren hier noch 730 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 3,1 Prozent. Das sind 0,1 Punkte weniger als im März und 0,6 weniger als im April 2021.

 "Das alles weist auf einen scheinbar normalen Saisonverlauf hin. Aber natürlich wissen wir alle, dass die Rahmenbedingungen derzeit alles andere als normal sind", erläutert Frank Schmidt, Leiter der Arbeitsagentur Koblenz-Mayen. Mit dem Krieg in der Ukraine, der Frieden und Wohlstand der ganzen Welt gefährde, sei der nächste Krisenfall bereits eingetreten. "Auch wenn er sich noch nicht in konkreten Zahlen niederschlägt. Aber wie überall auf der Welt beobachtet auch die regionale Wirtschaft mit angehaltenem Atem, wie sich die Lage weiterentwickelt. Niemand kann im Moment vorhersagen, wie stark sich Flüchtlingswellen, Versorgungsengpässe und Embargos auf die Weltwirtschaft auswirken werden." Dennoch sei es beruhigend und ermutigend, wie stabil die Region sich derzeit präsentiere Nach wie vor hoch ist der Arbeitskräftebedarf in der Region. 323 Stellenangebote aus Koblenz und 298 aus dem Kreis MYK nahm der Arbeitgeberservice in den letzten vier Wochen auf. Zum Monatsende waren damit knapp 3.818 offene Stellen aus der Region gemeldet. Das sind 813 mehr als vor einem Jahr.

Kurzarbeit rückläufig

Eines der wichtigsten Hilfsmittel für den Arbeitsmarkt war in den letzten beiden Jahren die Kurzarbeit. Derzeit werden allerdings nur noch wenige neue Anträge gestellt. So waren es in den zurückliegenden Wochen in der Stadt und im Kreis zwölf Betriebe, die für 38 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten. Im Jahr zuvor zeigten zur gleichen Zeit 55 Unternehmen für 383 Beschäftigte Kurzarbeit an. Seit Pandemiebeginn gab es insgesamt 6.196 Anzeigen für 76.563 Beschäftigte.

Berufsberatung: Angebot nutzen

Deutlich stärker von den Unsicherheiten der letzten Jahre ist der Ausbildungsmarkt gezeichnet. 1.269 junge Menschen aus Koblenz und dem Landkreis MYK meldeten sich seit Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres im Oktober bei der Berufsberatung, um sich bei der Berufswahl unterstützen zu lassen. Ihnen stehen 1.941 Ausbildungsstellenangebote von regionalen Betrieben gegenüber. Vor zwei Jahren noch, also gerade zu Beginn der Corona-Pandemie und den sich entwickelnden Einschränkungen, waren im April 1.640 Jugendliche und 2.052 Stellenangebote registriert. "Es wird tatsächlich immer schwieriger, junge Menschen und Arbeitgeber zeitnah zusammenzubringen", räumt Frank Schmidt ein. "Vor allem bei den Jugendlichen scheint es eine Tendenz dazu zu geben, erst einmal abzuwarten. Doch das bringt nichts, die Herausforderungen bleiben. Wer den Anschluss nicht verpassen will, muss deshalb - trotz allem - Entscheidungen treffen. Nicht warten, sondern starten!" Die Berufsberaterinnen und -berater seien sich ihrer Verantwortung in dieser Situation bewusst, betont Schmidt. "Gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern versuchen wir auf viel-fältige Weise, jungen Menschen in dieser komplizierten Phase ihres Lebens bei der Orientierung zu helfen. Wir können nur immer wieder appellieren, diese Angebote wahrzunehmen." Termine bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur können auch kurzfristig unter der Hotline: 02 61 / 40 54 44 vereinbart werden. Die Beratung ist kostenlos.

www.arbeitsagentur.de