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Andreas Bender

Künstler mit Kettensäge

Tiefenbach. Forstwirtschaftsmeister Andy Assmann gestaltet mit der Motorsäge Kunstwerke aus Holz und überzeugte auch in der Challenge-Show "Motorsägen-Masters".

"Holz ist mein Leben, dementsprechend versuche ich auch, das Holz in seiner Wertschätzung darzustellen. Eine Skulptur mit starker Aussagekraft", sagt Andy Assmann.

Bild: Maxim Abrossimow / Motorsägen Masters, ARD

Mit viel Stolz blickt Andy Assmann auf seine Teilnahme bei den "Motorsägen-Masters", einem Wettbewerb der aktuell in der ARD-Mediathek zu sehen ist. Hier durfte sich der Tiefenbacher mit sieben weiteren "Carvern" aus Deutschland messen lassen. "Chainsaw-Carving" lässt sich mit "Motorsägen-Schnitzerei" übersetzen. In der Sendung werden Eichenstämme bevorzugt, aber auch andere Baumarten fordern die Teilnehmer heraus.

 

Ein Heimspiel sozusagen für den jungen Hunsrücker, denn Wettbewerbsarena und Drehort war die Lauschhütte bei Daxweiler. Ralf Möller, Schauspieler und früherer Mister-Universum, ist Moderator der Show und einer von drei Jurymitgliedern, die darüber entscheiden mussten, wer am Ende des Tages sprichwörtlich abgesägt wurde. "Die Dreharbeiten zogen sich über mehrere Tage", verrät Andy Assmann, "die vorgegebenen Zeiten der Challenges waren allerdings echt."

 

Das faszinierende Gerät Motorsäge wollte den Hunsrücker seit seiner Ausbildung 2007 nicht mehr loslassen. 2015 folgte die Fortbildung zum Forstwirtschaftsmeister und in 2019 eine Weiterbildung als Baumpfleger. Neugier, Ehrgeiz und Talent brachten ihn schließlich zu vielen deutschland- und europaweiten Wettbewerben bis hin zur Challenge-Show der ARD. Die Wettbewerbe in Österreich, Ungarn, Dänemark, England und sogar Kanada verbinden sich übrigens auch gut mit seiner Reiseleidenschaft.

 

Seine Kunstwerke sind überwiegend aus alten Unglücksbäumen geschnitzt, denn er möchte den Bäumen neues Leben einhauchen und das Positive im Unglück zu symbolisieren. Daher trägt jede Skulptur ein Etikett mit der entsprechenden Herkunft um diese, wie er es nennt, Meta-Ebene zu verdeutlichen.

 

Aus dieser Philosophie ist unter anderem das große (Holz-) Pferd vor seinem Haus in Tiefenbach entstanden. Als er hörte, dass auf einem Friedhof in Neckarsteinach eine alte Eiche umgefallen war, kümmerte er sich eigenständig um den Abtransport und sägte daraus sein ganz spezielles Holzpferd. Den Stamm eines umgefallenen Baumes an einer Tankstelle in Simmern nutzte Andy für die Skulptur "Ahrtalbaum": Eine 130-jährige Eiche als Zeichen der Hoffnung für die Betroffenen der Flutkatastrophe im Ahrtal. Am Simmersee in Simmern entsteht derzeit das nächste Projekt; vorbeischauen lohnt sich. Auch die Skulpturen der "Motorsägen-Masters" können auf der Lauschhütte in Daxweiler bewundert werden.

 

Um sich seiner Leidenschaft voll und ganz zu widmen ist der Tiefenbacher mittlerweile selbstständig. Einen kleinen Einblick in seine Kunst kann unter www.andy-assmann.de gewinnen.

 

Von Patrick Mayer.


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