Thomas Förster

Frisches Trinkwasser für die Eifel

Perlenbach. Der Klimawandel zwingt den Wasserversorgungszweckverband Perlenbach und damit Wasserwerk-Betriebsleiter Gerhard Schmitz zum Handeln: Die Talsperre muss aufgestockt werden.
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 Imgenbroich (Fö). »Wir tun alles für gutes, sauberes Trinkwasser zu einem ehrlichen Preis.« Dass Wasser aus der Leitung kommt, ist für jeden selbstverständlich und wird kaum noch hinterfragt. Welcher Aufwand zwischen der Rohwasserentnahme und der Abnahme am Zapfhahn durch den Kunden liegt, bleibt den Verbrauchern weitgehend verborgen. »Wenn es Wetterextreme wie die Trockenheit in den Jahren 2018 bis 2020 oder die verheerende Hochwasserkatastrophe im letzten Sommer gibt, werden jedoch viele hellhörig«, weiß Gerhard Schmitz. »2020 haben wir 600.000 Kubikmeter Wasser von anderen Wasserversorgern bezogen - mehr als das Doppelte, das im Notwasserliefervertrag steht. Demgegenüber haben am Hochwasser-Tag im Sommer 2021 3,6 Millionen Kubikmeter Wasser die Talsperre passiert - 800.000 Kubikmeter Fassungsvermögen haben wir«, hebt Schmitz unglaubliche Relationen heraus.
Unter dem Motto »Zukunftsperspektive der Talsperre« arbeitet der neue Betriebsleiter des Wasserwerks Perlenbach daran, die Trinlwasserversorgung auf Dauer sicher zu stellen.

Dreifaches Fassungsvermögen

»2019 haben wir mit einer ersten Vorstudie begonnen und diese 2020 den zuständigen Experten und Gremien vorgestellt. Nun wurde die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens beschlossen - ein wichtiger Schritt für uns«, ist Schmitz dankbar.
Die Perlenbachtalsperre, die derzeit ein Fassungsvermögen von 800.000 Kubikmetern aufweist, soll deutlich vergrößert werden. 2,3 Millionen Kubikmeter soll sie aufstauen können. »Dafür muss der Damm um acht Meter erhöht und auch die nahegelegene B399 in Richtung Kalterherberg um bis zu vier Meter erhöht werden«, erklärt Schmitz. Auch Wanderwege müssen verlegt werden.
Reichlich Gesprächsbedarf fordert aber vor allem die Flutung von FFH- und Natura2000-Gebieten, also Naturschutzflächen, die an anderer Stelle ersetzt werden müssen. »Auch Tiere werden wir umsiedeln - aber alles ist umweltverträglicher und effektiver als etwa ein zweiter Talsperren-Standort im Fuhrtsbachtal«, weiß Schmitz.
Notwendige Grundstücke im Tal bis hin zur Höfener Mühle werden derzeit erworben. Mit bis zu neun Jahren rechnet Gerhard Schmitz, ehe die neue Talsperre fertig gestellt sein könnte.
Bis dahin haben die Wasserwerkler alle Hände voll zu tun: »Von uns bekommen die Menschen in sieben Kommunen der Nordeifel Trinkwasser von bester Qualität. Dafür garantieren unsere 64 Mitarbeiter sowie unsere moderne, patentierte Trinkwasseraufbereitungsanlage«, versichert Schmitz. Sechs bis acht Kilometer Wasserleitung müsse jährlich saniert und erneuert werden, dazu bis zu 400 der 20.000 Hausanschlüsse. Und schließlich stellt er die Prämisse des Wasserversorgungszweckverbandes in den Mittelpunkt: »Wir arbeiten ohne Wagnis, aber auch ohne Gewinnabzielung.«

Gerhard Schmitz ist Betriebsleiter

Neuer Betriebsleiter des Wasserwerks Perlenbach ist Gerhard Schmitz aus Woffelsbach. Der gelernte Schlosser mit Maschinenbau-Diplom begann 2005 als Abteilungsleiter Bau / Planung beim Wasserwerk und wurde 2010 zum stellvertretenden technischen Betriebsleiter. Am 9. März wurde er nun zum neuen Gesamt-Betriebsleiter gewählt. Ihm zur Seite stehen Frank Stollenwerk (kaufmännischer Bereich) und Elmar Häckling (technischer Bereich).
www.wasserwerk-perlenbach.de