Andreas Bender

Förderrichtlinie: VG Kirchberg unterstützt Ärzte bei Qualifizierung von Mitarbeitenden

Kirchberg. Die VG Kirchberg will mit einer neuen Förderrichtlinie zur Qualifizierung von Mitarbeitenden die Ärzte vor Ort unterstützen. Die ersten Personen haben nun mit dem Studium zur Weiterbildung begonnen.

Sabine Bonn und Peter Müller präsentieren die Förderrichtlinie, die erste Früchte trägt.

Sabine Bonn und Peter Müller präsentieren die Förderrichtlinie, die erste Früchte trägt.

Bild: Andreas Bender

»Wie viele Kommunen im ländlichen Raum, ist auch in der Verbandsgemeinde (VG) Kirchberg die Ärzteversorgung dezentral aufgestellt«, sagt Bürgermeister Peter Müller. »Um diese zu sichern und Praxen zu unterstützen, hat der VG-Rat vor einem halben Jahr die neue Förderrichtlinie zur Finanzierung des Studiums der Primary Care Management (PCM) und des Physician Assistance (PA) verabschiedet.«

 

Diese trägt nun Früchte. Drei Mitarbeitende in drei Hausarztpraxen in Kirchberg, Büchenbeuren und Gemünden starten jetzt mit ihrer Weiterbildung. Müller und Büroleiterin Sabine Bonn freuen sich, dass die Fördermöglichkeiten quasi direkt genutzt werden. »Bewerbungen gab es schon Ende des letzten Jahres«, sagt Bonn. »Die Weiterbildung dauert 2,5 Jahre (sieben Semester). Unter bestimmten Voraussetzungen – je nach Vorbildung – kann diese verkürzt werden.«

 

Bei der Weiterbildung handelt es sich um ein nebenberufliches Studium, dessen Kosten von der VG übernommen werden. Die Mitarbeitenden sind also weiterhin in ihren Praxen im Einsatz, Kurse finden online nach Feierabend statt. Es gibt eine Präsenzwoche pro Semester.

 

Durch die Qualifizierung Medizinischer Fachangestellten (MFA) zur PCM dürfen diese mehr Aufgaben übernehmen im Praxismanagement und bei primärmedizinischen Tätigkeiten. Die Qualifizierung zum PA befähigt unter anderem zu vorbereitenden Anamnese-Besprechungen, Leistungen im Bereich der Diagnostik und diagnostische Tätigkeiten, wie Sonographie und Echokardiographie. »Hierdurch werden die Hausärzte entlastet und können sich stärker auf die Fälle konzentrieren bei denen ihre ärztliche Kompetenz zwingend erforderlich ist«, so Bonn.

 

Eine Vorbildung ist unumgänglich. »Es handelt sich um eine Weiterbildung«, hebt Bonn hervor. »Man muss eine Ausbildung im ärztlichen / medizinischen Bereich haben und in Anstellung einer Praxis sein.« In der Regel sind also MFA angesprochen. Aber auch die Umschulung von Personen im medizinischen Sektor sind möglich. Die Richtlinie ist zunächst auf fünf Jahre befristet und fördert Kinder- und Hausarztpraxen sowie Facharztpraxen in der VG.

 

»Zusammen mit der bestehenden Förderrichtlinie für die Ansiedlung von Ärzten in der VG haben wir einen weiteren Baustein geschaffen, um auch in Zukunft eine bedarfsgerechte Versorgung sicher stellen zu können und die Standorte attraktiver zu machen«, sagt Peter Müller. Gleichzeit sehen er und Bonn die Richtline als Anreiz für Kommunen, ein ähnliches Konzept umzusetzen.

 

Bei Fragen zur Förderung PCM und PA in der VG Kirchberg können sich Interessierte an Sabine Bonn wenden: 06763 / 910110; E-Mail: s.bonn@kirchberg-hunsrueck.de