25 Jahre LEADER im Hunsrück: Tag der offenen LEADER-Projekte lädt zum Entdecken ein
Vor einem Vierteljahrhundert begann die Erfolgsgeschichte von LEADER im Hunsrück. Seitdem konnten rund 500 Projekte mit einem Fördervolumen von mehr als 20 Millionen Euro umgesetzt werden. Die Bandbreite reicht von touristischen Leuchttürmen über soziale und kulturelle Initiativen bis hin zu innovativen Vorhaben für eine nachhaltige Regional- und Dorfentwicklung. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Hängeseilbrücke Geierlay, die sich weit über die Region hinaus zu einem Wahrzeichen des Hunsrücks und einem bedeutenden touristischen Anziehungspunkt entwickelt hat.
Auch kleine Projekte können viel bewegen: Im Rahmen der ehrenamtlichen Bürgerprojekte oder des Regionalbudgets konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen unterstützt werden, die oft mit vergleichsweise geringen Fördersummen von wenigen hundert oder tausend Euro umgesetzt wurden. Ob Treffpunkte, Gemeinschaftsaktionen oder kleinere Infrastrukturmaßnahmen – häufig reichen bereits 1 000 Euro aus, um ehrenamtliches Engagement zu stärken, Menschen zusammenzubringen und das Leben in den Dörfern spürbar zu bereichern.
LEADER steht zudem für den Blick über den eigenen Tellerrand. So pflegt die Region seit mehr als 15 Jahren einen intensiven Austausch mit einer Partnerregion in Finnland. Gemeinsam wurden zahlreiche Projekte und Kooperationen umgesetzt, die den internationalen Wissenstransfer fördern und neue Impulse für Themen wie Wirtschaftsförderung, Regionalentwicklung oder Jugendpartizipation in den Hunsrück bringen.
Der »Tag der offenen LEADER-Projekte« bietet nun die Gelegenheit, diese Erfolgsgeschichte sichtbar zu machen. Projektträger öffnen ihre Türen und präsentieren ihre Vorhaben direkt vor Ort. Geplant sind unter anderem Führungen, Ausstellungen, Projektvorstellungen, Vorträge sowie persönliche Gespräche bei Kaffee und Kuchen. Besucher können Projekte besichtigen und aus erster Hand erfahren, wie LEADER-Ideen entstanden sind und welche Wirkung sie für die Region entfalten.
Parallel dazu findet im Neuen Schloss in Simmern eine zentrale Begleitveranstaltung statt. Dort wird intensiv auf 25 Jahre LEADER im Hunsrück zurückgeblickt und es werden weitere Projekte vorgestellt. Die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Hunsrück stehen für Fragen rund um die Förderung und die Arbeit der Regionalentwicklung zur Verfügung.
»25 Jahre LEADER stehen für bürgerschaftliches Engagement, starke Partnerschaften und die Bereitschaft, neue Wege für die Entwicklung unserer Region zu gehen. Mit dem Tag der offenen LEADER-Projekte möchten wir die Menschen hinter den Projekten in den Mittelpunkt stellen und zugleich die beeindruckende Vielfalt der umgesetzten Vorhaben sichtbar machen«, betont Sandra Zilles, Vorsitzende der LAG Hunsrück.
Fördergelder werden im Rhein-Hunsrück-Kreis durch zwei Lokale Aktionsgruppen ausgeschüttet: die LAG Hunsrück und die LAG Welterbe Oberes Mittelrheintal (WOM). Letztere gehört ebenfalls zu den ersten LEADER-Gruppen in Rheinland-Pfalz. Zunächst wurde sie durch die damalige VG St. Goar-Oberwesel getragen. Über die Jahre wuchsen Aufgaben, Mittel und räumliche Zuständigkeiten und die LAG WOM kooperierte immer stärker mit dem Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal, der heute das Regionalmanagement für die LAG vollständig übernimmt. Der Vorsitz liegt nach wie vor bei Verbandsgemeindebürgermeister Peter Unkel (VG Hunsrück-Mittelrhein). Die Gebietskulissen beider LAGs gehen dabei über die Kreisgrenzen hinaus.
Über die Jahre wurden ebenfalls zahlreiche Vorhaben gefördert. Zu den geförderten Projekten zählen unter anderem der Aussichtsturm »Spitzer Stein« sowie die Bühne auf Maria Ruh und die neue öffentliche Bücherei als frei zugängliche »Open Library« in der Kurfürstlichen Burg in Boppard. Auch private Antragsteller profitierten von der LEADER-Förderung. Dazu gehört etwa der Ferienhof Hardthöhe mit seinen Rheinblick-Chalets und den Projekten »Welterbe-Lavendel« und »Lila Klassenzimmer«. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung kultureller Besonderheiten durch digitale Angebote. Unterstützt wurden dabei unter anderem Projekte der Stadt Oberwesel und der Kulturstiftung Hütte. Auch der barrierefreie Umbau der Tafel in Oberwesel wurde unterstützt.
»Der Erfolg von LEADER lässt sich nicht allein in Fördermitteln oder Projekten messen. Er zeigt sich vor allem in den Menschen, die Verantwortung übernehmen, Ideen entwickeln und ihre Heimat aktiv mitgestalten«, sagt Achim Kistner, Geschäftsführer der LAG Hunsrück. Deshalb müsse das europäische Regionalentwicklungsprogramm auch über 2027 hinaus fortgeführt werden. »Ohne LEADER wäre der Hunsrück ein Stück weniger lebenswert, weil vielen guten Ideen und engagierten Menschen wichtige Unterstützung fehlen würde«, betont Kistner.

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