

»Umweltschutz geht uns alle etwas an, daher wollen wir in unserer Schule etwas tun«, erklären die Lehrer Mark Weikert und Thomas Schlich die Idee hinter dem Projek. Neben vielen anderen nachhaltigen Projekten in Sachen Naturschutz und Umweltbildung der Schule, wurde das Projekt Regenwasserspeicher letztes Jahr initiiert. Wie üblich war auch bei diesem Thema eine sorgfältige Lern- und Planungsphase erforderlich.
Viele interessierte Schüler haben sich der neu gegründeten Regenwasser AG angeschlossen und aktiv mitgeholfen. Basierend auf den Lerninhalten aus dem Unterricht der MINT Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist das Konzept entstanden das Regenwasser vom Hallendach der Turnhalle des Herzog-Johann-Gymnasiums (HJG) in Simmern zu speichern.
Der Schüler Leo Weinand hat das Projekt mit Hilfe des Konstruktionsprogrammes Fusion 360 in einem 3D Modell entwickelt, in dem sich das Projekt visuell abbilden lassen konnte. Notwendigerweise musste auch dieses Schulprojekt einige Behördengänge durchlaufen. Nach zweijähriger Genehmigungsphase war es dann endlich soweit und die Schubkarren rollten. Schüler und freiwilligen Helfer aus Freundeskreis, Familie und Lehrergemeinschaft haben die ersten 40 Tonnen Erde mit eigener Muskelkraft bewegt. Ganz ohne Maschineneinsatz war der Projektfortschritt dann doch nicht möglich, sodass unterdessen zwei Arbeiter eines regionalen Tiefbauunternehmens mit einem Bagger unterstützend Hilfe geleistet haben.
2025 wurde das Regenwasserspeicherprojekt abgeschlossen. 18 500 Liter Regenwasser können seitdem auf dem Schulhof des HJG Simmern gespeichert werden. Ein großer Dank gilt vor allem den Sponsoren für die Geld- und Sachspenden für den Bau und weiteren Betrieb der Anlage. Ein nächster Schritt soll die Digitalisierung sein, indem mit Hilfe von elektronischen Füllstandsensoren ein permanentes Regenwassermanagement betrieben werden kann.
Ein Vorzeigeprojekt der Schule an dem sich Privathaushalte und Kommunen einiges abschauen können. Denn auch in Deutschland verstärkt sich die Trockenheit immer mehr. Eine gemeinsame Studie der BCG und dem NABU aus Januar 2026 verdeutlicht die anhaltende Trockenheit und mittelfristige Wasserproblematik in Deutschland.
Darüber hinaus ergeben sich aus den ökologischen Erkenntnissen auch wirtschaftliche Auswirkungen. Mangelndes Wassermanagement könnte, gemäß dieser Studie, Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit schwächen und bis 2050 jährlich rund 25 Milliarden Euro kosten. Trockene Sommer, hohe Verdunstungen und steigender Wasserbedarf sind die Treiber drohender Wasserknappheit. Daher gilt es, Lösungen zu entwickeln.
Naturbasierende Lösungen wie biologische Versickerungsflächen kombiniert mit technischen Lösungen aus Wassermanagement, Nutzung von Grauwasser und Investitionen zur Vermeidung Wasserverlusten sind erste wichtige Ansätze und relativ kurzfristig umsetzbar. Nicht nur diese Studie zeigt die besondere Dringlichkeit für unsere lokalen Versorger und Behörden. Mit einer richtigen Investitionsstrategie können beispielsweise alte Wasserleitungen repariert werden und somit enorme Wasserverluste vermeidbarer sein. Zudem sind Konzepte zur Regenwasserspeicherung in Privathaushalten, Gewerbe oder auch auf kommunalen Flächen essentiell. Die HJG-Schüler machen es vor.
Auf das Engagement der Projektgruppe wurde auch Greenpeace aufmerksam und hat das HJG Regenwasserspeicherprojekt unter den Namen »Schools for Earth« als nachhaltiges Projekt mit aufgenommen. Zentraler Leitgedanke: Das Wissen über die Gefährdung der eigenen Zukunft in Planung, Gestaltung und Umsetzung in eigene Umweltprojekte münden zu lassen. Ein interessanter Leitsatz an dem sich nicht nur Schüler orientieren können.




