Andreas Bender

Windenergie: Soonwald soll als naturnahe Kulturlandschaft weitergehend geschützt werden

Hunsrück. Zum Schutz des Soonwalds soll dieser im künftigen Landesentwicklungsprogramm als ‚naturnahe Kulturlandschaft‘ ausgewiesen werden, um den Bau von Windenergieanlagen auszuschließen.

Bild: Archiv

Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat in den vergangenen Jahren den Ausbau der Windenergie stark vorangetrieben. Gemeinsam mit dem Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz und der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald arbeitet der Landkreis daran, die Vorgaben des Landeswindenergiegebietegesetzes (LWindGG) zu erfüllen und will Eingriffe in den Soonwald vermeiden.

 

Die Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald als zuständiger Planungsträger befindet sich auf einem guten Weg, die erste Ausbaustufe des LWindGG mit einem Flächenziel von 1,4 Prozent zu erfüllen. Gleichzeitig gab es in der Vergangenheit immer wieder Bedenken hinsichtlich der zweiten Ausbaustufe des LWindGG, insbesondere was das Erreichen des Flächenziels und die teilräumliche Überlastung durch zusätzliche Windenergieanlagen – insbesondere mit Blick auf die Inanspruchnahme großer Teile des Soonwalds – betrifft.

 

„Zum Schutz des Soonwalds soll dieser im künftigen Landesentwicklungsprogramm als ‚naturnahe Kulturlandschaft‘ ausgewiesen werden. Dadurch erhält die Regionalplanung die Möglichkeit, den Bau von Windenergieanlagen über die gesetzlichen Regelungen hinaus auf diesem Gebiet verbindlich auszuschließen. Unser Ziel ist es, der Regionalplanung grundsätzlich einen Schutz des Kernbereichs des Soonwalds möglichst bis südlich der B50 zu ermöglichen“, teile Innenminister Michael Ebling vergangene Woche mit. Dies gehe, so der Minister, nochmal über die bereits gegebenen Zusagen zum Schutz des Sonnwaldes hinaus. Die Ergebnisse eines landesweiten Gutachtens zur Abgrenzung und Zonierung naturnaher Kulturlandschaften werden im Sommer 2026 erwartet und fließen in die Erarbeitung des Entwurfs des Landesentwicklungsprogramms (LEP5) ein.

 

„Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit dem Innenministerium und der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald, mit denen wir ein gemeinsames Ziel verfolgen: Die Energiewende ohne Überlastung des Rhein-Hunsrück-Kreises voranzubringen und so nachhaltig einen wirksamen Schutz des Soonwalds zu gewährleisten“, so Volker Boch, Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, stellvertretend für die kommunale Familie der Verbandsgemeinden und der Stadt Boppard.

 

Zur frühzeitigen Erkennung und Vermeidung regionaler Überlastungen wird ein regelmäßiges Monitoring mit und für die Planungsregionen etabliert. Dies startet bereits im März 2026. Gemeinsam mit der Geschäftsstelle der Planungsgemeinschaft sollen nun zusätzliche Potenziale außerhalb des Rhein-Hunsrück-Kreises identifiziert werden.


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