

Durch den einstimmigen Beschluss des Bopparder Stadtrates zum Betrauungsakt konnte im März die Schließung des Heilig Geist abgewendet werden. Zuvor hatten die Gesellschafter des Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM), zu dem die Bopparder Klinik gehört, unter Vorbehalt die Schließung des Standorts zum 30. September 2026 beschlossen. Ein zentraler Aspekt, den Schließungsbeschluss zu revidieren, war der Betrauungsakt. Darin ist vertraglich geregelt, dass das GKM den Standort bis Ende 2027 weiterbetreibt und zukunftsfähig zur Regioklinik umbauen soll. Im Gegenzug übernimmt die Stadt bis zu zwei Millionen Euro an Verlusten.
Nun hat das Heilig Geist bekannt gegeben, wie man sich neu aufstellen will. Das Leistungsspektrum wird angepasst und zukünftig auf die Kernkompetenzen fokussiert. Dazu erklärt die Kaufmännische Direktorin Eva Reichert: »Insgesamt dienen die Maßnahmen der langfristigen Sicherung des Klinikstandorts sowie der Anpassung an die sich wandelnden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.«
Die Chirurgie schließt und der Fokus des Hauses liegt künftig noch stärker auf den etablierten medizinischen Schwerpunkten Geriatrie, Innere Medizin, Psychosomatik, Wundmedizin und Plastische Chirurgie. Das GK-Mittelrhein bietet der Region jedoch starke Partner im Verbund.
»Das gesamte Behandlungsspektrum der Unfallchirurgie bis zum Schwerstverletzungsartenverfahren der Berufsgenossenschaft (Arbeitsunfälle), dem regionalen Traumazentrum und dem anerkannten Zentrum für Querschnittlähmung steht in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Ev. Stift St. Martin in Koblenz zur Verfügung. Das gesamte allgemein- und viszeralchirurgische Behandlungsspektrum hingegen wird in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Kemperhofs in Koblenz abgebildet«, erläutert Alexandra Kiauk, Geschäftsführerin im GKM.
Die bisherige Intensivstation wird in eine IMC-Einheit umgewandelt. Die Abkürzung steht für Intermediate-Care-Einheit, ein Bereich für Patienten, die eine engmaschige Überwachung und intensivere Betreuung benötigen, aber nicht mehr auf der Intensivstation behandelt werden müssen.
Die Zentrale Notaufnahm schließt. Patienten mit sogenannten Alltagsnotfälle werden ganzjährig rund um die Uhr vom Erstversorgungsteam bei einem akuten, medizinischen Problem, das nicht lebensbedrohlich ist, behandelt. »Es handelt sich um Beschwerden, die akut ärztlich abgeklärt werden sollten, aber keine Behandlung in der Krankenhaus-Notaufnahme erfordern«, erklärt Eva Reichert.
Wichtig: Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie Atemnot, Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit, starken Blutungen oder einem Verdacht auf Schlaganfall sollte immer sofort der Rettungsdienst unter 112 gerufen werden.
Besonders in den fünf genannten Bereichen verfügen die Teams über jahrzehntelange Erfahrung und hohe fachliche Kompetenz. Diese Schwerpunkte sollen im Sinne einer Regioklinik weiter ausgebaut werden.




