Michael Nielen

Vorfreude auf den Spielecircus

Kall. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. An der Sankt-Nikolaus-Schule in Kall freut man sich auf den Besuch des Kölner Spielecircus, auch wenn bis dahin noch viel Zeit ins Land ziehen wird.
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Schuld daran hat die Flutkatastrophe, die auch die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt »Geistige Entwicklung« getroffen hat. Rund 50 Prozent der 78 Schüler im Alter zwischen 6 und 25 Jahren, die diese Schule besuchen, verfügen über schwere Behinderungen. »Zwar war es bei uns nicht so schlimm wie im benachbarten Berufskolleg Eifel«, so die stellvertretende Schulleiterin Kathrin Kuhl, »dennoch sind die Schäden erheblich.«

Turnhalle wird schmerzlich vermisst

Habe man zuerst gedacht, in einem halben Jahr sei alles wieder in Ordnung, so gehe man momentan von einem Zeitraum von drei Jahren aus. Besonders betroffen ist die schuleigene Turnhalle, die schmerzlich vermisst wird. Dort sollte der »Kölner Spielecircus« gastieren. Susanna Görres-Metzger von der Nikolausschule: »Diese Zirkusschule verfügt über ein besonderes Angebot für Förderschulen.« Eine Woche lang ist der Spielecircus in der Schule zu Gast und erarbeitet mit den Kindern und Jugendlichen in Workshops richtige Zirkusnummern – vom Jongleur über den Artisten und Dompteur bis hin zum Clown. »Am Ende«, verriet Kathrin Kuhl, »soll es dann ein Schulfest geben, bei dem die Kinder ihre einstudierten Auftritte dann auch vorführen können.« Mit dem Engagement des Spielecircus liebäugele man schon lange, gestand die kommissarische Schulleiterin der Geschäftsführerin des Weiss-Verlags, Martina Schmitz, und dem Landrat Markus Ramers, die beide der Schule aus gutem Grund einen Besuch abgestattet hatten.
 

Projekte für Kinder und Jugendliche

Bereits kurz nach der Flut hatte Martina Schmitz im Namen des WochenSpiegel-Verlegers Georg Weiss eine Spende über 50.000 Euro an den Landrat übergeben. Dieses Geld sollte gezielt für Projekte für Kinder und Jugendliche in den betroffenen Gebieten eingesetzt werden. »Wir haben uns bewusst Zeit gelassen mit der Entscheidung, wie wir das Geld verteilen«, wies Markus Ramers darauf hin, dass man die Mittel nicht für Maßnahmen einsetzen wollte, für die es auch aus anderen Töpfen finanzielle Unterstützung gebe. Die Sankt-Nikolaus-Schule erhält 10.000 Euro aus der Spende. »Mit dem Geld«, freute sich Kathrin Kuhl, »können wird dann hoffentlich im Frühjahr 2023 das Spielecircus-Projekt umsetzen.« Martina Schmitz zeigte sich nach einem Rundgang durch die Schule beeindruckt von der Arbeit, die dort geleistet wird. »Für die Kinder, die unter der Corona-Pandemie und der Flutkatastrophe sehr gelitten haben, ist das ein ganz tolles Projekt, auf das sie sich schon jetzt zu Recht freuen dürfen«, sagte sie.
 

Acht Kitas mit 5000 Euro bedacht

Zudem wurden insgesamt acht Kitas im Kreisgebiet mit einem Betrag von 5000 Euro bedacht – die Kindertageseinrichtung St. Bartholomäus Arloff, der Förderverein Kita Käthe-Kollwitz-Straße, die Freunde und Förderer der Kindertagesstätte Wißkirchen, der Förderverein Kindertagesstätte Roitzheim, der Förderverein Waldkindergarten Nettersheim, der Förderverein Kindertagesstätte St. Nikolaus Schleiden-Gemünd, der Förderverein der Profinos Bewegungs-Kindertagesstätte St. Philippus und Jakobus Schleiden, der Förderverein DRK-Kita-Kirchtalkindergarten-Vernich und der Förderverein des Familienzentrums St. Johannes und Sebastianus Zülpich-Niederelvenich.