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Vorsicht hier kommt »Audrey Zwo«!

Daniel Ris hat seine Visitenkarte in Mayen abgegeben. Mit seiner Inszenierung des »Kleinen Horrorladens« hat er das Herz des Mayener Publikums erobert.
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Es war noch nicht der letzte Akkord der Live-Band verklungen, da hielt es das Premierenpublikum nicht mehr auf den Sitzen. Mit Standing Ovations dankten die Festspielbesucher dem Ensemble. Die Schauspieler ihrerseits legten noch ein Medley der »Hits« aus dem Musical obendrauf. Viel Spaß auf beiden Seiten - so muss Teheater sein und das Ganze an einem lauen Sommerabend. So können die Verantwortlichen der Burgfestspiele mit rund 25.000 verkauften Karten auf der Hauptbühne im Burghof und 3.400 Karten auf der Kleinen Bühne zufrieden sein. Das Premierenpublikum erlebte in rund zweieinhalb Stunden eine schrille, bunte und zum Teil groteske Handlung auf der Bühne, die ein statisches Bild, jedoch in der gesamten Höhe der Burg bespielt, bot. Die »gelben Kisten«, die den Zuschauern bereits aus »Ronja Räubertochter« und »Kabale und Liebe« bekannt waren, fanden auch hier wieder Verwendung. Im Mittelpunkt stand aber die fleischfressende Pflanze »Audrey Zwo«, die jeden begeisterte. Zunächst als zartes Pflänzlein in einer Vollmondnacht gezüchtet, wird aus dem extraordinären Grünzeug ein lebensbedrohliches Monster, das irgendwie doch die Sympathien der Zuschauer auf seiner Seite hat. Diese leiden nicht nur mit Seymour und Audrey, den beiden Angestellten in Mister Mushniks Blumenladen, sondern verfolgen extrem aufmerksam die Songtexte. Trotz aller Dramatik - Bürgermeister Rolf Schumacher wies schon in seiner Begrüßungsansprache auf die tiefere Bedeutung des Musicals hin - gab es Szenenapplaus. Und auch manchen Lacher, wenn die Protagonisten immer mit einem »Dingdong« die imaginäre Ladentür durchschritten. Ein echtes Motorrad mit symbolhafter Nummer »MY 0666« auf der Bühne sorgte für eine Überraschung. In der für Intendant Daniel Ris dritten Inszenierung des »Kleinen Horrorladens« ist er in Mayen angekommen und drückt den Festspielen seinen Stempel auf - auch ohne selbst auf der Bühne zu stehen. Kaum ist diese Premiere gut »überstanden«, steht auch schon die nächste an. Am Samstag, 1. Juli, 20 Uhr, feiert »Alte Liebe«, eine Tragikomödie nach dem Roman von Elke Heidenreich und Bernd Schröder, auf der Bühne im Alten Arresthaus Premiere. Die Vorstellungen sind ausverkauft«. Fotos: Walz