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Die Erinnerung fotografiert

Cochem. In der Kreisverwaltung Cochem-Zell ist bis zum 22. März die Fotoausstellung "Das Konzentrationslager Natzweiler und seine Außenlager auf beiden Seiten des Rheins" zu sehen. Eines der Lager war das "KZ-Außenlager Kochem" mit Lagern in Treis und Bruttig.

Schüler und Studierende lieferten die Vorlagen der Ausstellung des "Verbunds der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler" (VGKN) unter dem Motto "Photographier la mémoire - Die Erinnerung fotografieren". Im Rahmen des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus wurde die Ausstellung von Landrat Manfred Schnur eröffnet, der betonte, dass die Gedenkarbeit in der Region eine große Akzeptanz habe. Die Ausstellung sei eine Botschaft, formulierte Schnur den Anspruch.  Franziska Bartels vom Referat Kultur der Kreisverwaltung führte in die Ausstellung ein und der Treiser Guido Pringnitz stellte neue Ergebnisse der Geschichte rund um den Treis-Bruttiger-Tunnel vor, die er in der zweiten, aktualisierten Auflage seiner Dokumentation "Deckname Zeisig" aufgenommen hat.  Die Ausstellung, die bis zum Tag der Konzeptübergabe des Gedenkkonzepts zum "KZ Außenlager Kochem" in der Kreisverwaltung gezeigt wird, soll, so Landrat Schnur, verdeutlichen, dass das Gedenken auch in der Zeit bis zu dieser Konzeptübergabe nicht ruht. 

Foto: Pauly

Video: Zender

www.vgkn.eu

www.cochem-zell.de

 

 

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Kommentar von Greta Eberle-Kochannek
Es ist wichtig, dass die Umstände der Außenlager endlich ans Tageslicht kommen. Zu meiner Schulzeit in Cochem von 1970 - 1983 habe ich nichts davon erfahren, dass es im Tunnel ein KZ gab. Heute arbeite ich in einer Gedenkstätteninitiative des Außenlagers Leonberg mit, wo ebenfalls für die Flugzeugindustrie gefertigt wurde, auch ein Außenlager von Natzweiler-Struthof und somit in enger Verbindung zum Lager Treis Bruttig. Guido Pringnitz hat eine bemerkenswerte Recherche-Arbeit geleistet über mehr als 20 Jahre, uns ein beachtliches Buch auf den Markt bebracht, von dem nun auch offizielle Stellen profitieren. Heute ist Erinnerung und Aufarbeitung wichtiger denn je, schauen wir uns die politische Situation in Europa an. Die letzten Überlebenden des Holocaust sterben in den nächsten Jahren, keine Informationen mehr aus erster Hand die uns erreichen. Ich habe und hatte die Ehre, mit einigen in Kontakt zu sein. Wir haben die Pflicht, unseren Kindern zu berichten was vor 80 Jahren in Deutschland und der Welt geschehen ist. Damit es nie wieder geschieht. Never forget!!