Corona-Pandemie trifft Grundschule an der Mosel

Lehrerin in der Verbandsgemeinde Cochem mit Virus infiziert

Cochem. Schüler und Lehrer in Quarantäne. Pädagogin war zweimal getestet worden.

Von Mario Zender 

Die Corona-Pandemie trifft immer mehr Cochem-Zeller direkt oder indirekt. 80 Bürgerinnen und Bürger sind (Stand 26. März, 17 Uhr) mit dem heimtückischen Virus infiziert.Nun ist erstmals auch eine größere Anzahl Schüler von einer Quarantäne-Maßnahme der Kreisverwaltung Cochem-Zell betroffen. Nach Informationen des Cochemer WochenSpiegel ist eine Lehrerin einer Grundschule in der Verbandsgemeinde Cochem positiv auf das Coronavirus getestet worden. Eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung bestätigte die Kreisverwaltung Cochem-Zell.Da die Lehrerin zuvor noch Kontakt mit elf Schülerinnen und Schülern der 4. Klasse hatte und auch noch an einer Dienstbesprechung mit Kolleginnen und Kollegen teilgenommen hat, wurden für die Schüler und die Lehrerkollegen entsprechende behördliche Schutzmaßnahmen getroffen. Selina Höllen, Pressesprecherin der Kreisverwaltung: "Nach Ermittlung der Kontaktpersonen der Kategorie 1 wurde für diese durch das Gesundheitsamt Quarantäne angeordnet."Besonders tragisch dürfte der Umstand sein, dass sich die Lehrerin zwei Mal auf das Coronavirus testen lassen musste. Denn nachdem sie am Mittwoch auf das Virus getestet worden war, musste der Test am Freitag wiederholt werden, da der Abstrich nicht richtig erfolgt war. Die Kreisverwaltung Cochem bestätigt entsprechende Informationen unserer Zeitung. Pressesprecherin Selina Höllen: "Das Labor teilt dem Gesundheitsamt derzeit nur die positiven Ergebnisse mit. Zu der betroffenen Person liegt ein positives Testergebnis vor. Nach weiteren Recherchen durch das Gesundheitsamt können wir den von Ihnen beschriebenen Sachverhalt bestätigen."

Bereits seit Tagen gibt es Beschwerden (wir berichteten) von getesteten Personen, die am ersten Tag der Corona-Teststation in Cochem offenbar falsch untersucht worden waren. Hintergrund ist eine Organisationspanne in der Corona-Teststation. Die Kreisverwaltung Cochem-Zell hatte es versäumt, am ersten Tag die ehrenamtlichen Helfer des DRK ordnungsgemäß medizinisch einzuweisen. Das führte dazu, dass die DRK-Helfer am ersten Tag ein falsches Verfahren anwendeten. Bei den Tests wurden die Proben mittels eines Teststäbchens aus der Wangentasche genommen. Die gängige medizinische Methode für aussagekräftige Tests ist jedoch der sogenannte Rachenabstrich. Erst einen Tag später, nachdem die Kreisverwaltung von verschiedenen Seiten - unter anderem von Ärzten - informiert worden war, sind die Abläufe verändert und die DRK-Helfer von einem Arzt eingewiesen worden.
97 Cochem-Zeller hatten sich an diesem ersten Tag der Untersuchungen in Cochem auf das Coronavirus testen lassen. Mehrere an diesem Tag getesteten Personen, deren Ergebnis negativ war, ließen sich nach WochenSpiegel-Informationen erneut testen. Bei mindestens vier, so WochenSpiegel-Recherchen, wies der Nachtest ein anderes Ergebnis, nämlich "positiv" auf.
Am vergangenen Montag hatte die Kreisverwaltung auf ihrer Facebook-Seite mitgeteilt, dass sich Personen erneut testen lassen könnten. "Alles rein vorsorglich und zur Beseitigung etwaiger Unsicherheiten und Ängste", so die Behörde. Stefan P. (Name von der Redaktion geändert) ist einer der Cochem-Zeller, die zwei Mal getestet worden sind - mit unterschiedlichen Ergebnissen. Für ihn ist es unbegreiflich, dass nicht längst das Gesundheitsamt alle am ersten Tag der Corona-Teststation untersuchten Personen erneut zum Test aufgefordert hat. "Wie lange wollen die denn noch warten?", fragt er aufgebracht.

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