Andreas Bender

Tödliche Gefahr für Igel: Tiere vor Gartengeräten schützen!

Region. Mähroboter, Freischneider und Motorsensen können für Igel zur tödlichen Gefahr werden. Jutta Beiser von der Naturschutzgruppe Nahe erklärt, wie Gartenbesitzer die Tiere schützen können und was bei einem verletzten Igel zu tun ist.
Kein seltenes Bild für Igelstationen: Ein Igel, der vermutlich von einem Mähwerk schwer verletzt wurde. Er musste leider eingeschläfert werden.

Kein seltenes Bild für Igelstationen: Ein Igel, der vermutlich von einem Mähwerk schwer verletzt wurde. Er musste leider eingeschläfert werden.

Bild: Privat

Igel verlassen sich bei Gefahr auf ihren natürlichen Schutzreflex: Statt davonzulaufen, rollen sie sich ein. Gegen die rotierenden Klingen und Fäden moderner Gartengeräte hilft ihnen das jedoch nicht. Die Folgen können schwere Schnittverletzungen, Knochenbrüche oder sogar abgetrennte Gliedmaßen sein.

Besonders problematisch ist der Einsatz von Mährobotern in der Dämmerung und nachts. Denn genau dann sind Igel überwiegend unterwegs. Die flachen oder eingerollten Tiere werden von den Sensoren der Geräte nicht immer rechtzeitig erkannt. Mähroboter sollten deshalb ausschließlich bei hellem Tageslicht eingesetzt werden. Auch vor dem Einsatz von Freischneidern oder Motorsensen sollten Gartenbesitzer Heckenränder, Gebüsche und hohes Gras gründlich kontrollieren. Ein vorsichtiges Absuchen mit der Hand oder einem Stock kann verhindern, dass versteckte Tiere verletzt werden.

Hilfreich für Igel sind außerdem kleine Durchgänge in Zäunen, damit sie zwischen Grundstücken wandern können. Wilde Gartenecken mit Laub- oder Totholzhaufen bieten Nahrung und wichtige Versteckmöglichkeiten. Auf Insektengifte und Schneckenkorn sollte möglichst verzichtet werden.

Wer einen verletzten Igel findet, sollte ihn zunächst in einer ausreichend hohen Kiste mit Zeitungspapier und einem schlaufenlosen Handtuch unterbringen. Fühlt sich das Tier kalt an, kann eine handwarme, in ein Tuch gewickelte Wärmflasche helfen. Sind bereits Fliegeneier am Tier zu erkennen, sollte auf Wärme zunächst verzichtet werden, da dadurch das Schlüpfen der Maden beschleunigt werden kann.

Wasser sollte erst angeboten werden, wenn der Igel warm ist. Milch ist für Igel ungeeignet. Anschließend sollte möglichst schnell Kontakt zu einer Igelstation oder einem igelkundigen Tierarzt aufgenommen werden.

Eine solche Kontaktperson in der Region Nahe / Soonwald ist Jutta Beiser, die unter anderem bei Nottieren vermitteln kann. Die Naturschutzgruppe Nahe arbeitet mit verschiedenen Pflegestationen und Vereinen zusammen. Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Anlaufstellen bietet zudem die App »Wildtier-SOS«. Dort sind Pflegestellen, Tierärzte und Kliniken aus verschiedenen Regionen aufgeführt. Die App führt Finder außerdem Schritt für Schritt durch die jeweilige Situation.

 

Kontakt:

Jutta Beiser, Naturschutzgruppe Nahe, Tel. 01 77 / 6 28 75 88

Annette Prusensky, Wildtierhilfe Rhein-Nahe e. V., Tel. 01 60 / 3 72 40 96

www.wildtierhilfe-rhein-nahe.de

 

Weitere Informationen rund um Igel und geeignete Hilfsangebote gibt es zudem unter www.igelpfade.de.