Der Beller Markt: Volksfest zwischen Tradition und Auflagen
Mehr als 400 Händler mit mannigfaltigen Warenangeboten, gutes Essen und Volksfeststimmung – so kann man den Beller Markt beschreiben. Rund 15 000 Besucher zählt der Veranstalter, der Verein zur Förderung des bürgerlichen Engagements in Bell e.V., jedes Jahr am Markttag. Doch wer sich am Mittwoch, 22. Juli, ab 9 Uhr durch die Gassen des Marktes manövriert, ist sich eventuell gar nicht bewusst, welche lange Tradition hinter dem Markt steht.
Vor über 700 Jahren – genauer gesagt im Jahr 1309 – erhielt die Gemeinde Bell das Marktrecht. »Im Mittelalter war der Markt ein reiner Viehmarkt«, sagt Bells Bürgermeister Manfred Kochems. »Vieh wurde noch bis in die Nachkriegsjahre hier gehandelt. Möglich war das auch durch die Nähe zum Beller Bahnhof.« Im Laufe der Jahrhunderte kamen Krammarkt und Gewerbeausstellung dazu sowie die Verknüpfung mit der Beller Kerb.
Diese lange Tradition wird gepflegt, unter anderem mit dem Brauchtum des Marktstraußbindens durch die Dorfjugend. Der Strauß wird am Vorabend des Marktes aus den Ästen eines Wacholderbusches fest zusammengebunden. Gebunden wird er im Festzelt nach dem Fassanstich (19 Uhr) am Dienstag. Anschließend gibt’s Musik und Tanz. Am Markttag trägt der Jahrgangsälteste, jeweils aus dem Geburtenjahrgang von vor 20 Jahren, zusammen mit der Kapelle und der restlichen Dorfjugend den Strauß von Bell bis zum Festzelt (Einzug gegen 15 Uhr).
Auf dem Weg zum Marktgelände müssen alle ausgeblasenen Eier, die den Strauß schmücken, durch Schütteln zerbrochen werden. Nach dem Markt wird der Strauß traditionell verbrannt. Um das Brauchtum weiter zu wahren, hat die Dorfjugend Ende des letzten Jahres 35 neue Wacholder-Setzlinge gepflanzt.
Vermutlich seit rund 250 Jahren wird der heutige Standort vor den Toren der Gemeinde genutzt. Das soll auch künftig so sein, trotz immer neuer Auflagen, die die Organisatoren vor immer größere Herausforderungen stellen. »Mit jeder neuen Auflage steigen die Kosten, hinzu kommen die Teuerungsraten der vergangenen Jahre«, sagt Marktleiter Andreas Bauer. So sah man sich gezwungen, im letzten Jahr die Parkgebühren anzuheben. In diesem Jahr sind es die Standgebühren. »Wir haben keine andere Wahl. Nur so können die organisatorischen Kosten gedeckt werden«, so Bauer. In diesem Jahr erfolgt die Ausfahrt vom Parkplatz ausschließlich in Richtung Völkenroth. Grund sind die Bauarbeiten an der Hauptstraße in Bell.

Auto stürzt acht Meter Böschung hinab - Zwei Schwerverletzte

Filmjuwelen aus 100 Jahren bei den Heimat Europa Filmfestspielen 2026 in Simmern

Trostspender für Kinder: KSK übergibt 120 Teddybären ans Rote Kreuz






Zurück
Nach oben