Claudia Neumann

125 Jahre Handwerkskammer Trier: Zwischen Tradition und Aufbruch

Trier. Jubiläumsfeier zeigt die Rolle des Handwerks als regionaler Anker und Motor für die Zukunft

Die Handwerkskammer Trier feierte am Freitag ihr 125-jähriges Bestehen mit rund 200 Gästen aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Handwerksorganisation. Die Feier verband Rückschau und Zukunftsausblick – und machte deutlich, wie stark das Handwerk in der Region verwurzelt ist.

Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt bezeichnete die Handwerkskammer als „stolzes Kapitel regionaler Geschichte“ und zugleich als Symbol für Erneuerung. „Das Handwerk ist nicht nur Tradition, es ist Innovationsmotor und ein Stück gelebte Demokratie“, betonte sie.

„Ohne die Betriebe ist die Kammer nichts“

Kammerpräsident Bernd Elsen setzte einen Akzent, indem er zuerst die Handwerker begrüßte. „Ohne die vielen kleinen und großen Betriebe ist unsere Handwerkskammer nichts – damals wie heute“, sagte er.

Sein Rückblick führte von den harten Arbeitstagen um 1900 bis zum heutigen Campus Handwerk, einem Passivhaus, das bundesweit als Ausbildungszentrum Maßstäbe setzt. „Heute stimmt das Sprichwort wieder: Handwerk hat goldenen Boden. Aber dieser Boden ist hart erarbeitet“, so Elsen.

Handwerk als Anker für die Region

Das Jubiläum verdeutlichte, dass das Handwerk wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell ein wichtiger Bestandteil der Region bleibt. Dies zeigte sich auch im Rahmenprogramm – vom Empfang auf dem Technikdach, wo Auszubildende normalerweise arbeiten, bis zum Austausch im Treppenhaus des Campus, das sich in einen Festsaal verwandelte.

Der Trierer Historiker Christoph Schäfer zeichnete in einem Vortrag die Geschichte des Handwerks nach und machte deutlich, wie es sich über die Jahrhunderte hinweg immer wieder neu erfunden hat.

Herausforderungen von morgen

Neben dem Rückblick standen auch die Zukunftsaufgaben im Mittelpunkt: Fachkräftemangel, Digitalisierung und ökologische Transformation. Präsident Elsen machte deutlich, dass das Handwerk diesen Herausforderungen selbstbewusst entgegentrete. „Handwerker warten nicht darauf, dass jemand anderes ihre Probleme löst, sie packen selbst an“, sagte er.

Fundament für die Zukunft

Die Feier spannte den Bogen von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zu den Aufgaben von morgen. Das Jubiläum wurde so zu mehr als einem Rückblick: Es setzte ein Signal des Aufbruchs – 125 Jahre Handwerkskammer Trier als Fundament für die Zukunft.