Wer regiert im Haus der Städteregion?

Er ist so etwas wie der »Vater der Städteregion Aachen«. Zumindest hat er an diesem deutschlandweit einzigartigen Konstrukt von Kreis und kreisfreier Stadt entscheidend mitgewirkt, sie neun Jahre lang geführt und versucht, in den Köpfen der Menschen zu verankern. Am 31. Dezember tritt Städteregionsrat Helmut Etschenberg in den Ruhestand.
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»Demokratie wird uns nicht geschenkt. Sie braucht den Einsatz von uns allen. Es gilt abzuwägen: Wählen gehen oder anderen die Entscheidung überlassen. Stumm sein oder Mumm zeigen. Setzen Sie sich ein für unser friedliches Miteinander und die Zukunft unserer Gesellschaft! Also: Meinung bilden. Wählen gehen.« So heißt es auf der Internetseite der Städteregion Aachen. Und in dieser sind sich der scheidende Städteregionsrat und alle seine potenziellen Nachfolger einig: Möglichst viele Menschen aus der Region zum Gang zur Wahlurne zu bewegen sei wichtig und ein großer Erfolg für die Demokratie. »Ich habe dem Kind das Laufen beigebracht«, schaut Helmut Etschenberg zufrieden auf neun Jahre Städteregion Aachen. Ein Forschungsflughafen Merzbrück, ein interkommunales Gewerbegebiet oder aber die Modellregion für Digitalisierung seien nur einige Beispiel, was man als Städteregion bewegen kann. »Der Zusammenschluss der Kommunen wird mehr und mehr zur Normalität - bei den Bürgern, aber gerade auch bei  politisch Verantwortlichen«, ist Etschenberg erfreut. Und auch bei der Sicherheitsfrage rund um das belgische Atomkraftwerk »Tihange 2« sieht Etschenberg weiter Bewegung durch gemeinsame Anstrengungen.

Koalition aus Schwarz und Grün

Wenn der Eifeler nun zum 1. Januar 2019 in Ruhestand tritt, sieht er die Verwaltung gut und zukunftsfähig aufgestellt. ihr  gehören  insgesamt  28  Ämter  und  Stabstellen  mit  rund  2.200  Mitarbeiten an - der Städteregionsrat ist deren Chef, erster Repräsentant des Zusammenschlusses von zehn Kommunen zwischen Baesweiler und Monschau, steht aber auch dem Städteregionstag vor.  Politisch bilden CDU (27 Sitze) und Grüne (10 Sitze) eine Koalition. Auf der Oppositionsbank sitzen SPD (23), Linke (4), FDP (4), Piraten/UFW-Gruppe (2), AfD (1) und ein parteiloser Abgeordneter. Die StädteRegion Aachen ist Rechtsnachfolgerin des Kreises Aachen, der zum 21. Oktober 2009 aufgelöst wurde. Die Stadt Aachen ist regionsangehörige Kommune, behält aber die Rechtsstellung einer kreisfreien  Stadt.  Das  bedeutet,  dass  sie etwa  über  einen  Oberbürgermeister  sowie  Bezirksvertretungen  verfügt.  Die  rechtliche  Grundlage  der  StädteRegion  ist  das »Aachen-Gesetz«. Zwischen ehemaligem Kreis mit seinen Kommunen Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Monschau, Roetgen, Simmerath, Stolberg und Würselen sowie der Kaiserstadt mehr Einigkeit zu erzielen, ist die Aufgabe des künftigen Städtregionsrates.

Einigkeit, um sich Gehör zu verschaffen

Einigkeit fordert der in Imgenbroich lebende Etschenberg aber gerade auch von seiner Heimatregion: Nach dem plötzlich verstorbenen Hilsenbeck verliert die Eifel mit ihm einen weiteren, gewichtigen Fürsprecher für den ländlichen Raum: »Wenn Monschau und Simmerath weiter so miteinander umgehen, werden sie die Verlierer sein«, stellt der scheidende Verwaltungschef klar, dass die kleinen Kommunen mit einer Stimme sprechen müssen, um sich in der Städteregion Gehör zu verschaffen.

Gehen Sie zur Wahl: Mischen Sie sich ein!

Den Städteregionsrat können Sie am Sonntag, 4. November, zwischen 8 und 18 Uhr wählen, wenn Sie
die deutsche Staatsbürgerschaft oder die eines anderen Staates haben, der zur Europäischen Union gehört,
in der StädteRegion Aachen wohnen und
mindestens 16 Jahre alt sind.
Wahlscheine für Briefwahl können bis Freitag, 2. November, beantragt werden.
Die Kandidaten:
CDU:  Dr. Tim Grüttemeier
SPD:  Daniela Jansen
Grüne: Oliver Krischer
Linke: Albert Borchardt
ÖDP:  Marcel Foré
AfD: Markus Matzerath
Mehr zu den Kandidaten und ihren Zielen für die Eifel erfahren Sie im aktuellen WochenSpiegel!