Thomas Förster

Richtiger Schutz tut dem Ohr gut

Fünf Sekunden Nägel ins Holz schlagen kann das Gehör langfristig schädigen. Ort wird zu arglos mit Lärmschutz und den Folgen für das Gehör umgegangen.
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Drei kleine Schnitte mit einem Winkelschleifer im Aluprofil verursachen bereits gehörschädigen Lärm.

Drei kleine Schnitte mit einem Winkelschleifer im Aluprofil verursachen bereits gehörschädigen Lärm.

Foto: Thomas Förster

Sensibiliseren soll der »Tag gegen Lärm«.

Simmerath (Fö). Zum 25. Mal initiierte die BG Bau (Berufsgenossenachft der Bauwirtschaft) Aktionstage, um der Bedeutung des Lärmschutzes eine Plattform zu geben. Zum wiederholten Mal beteiligte sich auch das Simmerather Bildungszentrum BGZ Simmerath der HWK Aachen (BGZ) und ermöglichte den Lehrlinge dort zu erleben, wie Lärm wirkt und wie sich die jungen Menschen am besten schützen können.

Schneiden, schleifen, bohren, schrauben: Die Arbeit am Bau ist vielseitig - und laut. Lärm kann stören, belästigen, aber vor allem auch die Gesundheit schädigen. Schwerhörigkeit als Folge ist die Berufskrankheit mit den meisten Verdachtsanzeigen in der Bauwirtschaft.

Und so zeigte Torsten Kott, Messtechniker der BG Bau, wie laut es ist, wenn man einen Winkelschleifer betätigt (102 dB), einen Stemmhammer oder eine Rüttelplatte bedient (ca. 95 dB) oder einfach nur ein paar Nägel ins Holz hämmert und dabei einen Lärm jenseits der 100 dB entfacht. Ab 85 dB wird ein Gehörschutz zur Pflicht, den der Arbeitgeber bereitstellen muss. »Oft sind es die kleinen Arbeiten, bei denen man den Gehörschutz vergisst«, mahnt Kott, »und doch summiert es sich über den Tag und gerade in einem Berufsleben.«

Ist das Ohr einmal geschädigt, ist eine Verbesserung kaum oder nur mit enormem Aufwand möglich. Dabei ist Lärmschutz ganz einfach: Einen Gehörschutzstöpsel einführen, einen Kapselgehörschützer aufsetzen - auch wenn er nicht modisch aussieht - oder bestenfalls personifizierten Otoplastiken beim Hörakustiker anfertigen lassen: 50 Prozent der Kosten trägt die BG Bau.

Am Aktionstag wurde den Auszubildenden im BGZ auch theoretisch die Funktionsweise des Hörens und die Auswirkungen von Lärm verdeutlicht. Zudem konnten sie sich einem Hörtest unterziehen.

Übrigens: Auch für Hobbyhandwerker und bei häuslichen Arbeiten ist der Lärmschutz wichtig, rät die BG Bau.

www.tag-gegen-laerm.de