Claudia Neumann

30 Jahre Café Haltepunkt: Ein Schutzraum für Frauen in Not

Trier. Seit drei Jahrzehnten bietet die Einrichtung des Sozialdienstes katholischer Frauen in Trier wohnungs- und obdachlosen Frauen Unterstützung, Beratung und einen Ort zum Ankommen.

Haltepunkt in der Krahnenstraße

Haltepunkt in der Krahnenstraße

Bild: Sozialdienst katholischer Frauen

Die Entwicklung des Café Haltepunkt ist ein Spiegel gesellschaftlicher Umbrüche und der Entwicklung des Wohnungsmarktes in Deutschland. Eröffnet wurde das Café Haltepunkt im Jahr 1996 auch als Schutzraum für wohnungslose Frauen und wurde überwiegend ehrenamtlich geführt. Die Idee war, dass etwa sechs wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen eine Anlaufstelle haben sollten, um sich austauschen zu können und bei Bedarf psychosoziale Beratung zu erhalten.

Vom kleinen Treffpunkt zur wichtigen Anlaufstelle

Zunächst wurden Räume in der Johannisstraße angemietet, bis das Café Haltepunkt im Jahr 2001 in die Krahnenstraße 35 verlegt wurde, wo es auch heute noch betrieben wird. Dort gibt es die Möglichkeit, Wäsche zu waschen, zu duschen oder eine Auszeit vom Leben auf der Straße zu nehmen, zur Ruhe zu kommen und professionelle Beratung zu erhalten.

Bereits sechs Jahre nach der Eröffnung besuchten 130 Frauen das Café Haltepunkt. Die an das Café Haltepunkt angebundene Notübernachtung wurde von insgesamt zwölf Frauen genutzt.

Immer mehr Frauen suchen Hilfe

Seitdem steigt die Zahl der Besucherinnen und Übernachterinnen stetig. Im Jahr 2014 wurde die Notschlafstelle mit zwei weiteren Übernachtungsplätzen eingerichtet. Damit standen insgesamt vier Übernachtungsplätze zur Verfügung.

Im Zuge der Sanierung der Wohnheime zwischen 2016 und 2019 wurde die Notübernachtung vollständig neu errichtet, mit vier Einzelzimmern, zwei Duschbädern und einem Aufenthaltsbereich mit Küche.

Bereits im Jahr 2022 wurde ein Wohncontainer mit zwei weiteren Übernachtungsplätzen aufgestellt, weil die vorhandenen Kapazitäten nicht ausreichten. So empfängt der Sozialdienst katholischer Frauen in Trier derzeit zwischen zehn und zwölf Übernachterinnen pro Nacht. Die Verweildauer in der Notübernachtung ist ebenfalls gestiegen.

Im Jahr 2025 haben über 700 Frauen das Café Haltepunkt aufgesucht und Hilfe erbeten. Die Gründe für den Anstieg an Hilfesuchenden sind der prekäre Wohnungsmarkt und die Zunahme an Frauen, die akut psychisch krank und nicht medizinisch versorgt sind. Fast alle Frauen leiden unter den Folgen von Gewalt, insbesondere sexualisierter Gewalt.

„Halt geben. Haltung leben.“

Das 30-jährige Bestehen steht unter dem Motto „Halt geben. Haltung leben.“ Gefeiert wird das Jubiläum am Freitag, 21. August, ab 10 Uhr in der Krahnenstraße 35 in Trier.