Andreas Bender

Rettungsdrohne Rhein-Hunsrück: Mobile Helfer aus der Luft

Rhein-Hunsrück. Angefangen bei der Rehkitzrettung, ist der Verein Rettungsdrohne Rhein-Hunsrück e.V. stets eine helfende Einsatzkraft bei diversen Rettungseinsätzen, kostenlos und kurzfristig erreichbar.

Der zweite Vorsitzende Lukas Schöberl (links) steuert eine Drohne, die bei der Arbeit des Vereins zum Einsatz kommt. Neben ihm der erste Vorsitzende, Simon Wittig.

Der zweite Vorsitzende Lukas Schöberl (links) steuert eine Drohne, die bei der Arbeit des Vereins zum Einsatz kommt. Neben ihm der erste Vorsitzende, Simon Wittig.

Bild: Patrick Mayer

Im Jahr 2020 wurde der Verein Rettungsdrohne Rhein-Hunsrück e.V. in Boppard-Weiler ins Leben gerufen. Das anfängliche Aufgabengebiet war die Kitzrettung. Durch neue Technik und vermehrte Anfragen konnte der Verein seine Leistungen schnell erweitern. Personensuche, Tiersuche, Lagebilder in unübersichtlichem Gelände sowie die Unterstützung von BOS.

 

BOS-Rettungsdienst bezeichnet die im Rettungswesen tätigen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), wie das DRK, Malteser, Johanniter, ASB oder private Anbieter, die zusammen mit Feuerwehren und Polizei für den Katastrophenschutz und die Gefahrenabwehr zuständig sind. Sie nutzen einen verschlüsselten Digitalfunk für einsatzübergreifende Kommunikation.

 

»Bislang sind wir leider noch nicht in der Meldekette aufgenommen«, so der erste Vorsitzende Simon Wittig, »doch wir haben gute Kontakte zu vielen Wehrführern, die uns meistens zusätzlich und vor allem kostenfrei beauftragen können«. Obwohl viele Feuerwehren bereits eigene Drohnen im Bestand haben, unterstützt der Verein immer wieder gerne, wenn sie gebraucht werden. Das Einsatzgebiet erstreckt sich über den ganzen Hunsrück und sogar darüber hinaus. »Von Mayen bis Mainz helfen wir«, beschreibt der zweite Vorsitzende, Lukas Schöberl, die Landkarte. Der gebürtige Bad Salziger wohnt schon länger in der Eifel, der Kontakt zur Heimat brach nie ab und daraus entwickelte sich die gemeinsame Leidenschaft für die kreisübergreifende Initiative.

 

Die technische Ausstattung der Drohnen ist bemerkenswert. Neben den immer besser werdenden Kameras mit hochauflösenden Bildern und Wärmebildsensoren sind viele der Drohnen zusätzlich mit Hochleistungsscheinwerfern ausgestattet. Ein Scheinwerfer kann aus einer Höhe von 120 Metern und einer Distanz von knapp 500 Metern einen konzentrierten Lichtkegel bilden. Diese Technik wurde bereits vermehrt an Flüssen oder Bachläufen verwendet. DLRG und THW profitieren von diesem Vorteil oftmals. Ein erfahrener Drohnenpilot kann bis zu 100 Hektar Fläche abscannen. Während beispielsweise Rettungshundestaffeln den Boden absuchen, ergänzen die Drohnen die Suche aus der Luft – mit Erfolg.

 

Die Kitzrettung nimmt sich der Verein nach wie vor zu Herzen. Für Landwirte gilt »first come, first served«, das heißt, die Kitzrettung wird nach der Reihenfolge abgewickelt. Nach neuester Rechtsprechung haben Landwirte alle möglichen und zumutbaren Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um das Ausmähen von Kitzen zu vermeiden. Absprachen unter den Landwirten sind erwünscht, damit eine möglichst große Fläche abgedeckt werden kann. Die Helfer des Vereins sind geschult, die Tiere in ihr gewohntes Umfeld zurück zu bringen.

 

Damit der Verein weiterhin kostenfreie Leistungen anbieten kann, werden Geldspenden gesammelt und Mitglieder mit eigenen Drohnen integriert. Auf eine Pauschalgebühr möchte man so lange wie möglich verzichten, denn die Leidenschaft und Hilfsbereitschaft stehen beim Verein Rettungsdrohne Rhein-Hunsrück e.V. im Vordergrund.

 

Alle Info zum Verein sowie Kontaktmöglichkeiten unter: www.rettungsdrohne.info