

Der Gast aus Trier informierte sich Paritätische Pflegezentrum in Beltheim über die Arbeit der Einrichtung und nahm sich Zeit für Begegnungen mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden. Gemeinsam mit Gemeindereferent Werner Wagner, Diakon Heribert Schmitz, Stefan Godderis aus dem Leitungsteam des Pastoralen Raums Simmern, sowie Katja Neff, Referentin der Weihbischöfe, besuchte Brahm die Einrichtung. Empfangen wurde er von Heimleiter Ivo Schedereit, Pflegedienstleiterin Katharina Dick, Akademieleiterin Pia Koch sowie Carina Berghäuser aus der sozialen Betreuung, die den Gästen einen Einblick in die vielfältigen Aufgabenbereiche des Hauses gaben. Begleitet wurde der Besuch zudem von Olga Mutig aus der Verwaltung. Es ergab sich ein offener und intensiver Austausch über die vielfältigen Aufgaben der Einrichtung, die Herausforderungen des Pflegealltags sowie die Bedürfnisse und Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen die pflegerische Versorgung, die soziale Betreuung und die Bedeutung einer ganzheitlichen Begleitung der Menschen, die im Pflegezentrum leben. Dabei wurde deutlich, dass neben der professionellen Pflege insbesondere die menschliche Zuwendung, die individuelle Betreuung und die Förderung von Lebensqualität einen hohen Stellenwert besitzen. Weihbischof Brahm zeigte sich beeindruckt von der täglichen Arbeit der Mitarbeitenden und würdigte deren großes Engagement. Interessiert zeigte sich der Weihbischof auch an den Angeboten der sozialen Betreuung: Diese leistet mit Veranstaltungen, Gruppenangeboten, persönlichen Gesprächen und zahlreichen Aktivitäten einen wichtigen Beitrag dazu, den Alltag abwechslungsreich, lebendig und gemeinschaftlich zu gestalten.
Darüber hinaus informierte sich Brahm über die Ausbildungsangebote des Hauses. Vorgestellt wurde dabei das neue Pflegeübungszentrum. Die modern ausgestatteten Räumlichkeiten dienen Auszubildenden, Pflegefachkräften und Angehörigen als praxisnaher Lernort.
Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war die gute Vernetzung mit verschiedenen Einrichtungen und Partnern in der Region. Besprochen wurden unter anderem die Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten, Hospizdiensten, Kirchengemeinden sowie mit Einrichtungen der Demenzbetreuung und die enge Kooperation mit dem Seniorenzentrum Kastellaun.
Daneben nahm die seelsorgliche Begleitung der Bewohnerinnen und Bewohner nahm einen wichtigen Platz im Gespräch ein. Regelmäßige Gottesdienste und Andachten im Haus sowie persönliche Begegnungen schaffen Räume für Gemeinschaft, Trost und Zuversicht. Über einen persönlichen Austausch mit Weihbischof Brahm freuten sich auch die Bewohnerinnen und Bewohner. Er nahm sich Zeit für persönliche Worte, hörte aufmerksam und sprach vielen Menschen den Segen Gottes zu. Auch die Mitarbeitenden freuten sich über das Interesse des Weihbischofs an ihrer täglichen Arbeit und den offenen Austausch. „Der Besuch von Weihbischof Robert Brahm wird den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Mitarbeitenden des Paritätischen Pflegezentrums Beltheim in guter Erinnerung bleiben“, resümierte Olga Mutig.
Beim Rundgang durch die hellen und wohnlichen Räumlichkeiten das Aenne Wimmers Hospiz in Simmern wurde deutlich: Jedes Leben ist einzigartig, vielfältig und vergänglich. Das Gespräch in großer Runde eröffnete Krankenhaus- und Hospizseelsorgerin Andrea Nörling mit einem Impuls und fasste zusammen: „Im Hospiz geht es nicht darum, dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zu schenken.“ Dieses Leitmotiv sei der rote Faden und je nach Profession webten sich gleichsam bunte Fäden aus palliativ-ärztlicher Begleitung, Pflege, psychosoziale Betreuung und Seelsorge zu einem individuellen Weg, der so vielfältig und bunt ist wie die Menschen.
Im Austausch mit Weihbischof Brahm wurde deutlich, dass zunehmend mehr Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit begleitet werden und es zeigt sich, wie wichtig dann eine Seelsorge ist, die auf die existentiellen und spirituellen Fragen sowie Ressourcen der Gäste absichtslos eingeht – mit offenen einladenden und zugehenden Angeboten. Der Fokus liege darauf, da zu sein und da zu bleiben, an der Seite der Menschen mitzugehen. Und oft gehe es auch darum, auszuhalten, dass es vielleicht keine Antwort gibt.
Die Erfahrung zeige, Menschen suchten bis zum Lebensende nach einem Sinn, nach Hoffnung und Zuversicht. In den Seelsorgegesprächen stehe der Sterbende und seine Angehörigen im Mittelpunkt. Diakon Tobias Gotre äußerte die Hoffnung und den Wunsch, dass sich alle in ihren Verantwortungsbereichen dafür einsetzten, dass die Seelsorge in der Hospizarbeit auch in Zukunft mit fachlich ausgebildeten Seelsorgenden personalisiert werde.
Die Teilnehmenden der Austauschrunde resümierten wie kostbar es sei und wie wichtig, dass sterbende Menschen und ihre Angehörigen würdevoll in ihrer Einzigartigkeit, in ihren Lebensfragen und Ressourcen in ihrer Lebensphase menschlich, professionell, individuell, spirituell und kultursensibel begleitet werden. Diakon Gotre danke Weihbischof Brahm für sein Kommen, für sein Interesse und den offenen Austausch.
Im Rahmen seiner Visitation hat der Trierer Weihbischof sich auch mit Kommunalpolitikern ausgetauscht. Beim Treffen mit dem Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Volker Boch und den Bürgermeistern Christian Keimer (Verbandsgemeinde Kastellaun), Michael Boos (Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen) und Peter Müller (Verbandsgemeinde Kirchberg) lag der Fokus auf Kindertageseinrichtungen, Jugendarbeit und der politischen Lage in Deutschland und im Landkreis sowie auf den finanziellen Herausforderungen, vor denen nicht nur die katholische Kirche, sondern auch die Kommunen stehen.
„Mir ist es ein Anliegen, Ihre Perspektiven zu hören, zu erfahren, was Ihnen wichtig ist und darüber mit Ihnen ins Gespräch zu kommen“, betonte Weihbischof Brahm gegenüber den politischen Verantwortungsträgern. So stand das Thema „Kindertagesstätten“ ganz oben auf der Liste der zu besprechenden Punkte. Denn für die Kommunen wie für die Kirchengemeinden bzw. das Bistum Trier sind dies wertvolle Einrichtungen. „Unser Ziel ist es, Betriebsträgerschaften zu halten“, versicherte Klaus Linster, Teamleiter Haushalts- und Zuschusswesen in der Abteilung Kindertageseinrichtungen im Bischöflichen Generalvikariat Trier, der gemeinsam mit dem Weihbischof und der Referentin der Weihbischöfe, Katja Neff, aus Trier in den Hunsrück angereist war.
Doch auch das Bistum spüre die zurückgehenden finanziellen Mittel durch sinkende Kirchensteuereinnahmen. „Die Kitas stellen den zweitgrößten Ausgabenposten im Bereich der Zuschüsse nach den Kirchengemeinden im Haushalt dar“, erklärte Linster. Das Gespräch mit den Politikern zeigte, dass Kirche wie Kommunen vor denselben Herausforderungen stehen und die gleichen Forderungen an die neue Landesregierung in Rheinland-Pfalz haben. „Kommunen und freie Träger, zu denen die katholische Kirche zählt, müssen finanziell gut ausgestattet werden, um gute, verlässliche und qualitative Arbeit zum Wohle der Familien leisten zu können“, so Linster.
Kostbar ist der Politik wie der Kirche zudem eine kontinuierliche und niedrigschwellige Jugendarbeit, wie sie im Jugendzentrum (JUZ) Sohren und in der Jugendkirche „crossport to heaven“ stattfindet. „Das Feld ist uns sehr wichtig“, sagte Brahm, der selbst über Jahre Jugendpfarrer war. Diese Einrichtungen seien auch ein Anlaufpunkt, wo politische Bildung stattfindet, und daher gelte es, diese Arbeit insbesondere zurzeit, in der es einen zunehmenden Rechtsruck in der Gesellschaft gibt, zu stärken. Dies unterstütze er und nehme diesen Wunsch mit ins Bischöfliche Generalvikariat, versprach Brahm.
Nach der konstruktiven Runde versicherten die Verantwortlichen, sich weiterhin um einen transparenten und wohlwollenden Austausch zu bemühen, um die Menschen im Pastoralen Raum Simmern gut zu begleiten und sich für ihre Belange einzusetzen. „Sie sind wichtige Ansprechpersonen für uns“, schloss Brahm und bat für sie um Gottes Segen, damit die Verantwortungsträger ihr Amt weiterhin gut ausfüllen können. An dem Gespräch nahmen auch Dekan Lutz Schulz sowie Ökonom Andreas Moreth aus dem Leitungsteam des Pastoralen Raums teil.
Hintergrund:
Der Trierer Weihbischof Robert Brahm besucht im Rahmen einer Visitation (Besuchsreise) unterschiedliche Einrichtungen im Pastoralen Raum Simmern und tauscht sich mit Haupt- und Ehrenamtlichen im kirchlichen Bereich aus. Über ein Jahr hinweg wird er immer wieder in der Region zu Gast sein. Weihbischof Brahm war unter anderem bereits zu Gast in einer Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende, Einrichtungen des Caritasverbands Rhein-Hunsrück-Nahe und in einem Hospiz, er wird eine Kita, die KonRadWegekirche, das Jugendzentrum Sohren und die Lebensberatungsstelle besuchen. Im Rahmen der Visitation finden auch Firmungen statt.
Zum 1. Januar 2023 wurde der PastR Simmern errichtet, zu ihm gehören die drei Pfarreien St. Michael Kirchberg, St. Lydia Simmern-Rheinböllen und die Pfarrei Heilige Familie Kastellaun. Geleitet wird der Pastorale Raum durch ein Leitungsteam bestehend aus Dekan Lutz Schultz, Stefan Godderis und Andreas Moreth. 19.500 Katholik*innen leben im PastR Simmern. Weitere Informationen gibt es auf www.pr-simmern.de




