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Testfahrt - Mit dem E-Auto durch die Eifel

Das Live Magazin war unterwegs: Überall ist von E-Mobilität die Rede und e-Bikes sind mittlerweile weit verbreitet. Doch wie tauglich sind e-Autos auf den Straßen der Eifel? Mediaberater Sebastian Müller und Volontär Tim Nolden haben den Test gemacht.
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Die erste Frage ist immer die nach der Reichweite. Auf unserem Tagestrip durch die Eifel wurden wir gleich mehrfach auf unser E-Auto angesprochen und immer wollten die Passanten wissen, wie weit man denn mit dem Wagen kommt. Bei dem Fahrzeug, mit dem wir unterwegs waren, handelte es sich um einen Renault Zoe, den wir von der Energie Nordeifel (Ene) zur Verfügung gestellt bekommen haben. „Laut Herstellerangaben hat der Wagen je nach Batterie eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern“, sagt Sandra Ehlen von der Ene. Allerdings sei dieser Wert nur unter Idealbedingungen - keine Steigung, warme Außentemperatur - realistisch. Als wird den Wagen übernehmen,  wird auf dem Display eine volle Batterie angezeigt und dazu die Angabe, dass wir noch knapp 190 Kilometer fahren können. Genug auf jeden Fall für eine Spritztour durch die Eifel. Das erste, was nach dem Anlassen des E-Wagens auffällt, ist die Lautstärke - oder vielmehr die Abwesenheit davon. Kein Motorengeräusch beim Starten, kein Knattern beim Standbetrieb. Bevor sich das Fahrzeug in Bewegung setzt, ist überhaupt kein Laut zu hören. Um der Gefahr entgegenzuwirken, die dieser Umstand im Verkehr birgt, bietet unser Testwagen eine so genannte Fußgängerhupe. Ist sie eingeschaltet, so gibt das Auto bei einer Geschwindigkeit bis 30 km/h ein surrendes Geräusch von sich, um Radfahrer oder Fußgänger auf sich aufmerksam zu machen. Das Geräusch ist nicht penetrant, aber hörbar. Als Fahrer jedoch ist der Unterschied zum Benziner wenig relevant. Sobald der Wagen in Bewegung ist, klingt er durch das Abrollgeräusch der Reifen und den Fahrtwind genauso wie man es gewohnt ist. Überhaupt fühlt sich das E-Auto trotz seines völlig anderen Antriebs nur marginal anders an als ein „normaler“ Kleinwagen. Wir sind richtig überrascht davon, wie  ähnlich das Fahrgefühl ist. Positiv fällt uns dabei die Beschleunigung auf. Mit seinen 90 PS fährt sich der Wagen angenehm sportlich und spritzig - da sehen andere Kleinwagen alt gegen aus. Während der gesamten Fahrt haben wir natürlich unsere Batterieanzeige im Auge behalten. Nach gut 140 Kilometern zeigt der Wagen an, dass wir noch 70 weitere Kilometer fahren könnten. Während der Fahrt haben wir festgestellt, dass die Anzeige sich jeweils den Gegebenheiten der Strecke anpasst. Geht es bergauf,  verringert sich die Reichweite um einige Kilometer. Dazu sei gesagt, dass während unserer Fahrt sowohl Heizung als auch Radio konstant liefen. Ein großer Faktor bei der Reichweite ist die Außentemperatur. Man kennt es vom Mobiltelefon oder anderen technischen Geräten: Ist es draußen kalt, ist der Akku schneller leer. Das kann auch Sandra Ehlen bestätigten. Besonders wirke sich das bei Fahrzeugen aus, die schon oft geladen wurden. Allerdings, betont sie, seien die neuen Akkus deutlich leistungsfähiger als das noch vor ein paar Jahren des Fall war. Unser nagelneuer Testwagen hat somit einen moderneren und wenig abgenutzen Akku, der sich auf der Testfahrt gut geschlagen hat.  Über die Akku-Lebenszeit können wir natürlich keine Auskünfte geben. Geladen werden kann der Akku sowohl an der E-Zapfsäule als auch zuhause. Der Gang zur E-Zapfsäule funktioniert unterschiedlich, je nachdem ob man einen Vertrag mit dem Betreiber hat oder nicht: Mit der Karte der jeweiligen Anbieter kann man die Säulen entriegeln, die von diesem Versorger aufgestellt wurden. Will ich die Säule eines anderen Betreibers nutzen, muss ich an der Säule per Handy einen QR- oder NFC-Code einscannen, um dort laden zu können. In beiden Fällen ist das Tanken kostenlos. Um das ganze noch weiter zu vereinfachen, arbeiten die Energieversorger aktuell daran, ihre Säulen zu einem deutschlandweiten Netz zusammen zu bringen. Eine App namens Tank-E soll dann in Kürze die Karten ersetzen und es den Nutzern ermöglichen, die Zapfsäulen für sich freizuschalten. Außerdem zeigt die App die nächste Säule auf der Karte an. Während des Ladevorgang sind die Enden des Kabels verriegelt und können nur mit dem elektrischen Schlüssel des Wagens geöffnet werden. Somit muss man den Wagen nicht bewachen, während er lädt. Das nehmen auch schon einige Kunden in Anspruch. Auf unserer Rundfahrt erlebten wir mehrere belegte E-Zapfsäulen. Mit der geplanten App soll es möglich sein, zu sehen, ob die anvisierte Zapfsäule frei ist und sie auch zu reservieren - damit man sichergehen kann, dass man auch wirklich tanken kann, wenn man vor Ort ankommt  Will man den Wagen zuhause laden, geht das über die normale Steckdose, für die im Kofferraum des Wagens ein Adapter bereit liegt. Die Ladezeiten sind dabei deutlich unterschiedlich: Lädt man den Wagen an der E-Zapfsäule, ist der Wagen in zwei Stunden wieder vollgetankt. An der normalen Steckdose dauert dieser Vorgang bis zu sechs Stunden. Wobei das in der Praxis nicht so sehr zu Buche schlagen sollte, da die meisten Fahrer ihren Wagen über Nacht laden werden und die Ladedauer nicht so relevant ist. Zulassungen EU-weit liegt Deutschland auf Platz eins bei den Zulassungen von E-Autos: 54.617 waren ein im Jahr 2017 - doppelt soviel wie im Vorjahr. Die Ene verzeichnet bisher gut 90 Kunden, die ihre E-Autos mit einer Karte an den Säulen des Eifeler Energiebetreibers aufladen.  Zapfsäulen 13 Zapfsäulen betreibt die Ene im Südkreis Euskirchen. 11 Stück betreibt die e-Regio in ihrem Verbreitungsgebiet zwischen Mechernich und  Heimerzheim. Die Tankstellen der beiden Betreiber findet man auf den jeweiligen Homepages. Weitere Tankstellen findet man online unter e-tankstellen-finder.com