Thomas Förster

Schlechte Stimmung, gute Aussichten

Mehr als ein Ausreichend ist nicht drin, wenn Hotellerie und Gastronomie die Marktlage bewerten. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung der touristischen Leistungsträger in der Eifel.
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Stellten gemeinsam die Umfrage der touristischen Betriebe in der Eifel vor (v.l.): Christian Dübner (Referent Tourismus, Industrie- und Handelskammer Koblenz), Anne Morbach ((Referentin Tourismuswirtschaft, Geschäftsbereich International und Wein, Industrie- und Handelskammer Trier), Alyosius Söhngen (Aufsichtsratsvorsitzender Eifel Tourismus GmbH), Klaus Schäfer (Geschäftsführer Eifel Tourismus GmbH), Moritz Sporer 8Leiter Ökonomische Analyse bei der dwif Consulting Group), Stephan Kohler (Eifel Tourismus GmbH) und Philipp Piecha (Referatsleiter »Wirtschaftsförderung, Strukturpolitik und Tourismus«, Industrie- und Handelskammer Aachen). Foto: Petra Grebe

Stellten gemeinsam die Umfrage der touristischen Betriebe in der Eifel vor (v.l.): Christian Dübner (Referent Tourismus, Industrie- und Handelskammer Koblenz), Anne Morbach ((Referentin Tourismuswirtschaft, Geschäftsbereich International und Wein, Industrie- und Handelskammer Trier), Alyosius Söhngen (Aufsichtsratsvorsitzender Eifel Tourismus GmbH), Klaus Schäfer (Geschäftsführer Eifel Tourismus GmbH), Moritz Sporer 8Leiter Ökonomische Analyse bei der dwif Consulting Group), Stephan Kohler (Eifel Tourismus GmbH) und Philipp Piecha (Referatsleiter »Wirtschaftsförderung, Strukturpolitik und Tourismus«, Industrie- und Handelskammer Aachen). Foto: Petra Grebe

Foto: Petra Grebe

Eifel (Fö/Red). Der Tourismus als Leitbranche der gesamten Eifelregion steht vor wachsenden Herausforderungen, verstärkt durch die Pandemie und die Flutschäden des vergangenen Sommers. »In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtige Beschäftigten im Gastgewerbe halbiert«, weiß Moritz Sporer um erheblichen Fachkräftemangel in der Tourismusbranche.

Die mittelständischen Leistungsträger in Gastronomie und Freizeitwirtschaft sind stärker als viele andere Wirtschaftszweige von teils gravierenden Herausforderungen betroffen. Passgenaue Unterstützung bei der Bewältigung benötigt passgenaue Informationen über die tatsächlichen Bedürfnisse der Betriebe vor Ort. Darum starteten die Eifel Tourismus GmbH im Schulterschluss mit den Industrie- und Handelskammern Aachen, Koblenz und Trier eine Umfrage in der Eifel.

Betriebskosten und Fachkräftemangel

»Mit einer Rücklaufquote von rund 35 Prozent aller Befragten ist die Teilnahme sehr erfreulich und es ergibt sich ein repräsentatives Bild«, freut sich Sporer, Leiter Ökonomische Analysen der dwif-Consulting GmbH, die das Stimmungsbild gezeichnet haben. 358 Betriebe haben sich zurückgemeldet - mehr als 90 Prozent davon aus dem Übernachtungssektor.

Die Auswertung zeigt, dass die Stimmungslage unter den Betrieben aktuell noch gedämpft ist, die Betriebe aber mittel- und langfristig eine positive Entwicklung sehen. Die größte Herausforderung sehen sie in den steigenden Betriebskosten und dem Fach- und Arbeitskräftemangel.

Der Unterstützungsbedarf variiert stark nach Betriebstyp - Hotelbetriebe und Freizeiteinrichtungen haben generell größeres Interesse an Schulungs-/Weiterbildungsangeboten, während Privat- und Ferienunterkünfte kaum Bedarf an entsprechenden Angeboten äußern. Gerade beim Marketing und Krisenmanagement brauchen die Hotelliers dringend Unterstützung, Betreiber von Campingplätzen und Anbieter von Ferienwohnungen beklagen die Bürokratie und die hohen Auflagen, die der Gesetzgeber ihnen aufbürde. Vertreter der Tourismusbranche sind sich einig, dass Wander- und Radwege das große Pfund der Eifel sind, aber auch die Ortsbilder einer höheren Attraktivität bedürfen, um die Verweildauer der Gäste zu verlängern. Überrascht zeigte sich Sporer, dass fast niemand in den betroffenen Betrieben über die genaue Fördermaßnahmen von Bund und Ländern Bescheid wisse.

Das digitale und kostenfreie Schulungsangebot des E-Learnings-Portals eifel.teejit.de steht künftig allen Betrieben in der Eifel zur Verfügung, nicht nur den touristischen Unternehmen.

Die Umfrage hat allen Beteiligten wichtige Erkenntnisse geliefert. Die Privat- und Ferienunterkünfte sind neben den Hoteliers ein wichtiger Eckpfeiler der Beherbergungsstruktur in der Eifel und liegen bundesweit im Trend. Für die Entwicklung des Übernachtungsangebots in der Eifel ist es deshalb von großer Wichtigkeit, auch diese Betriebstypen zukunftsfit zu machen. »Wichtig ist das enge und funktionierende Partnernetzwerk für die aktive Gestaltung der Destination Eifel und der Austausch untereinander«, sagte Aloysius Söhngen, Aufsichtsratsvorsitzender der Eifel Tourismus GmbH.

www.eifel.info