Brückentage am Obersee sind gezählt

Am Obersee wird es einspurig, an Fringshaus geht es nicht rund und die kleine Himmelsleiter wird umgebaut: Es tut sich einiges auf den Eifeler Straßen.
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Ab sofort regelt eine Ampel den Verkehr auf der Brücke der B266 am Obersee in Einruhr. Brückenschäden lassen nur noch eine einspurige Befahrung zu. Foto: M. Nielen

Ab sofort regelt eine Ampel den Verkehr auf der Brücke der B266 am Obersee in Einruhr. Brückenschäden lassen nur noch eine einspurige Befahrung zu. Foto: M. Nielen

Den Obersee genießen können die Verkehrsteilnehmer seit dem gestrigen Dienstag nicht mehr nur im Vorbeifahren. Die Brücke der Bundesstraße 266 hält dem zunehmenden Verkehrsaufkommen nicht mehr Stand. »Die Brücke ist über 60 Jahre alt - die damaligen Berechnungen sind längst überholt«, erklärt Gerhard Decker, Chef der Regionalniederlassung Ville-Eifel des Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen. Daher müsse die Brücke gesperrt werden. Eine Ampelanlage regelt nun den Verkehr, der mitten über die Brücke geführt wird. Übrigens für alle Verkehrsteilnehmer, es gibt entgegen anderer Vermutungen keine Gewichtsbeschränkung. »Dies geschieht auf unbestimmte Zeit«, bittet Decker um Verständnis und ein wenig Geduld. Aktuell wird untersucht, ob eine Behelfsbrücke errichtet werden kann. »Wir hoffen, dass diese Anfang nächsten Jahres dann wieder eine zweispurige Verkehrsführung möglich macht«, so Decker. Anschließend soll dann eine neue Brücke an alter Stelle erbaut werden. »Die Ampel ist mit Infrarotsensoren ausgestattet, sodass sich die Grünphase am Verkehrsaufkommen orientiert«, versichert Decker, dass es zu möglichst geringen Staus kommen wird. Zudem wird das Tempo für den kompletten Durchfahrtsbereich auf 50 km/h gedrosselt.

Kein Kreisel, aber 2+1-Verkehr

Unterdessen ist ein anderes Straßenbauprojekt vom Tisch. Besonders Vertreter der Gemeinde Simmerath hatten für einen Kreisverkehr an Fringshaus, besonders aber eine Einfädelungsspur von Lammersdorf kommend Richtung Roetgen geworben. »Es gibt aktuell keinen Bedarf, dieses Vorhaben umzusetzen«, stellt Gerhard Decker klar. Durch die beiden Radaranlagen und den Umbau des Parkplatzes zwischen B258 und B399 sei die Kreuzung auch kein Gefahrenpunkt mehr.  »Nur zu Spitzenzeiten staut es sich von Lammersdorf kommend ein wenig«, weiß Decker. Vielleicht werde dort igendwann einmal eine Ampel installiert, ein Kreisverkehr sei auch aus Umweltschutzgründen nicht zu machen. Nach dem Vorbild ihrer großen Schwester wird jedoch noch in diesem Jahr die »kleine Himmelsleiter« zwischen Fringshaus und Roetgen zum »2+1-Verkehr« umgebaut - zwei Spuren gen Eifel, eine Richtung Kaiserstadt. 15.000 Autos fahren täglich von Roetgen Richtung Eifel, 10.000 Fahrzeuge begeben sich auf der B 258 aus Konzen kommend Richtung »Tor zur Eifel«, 7000 kommen von der B 399 aus dem Simmerather Gemeindegebiet. Und die meisten von ihnen biegen an Relais Königsberg auf die Monschauer Straße Richtung Aachen ab. Vom Ausbau der dortigen Bundesstraße hört man aktuell wenig. Probleme bezüglich eines Ausbaus der bekannten Pendlerroute zwischen Aachen und der Eifel ergaben sich in der Vergangenheit regelmäßig aus der unterschiedlichen Betrachtung der potenziellen Ausbauabschnitte und der Ausbauerfordernis zwischen der Autobahnanschlussstelle Lichtenbusch und dem Relais Königsberg.

Anfrage an die Landesregierung

Da bringt sich der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling einmal mehr ins Spiel und hat sich an die schwarz-gelbe Landesregierung gewandt: »Gibt es neue Erkenntnisse bei der Bauplanung und stehen entsprechende Gelder zur Verfügung«, fragt der Sozialdemokrat. Kämmerling wünscht Auskunft über die aktuelle und zukünftig zu erwartende Entwicklung des durchschnittlichen Tagesverkehrs auf dieser Strecke. Darüber hinaus fordert er eine Einschätzung der Landesregierung zur Bedeutung und Notwendigkeit eines Ausbaus für die klein- und mittelständischen Unternehmen der Eifelkommunen. Die Landesregierung hat nun vier Wochen Zeit, auf die Fragen des SPD-Landtagsabgeordneten einzugehen. Es bleibt spannend!

Jungfernfahrt der St. Nikolaus

Nicht nur auf der Straße, auch auf dem Wasser tut sich in der Eifel etwas. Wer also an der Ampel steht, kann das Geschehen auf dem Obersee genüsslich betrachten.
Die Schiffstaufe der St. Nikolaus steht am Gründonnerstag, 29. März, ab 14 Uhr am Obersee in Einruhr an.
Sie verkehrt dann ab Karfreitag im Wechsel mit der »Seensucht« stündlich zwischen Einruhr, Rurberg und der Urftstaumauer.


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