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Im Sattel wird wieder gearbeitet

Emma Poll reitet mit ihrem Pferd ans Gatter heran, öffnet es, reitet hindurch und schließt es wieder, ohne einmal aus dem Sattel gestiegen sein. Das bedingt reiterisches Können, das heute noch von den Cowboys praktiziert wird.
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Stephanie (v.li.) und Bernd Herold bieten seit vier Jahren auf dem Birkenhof in Frohngau erfolgreich den aufstrebenden Pferdesport »Working Equitation« an.  Jetzt geht es mit den Jugendlichen zur Deutschen Meisterschaft nach Wickrath.  mn-Foto

Stephanie (v.li.) und Bernd Herold bieten seit vier Jahren auf dem Birkenhof in Frohngau erfolgreich den aufstrebenden Pferdesport »Working Equitation« an. Jetzt geht es mit den Jugendlichen zur Deutschen Meisterschaft nach Wickrath. mn-Foto

Die 16-jährige Reiterin gehört aber nicht zu dieser Berufssparte, sondern übt sich gerade gemeinsam mit Leonie und Elias Herold auf dem Birkenhof in der Disziplin »Working Equitation (WE)«. »Das ist«, verraten Stephanie und Bernd Herold, seit 2003 Betreiber des Birkenhofs, »eine neue, aufstrebende Disziplin im Pferdesport, die längst zu einem Publikumsmagneten geworden ist.« Die Gründe dafür sind vielfältig. »Das rockt so richtig«, schmunzelt Stephanie Herold und spielt damit auf die Stimmung im Publikum an, das bei fetziger Musik die gezeigten Leistungen lautstark bejubelt. Wobei sich das reiterischer Können bei Working Equitation sehen lassen kann, denn diese Disziplin greift viele Elemente aus den Ursprüngen der Reiterei auf. Und die bestand in erster Linie aus Arbeit. »Pferde wurden und werden noch heute als Arbeitshilfsmittel gebraucht«, sagt Bernd Herold und verweist dabei vor allem auf das Geschehen auf den Weiden und Koppeln der Viehzüchter. Dort gehe es darum, ein Rind aus der Herde zu separieren, Gatter zu öffnen, Hindernisse zu überwinden, über Brücken zu reiten und vor allen Dingen ruhig und gelassen zu bleiben. Kurzum - Pferd und Reiter müssen eine Einheit bilden, die durch dick und dünn geht.

Hauptstützpunkt im Raum Köln/Aachen

»Grundlage ist die klassische Dressur, die durch verschiedene Aufgabenstellungen ständig erweitert wird«, so Stephanie Herold. »Schön ist, dass diese Disziplin mit jedem Pferd geritten werden kann.« Eine Turnierprüfung kann dabei aus bis zu vier Einzeldisziplinen bestehen: Dressur, Dressurtrailparcours, Speedtrail und Rinderarbeit. »Wir bieten WE schon seit vier Jahren mit großem Erfolg an«, so Stephanie Herold. Wobei Erfolg in mehrfacher Hinsicht zu verstehen ist. Zum einen ist der Zulauf gemeint, den der Birkenhof auf die neue Disziplin zu verzeichnen hat. Zum anderen ist man aktives Mitglied im WED, fungiert als Hauptstützpunkt im Großraum Köln/Aachen und gewann 2018 den Gründerwettbewerb für Ponyreitschulen. »Bei uns« schmunzelt Bernd Herold, »schaut mit Mitja Hinzpeter auch schon einmal ein amtierender Teamweltmeister vorbei und gibt Kurse auf unserer Reitanlage.«

Deutsche Meisterschaften

  • Die Jugendlichen des Birkenhofs in Frohngau haben so fleißig geübt, dass sie am Samstag und Sonntag, 29. August/1. September, an den Deutschen Meisterschaften in Wickrath teilnehmen können. Dort wird der Titel des Deutschen Jugendmeisters ausgeritten.
  • Weitere Informationen gibt es unter: www.birkenhof-eifel.de, www.workingequitation-eifel.de oder https://working-equitation-deutschland-ev.de