600 Tonnen E-Schrott pro Jahr werden Kreislaufwirtschaft zugeführt
Wohin mit alten TV-Geräten, elektronischen Werkzeugen, Kühlschränken, Lampen, Toaster, Computer & Co.? Diese dürfen nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) nicht einfach über den Hausmüll entsorgt werden, sondern der Kreislaufwirtschaft zugeführt werden. »Die Idee hinter der gesteuerten und kontrollierten Entsorgung ist einerseits, den illegalen Export von Elektroaltgeräten ins Ausland zu bekämpfen«, sagt Ralf Link von der Rhein-Hunsrück-Entsorgung (RHE). »Andererseits können so wertvolle Rohstoffe wiederverwendet werden – Stichwort: seltene Erden – und negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit reduziert werden.«
Daher hat die RHE, zusammen mit Kooperationspartnern, bereits vor 20 Jahren Annahmestellen im Landkreis eigerichtet, an denen Bürger ihre alten Elektro-Geräte kostenlos abgeben können. Diese befinden sich in Buchholz, Oberwesel, Kastellaun, Simmern und am Wertstoffhof der RHE bei Kirchberg (Übersicht und Öffnungszeiten unter: www.rh-entsorgung.de/elektro).
In Simmern ist die Annahmestelle seit Januar auf dem Gelände der Rhein-Mosel-Werkstatt (RMW) beheimatet. »Hier ist uns eine tolle Kooperation gelungen. Das Gelände bietet ausreichend Platz für die Sammelcontainer, ist gut erreichbar und hat Räume für das Personal«, freuen sich Link und RHE-Chef Thomas Lorenz. Besetzt ist die Annahmestelle mit vier Mitarbeitenden der RMW. Diese Mitarbeiterzahl braucht es auch – alleine im Januar wurden in Simmern pro Tag rund 70 Anlieferungen gezählt.
»In den Jahren 2021 bis 2025 sind im Landkreis jährlich zwischen 400 und 600 Tonnen an Elektroaltgeräten angefallen«, sagt Link. »Pro Einwohner sind das rund sieben bis neun Kilo. Damit liegen wir im Kreis leicht unter dem Bundesdurchschnitt (10,5 Kilo pro Jahr).« Trotzdem ist das noch eine ganze Menge.
An den Annahmestellen werden die gelieferten Geräte gemäß dem ElektroG in sechs Gerätegruppen getrennt gesammelt. Diese sind: Wärmeüberträger (Gruppe 1), Bildschirme, Monitore und große Bildschirmgeräte (Gruppe 2), Lampen (Gruppe 3), Haushaltsgroßgeräte (Weiße Ware, Gruppe 4), Kleingeräte (auch der Informations- und Telekommunikationstechnik (Gruppe 5) sowie Photovoltaik-Module (Gruppe 6). Bei letzterem ist zu beachten, dass PV-Module nur am Wertstoffhof der RHE bei Kirchberg abgegeben werden können.
Sonst können alle Elektro-Gräte zu allen Annahmestellen gebracht werden. Wichtig: Abnehmbare Akkus (beispielweise bei Laptops oder Werkzeugen) sind separat abzugeben. Diese müssen aus Sicherheitsgründen auch extra gelagert werden. Alte Leuchtmittel können ebenfalls nur in Kirchberg abgegeben werden. Link empfiehlt hier, diese direkt im Fachhandel abzugeben.
Die Altgeräte werden dann zur Weiterverwertung von Partnern in der Kreislaufwirtschaft abgenommen. Durch die Weiterverwertung von Komponenten der E-Geräte können am Markt Gewinne erwirtschaftet werden, welche ihren Teil zur Stabilität der Abfallgebühren im Kreis beitragen. Ein weiteres Beispiel für regionale Wertschöpfung.
Mit dem Umzug der Annahmestelle in Simmern hat man auch soziale Synergien geschaffen. »Die Kooperation mit der RHE ist gelebte Inklusion. So wurden bei uns neue, sinnstiftende Arbeitsplätze geschaffen, die echte Teilhabe bieten«, betonte RMW-Betriebsstättenleiter Heribert Wagner. Geschäftsführer Frank Mehnert ergänzte: »Die Annahmestelle ist auch ein Ort der Begegnung. Denn die Arbeit findet mitten im öffentlichen Raum statt – mit direktem Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern.« Über den Aspekt der Inklusion freuten Landrat Volker Boch und Thomas Lorenz. Beide hoben zudem die unkomplizierte und schnelle Einrichtung der neuen Annahmestelle »in Rekordzeit« innerhalb eines Jahres hervor.

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